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Handle umsichtig!

Wer in die Berge geht, betritt einen Raum, der sich vom gewohnten Alltag unterscheidet - und zwar sehr grundsätzlich: Da ist Natur, da ist Ursprünglichkeit, da sind die Dinge nicht nach den Bedürfnissen des Menschen gestaltet. Aber genau deshalb ist der Bergsport so faszinierend. Die Kehrseite der Medaille: Es gibt Gefahren. Die sind beim Wandern in der Regel gut beherrschbar, wenn man einen Grundsatz beachtet: umsichtig handeln. Was das konkret in der aktuellen Situation bedeutet, ist auf dieser Seite zusammengefasst.

Die wichtigsten Corona-Regeln beim Bergsport gibt es hier.

 

Bergsport im Frühling

Jede Jahreszeit ist anders. Auf die jeweiligen Besonderheiten müssen alle, die in den Bergen unterwegs sind, mit angemessenem Verhalten reagieren. Im Frühling sind an vielen Stellen in den Bergen noch Spuren des Winters zu finden. Die Beachtung dieser Punkte ist deshalb wichtig:

  • Tourenplanung: Tourenverhältnisse und Wetterbericht sind die Grundsteine der Tourenplanung, zusammen mit einem dritten und wesentlichen Faktor - dir!
  • Tourenverhältnisse: Altschneefelder können hinderlich oder sogar gefährlich sein. Infos über die Schneesituation in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen liefert der DAV-Bergbericht immer donnerstags ab 16 Uhr fürs kommende Wochenende. Infos über die Verhältnisse vor Ort liefern auch die aktuellen Bedingungen unter www.alpenvereinaktiv.com. Geeignet für die Einschätzung der Schneesituation können schließlich auch Webcams sein.  
  • Wetterbericht: Täglich aktuelle Infos speziell auf die Bedürfnisse der Bergsportler*innen zugeschnitten liefert das Bergwetter auf alpenverein.de.
  • Können, Wissen, Wollen: Dein Können und deine Vorlieben entscheiden, wohin es gehen soll. Selbstverständlich in Abstimmung deiner Bergbegleitung. Ein gutes Instrument zur Selbsteinschätzung ist die Bergwandercard
  • Bekleidung: Funktionale Bekleidung unterstützt die körpereigene Temperaturregulation und schützt vor Wind und Wetter. Ein Wechselshirt sollte außerdem immer dabei sein.
  • Sonnenschutz: Im Frühjahr ist die Sonneneinstrahlung schon sehr stark und für viele noch ungewohnt. Kopfbedeckung und Sonnenbrille gehören deshalb ins Gepäck. Sowohl vor als auch während der Tour Sonnencreme verwenden.
  • Getränke: Regelmäßig Tee, Wasser, Schorlen oder isotonische Getränke trinken, so dass kein Durstgefühl aufkommt.
  • Gewitter: Je weiter das Frühjahr fortschreitet, desto mehr kann es zu Gewittern kommen. Der Blick auf den Wetterbericht und auf Tour der wiederholte Kontrollblick zum Himmel sind deshalb wichtig. Bei allen Vorsichtsmaßnahmen ist es dennoch nicht ganz ausgeschlossen, in ein Gewitter zu geraten. Tipps für richtiges Verhalten in einer solchen zweifellos gefährlichen Situation gibt es im Beitrag "Wenn es blitzt und donnert".
  • Kuhweiden: In den letzten Jahren gab es vereinzelt schwere Wanderunfälle mit Kühen. Bei richtigem Verhalten lassen sich die allermeisten Unfälle vermeinden. Wie das geht, gibt es hier nachzulesen.
  • Notfall: Je nach Situation sind zunächst akute Maßnahmen zu ergreifen. Infos dazu gibt es hier. Außerdem wird es in bestimmten Fällen sinnvoll sein, die Bergrettung zu alarmieren. Die europaweit gültige Notrufnummer ist die 112. Sehr schnell und einfach funktioniert ein Notruf auch über die Notruf-App "SOS-EU-ALP", alle Infos dazu gibt es hier.

Eine ausführliche Sammlung der wichtigsten Punkte, worauf es beim Bergwandern ankommt, findet sich unter diesem Link.

 

Hüttenöffnung unklar - Reservierungen schon möglich

In normalen Wintern öffnen die meisten Berghütten in niedrigeren und mittleren Lagen ab Mitte Mai. Aber normal ist in diesem Jahr natürlich nichts, und deshalb sind die Öffnungszeiten der Hütten und die dann einzuhaltenden Regeln derzeit schwer vorherzusehen. Aus pragmatischen Gründen müssen die Hüttenwirtsleute freilich planen. Dabei gehen sie davon aus, dass die kommende Saison so ähnlich aussehen könnte wie die zurückliegende. Das heißt: Hütten mit vielen Tagesgästen werden in vielen Fällen mit einem To-Go-Betrieb in die Saison starten. Und sobald es die Infektionslage und die entsprechenden Regelungen erlauben, werden die Hütten ihr gastronomisches Angebot sukzessive erweitern. Bei Übernachtungen werden sich die Gäste wahrscheinlich unter anderen auf die folgenden Punkte einstellen müssen:

  • Reservieren: Wer auf einer Hütte übernachten will, muss sich anmelden. Auf vielen Hütten sind Reservierungen bereits jetzt möglich. Sollte die Pandemie einen Strich durch die Rechnung machen, ist natürlich mit Stornierungen rechnen.
  • Packliste: Das Gepäck, das Hüttengäste selbst mitbringen müssen, kann im kommenden Jahr auch wieder umfangreicher sein. Dazu dürfte in vielen Fällen zum Beispiel ein eigener Schlafsack gehören. Was im Einzelfall gefordert ist, solltest du im Kontakt mit den Hüttenwirtsleuten vor deinem Aufenthalt klären. Einen allgemeinen Überblick über wichtige Ausrüstung bietet die Packliste für Hüttenübernachtungen.
  • Regeln befolgen: Jede Hütte ist anders, und deshalb wird die Umsetzung der allgemeinen Corona-Regeln unterschiedlich aussehen - auch deshalb, weil die Hütten in unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Corona-Gesetzen liegen. Über die jeweiligen Hausregeln werden die Hüttenwirtsleute beim Empfang vor Ort und auf ihren Hüttenwebsites informieren.
  • Aktuelle Infos verfolgen: Derzeit ist vollkommen unklar, wann die Hütten welche Öffnungsschritte gehen dürfen. Aktuelle Infos zu den DAV-Hütten wird es unter alpenverein.de und auf den Websites der jeweiligen Hütten geben.

Es ist nachvollziehbar, dass viele Menschen wegen der eingeschränkten Hüttenkapazitäten auf die Idee kommen, im Freien übernachten zu wollen. Freies Campen mitten in der Natur ist aber in weiten Teilen der Alpen nicht erlaubt.