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Skitouren in Pistenskigebieten

Skitouren auf Pisten sind eine beliebte Alternative zu Touren im freien Gelände. In diesem Winter ist allerdings einiges anders. Derzeit sind die Lifte und Bahnen in den Bayerischen Alpen geschlossen und es ist nicht absehbar, wann sie wieder geöffnet werden. Die Skigebiete sind deshalb vorerst ungesichertes alpines Gelände. Gefahrensicherung findet nicht und Pistenpräparierung allenfalls sporadisch statt. Pistentouren sind erlaubt, erfolgen aber auf eigene Gefahr. Abstand zu anderen halten ist schließlich ein dringendes Gebot der Stunde.

Grundsätzlich gelten bei Skitouren in Skigebieten die zehn DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten und örtliche Regelungen, die dringend zu beachten sind.

 

 

Auch bei Pistentouren muss die komplette Lawinen-Notfallausrüstung mit

Bis auf weiteres zählen die Pisten der Skigebiete zum alpinen Tourengelände. Wer dort unterwegs ist, muss sich mit alpinen Gefahren auseinandersetzen oder sich einer erfahrenen Person anschließen. Obligatorisch sind somit auch bei Skitouren in Pistenskigebieten die Lawinen-Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel), Rucksackapotheke, Biwaksack und Mobiltelefon.

 

Zu bedenken ist auch, dass Pisten derzeit nicht oder nur eingeschränkt präpariert werden. Das bedeutet besonders bei der Abfahrt erhöhte Anforderungen an das skifahrerische Können auch in unpräpariertem Schnee. Technisch erzeugter Schnee dürfte weniger als in normalen Wintern zur Verfügung stehen. Bei Talabfahrten kann es deshalb sein, dass wenig Schnee liegt. Vegetation und Bodendecke sind dann weniger gut geschützt, so dass es zu mechanischen Schäden durch Skikanten kommen kann.

 

 

Pistenbullies, Hütten, Bergwacht: diesen Winter ist alles etwas anders

Auf Schnee-Depots aufgehäufter Kunstschnee, Gräben oder Leitungen zu den Schneekanonen beispielsweise können das Skifahren zusätzlich beeinträchtigen und gefährlich machen. Auch zu beachten ist, dass möglicherweise zur Vorbereitung eines vielleicht im Januar oder später beginnenden Skibetriebs Pisten (auch tagsüber!) präpariert werden könnten. Pistenpräparierung ist fast immer mit dem Einsatz von Seilwinden verbunden, was für Skifahrerinnen und Skifahrer Lebensgefahr bedeutet! Die meisten Pisten sind nicht beschildert oder markiert, Fangzäune fehlen an Stellen, an denen sie normalerweise angebracht sind. Hindernisse wie Schneekanonen sind nicht gepolstert.

 

Zu beachten ist zudem, dass für die Bergwacht eine Rettung in geschlossenen Skigebieten aufwendiger sein kann, als bei normalem Skibetrieb.

 

Anders als sonst stehen in den Skigebieten (vorerst) keine geöffneten Hütten und nur vereinzelt Toiletten zur Verfügung.

 

Dies betrifft auch die beliebten Tourenabende, die nicht in der üblichen Form stattfinden können. Dennoch ist zu erwarten, dass auch abends und nachts Tourengeherinnen und Tourengeher unterwegs sein werden. Diese sollten sich dringend an die Bereiche halten, die bei den Tourenabenden in normalen Wintern üblicherweise zur Verfügung stehen. Sollten bei Dämmerung und Dunkelheit Touren großräumig in den Skigebieten und darüber hinaus unternommen werden, wäre das für Wildtiere fatal. Häufige Störungen im Winter und bei Nacht können Tiere nicht verkraften, das kann tödlich enden.

 

Acht Appelle für Skitouren in Pistenskigebieten im Corona-Winter:

  1. Halte großen Abstand zu anderen! Reduziere Kontakte sowohl bei der Anreise als auch vor Ort.

  2. Geschlossene Pisten sind alpines Tourengelände. Beachte auch dort alpine Gefahren, insbesondere die Lawinengefahr und führe die Lawinen-Notfallausrüstung mit.

  3. Beachte Sperrungen bei konkreten Gefahren, wenn Pisten gewalzt oder Lawinen abgesprengt werden.

  4. Präparierte Pisten stehen (vorerst) für die Abfahrt nur eingeschränkt zur Verfügung. Beachte dies bei der Tourenplanung. Schone Vegetation und Bodendecke bei zu wenig Schnee.

  5. Tourenabende, wie jahrelang üblich, wird es zunächst nicht geben. Bleibe dennoch bei nächtlichen Touren auf den dafür üblicherweise genutzten Pisten. Die Wildtiere werden es dir danken.

  6. Bedenke, dass Einsätze der Bergwacht in geschlossenen Skigebieten aufwendiger sind als bei Skibetrieb.

  7. Solltest du deinen Hund mitnehmen: Leine ihn bitte an.

  8. Akzeptiere Parkgebühren an Seilbahnparkplätzen, auch wenn sie in diesem besonderen Winter etwas höher ausfallen sollten als sonst. Du nutzt Infrastruktur, deren Bereitstellung Geld kostet.

 

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