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Bergtouren im Herbst 2020

21.09.2020, 07:00 Uhr

In den Sommermonaten haben viele den Urlaub in den Bergen für sich entdeckt. Nun steht der Herbst vor der Tür und damit eine besonders beliebte Wandersaison. Aber wie lässt sich der Andrang auf die Berge mit den Vorsichtsmaßnahmen zum Infektionsschutz vereinbaren? Und welche Besonderheiten sind dabei im alpinen Herbst zu beachten? Der DAV gibt Tipps und Infos.

Die Berge sind voll

Staus, überfüllte Parkplätze, zugeparkte Straßen und Scharen von Tagestouristen – das war und ist die Realität in vielen Ferienorten in den bayerischen und angrenzenden Alpenregionen. In den Herbstmonaten dürfte sich das Problem nicht wesentlich entschärfen, zumindest an den touristischen Hotspots. Auch am Berg wird es wohl hier und da eng werden, vor allem bei den Hüttenübernachtungen und manchmal wohl auch bei der Einkehr. Durch richtiges Verhalten und eine gute Vorbereitung kann auch diesen Herbst der Bergausflug ein schönes Erlebnis sein. Jetzt kommt es ganz besonders auf eine gute Tourenplanung an, die eben auch berücksichtigt, wo und zu welcher Zeit der Ausflugsandrang groß ist. Je besser die Ortskenntnisse und die alpinistische Erfahrung, desto eher sind alternative Touren das Mittel der Wahl. Wer sich nicht so gut auskennt, sollte etwas mehr Zeit mitbringen oder Tisch und Bett reservieren. Übrigens gehört auch Gelassenheit zu den Dingen, die in diesem Herbst wichtiger sind als zu normalen Zeiten. Gelassenheit am Weg, um einander ausweichen zu können. Gelassenheit auf der Hütte, wenn Speis und Trank ein bisschen länger auf sich warten lassen. Und Gelassenheit und Rücksichtnahme gegenüber den Menschen, die womöglich zum ersten Mal in den Bergen unterwegs sind, weil sie statt Mittelmeer den Bergurlaub gebucht haben und nun die ersten Schritte in alpiner Umgebung tun.

 

Das Virus ist immer noch da

Zwar wissen wir heute deutlich besser als zu Beginn der Pandemie, wie wir das Virus in Schach halten; vergessen sollten wir es jedoch nicht. Auch in den Bergen gilt es, das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Der DAV gibt diese Empfehlungen:

  • Gut planen: Touren im Vorfeld mit Bedacht wählen. Die beliebtesten Hotspots wenn möglich vermeiden.
  • Rücksicht nehmen: Das fängt beim Parken an und endet auch am Berg nicht. Bitte ausgewiesene Parkplätze nutzen und Parkverbote beachten! Rücksicht und Gelassenheit gegenüber anderen am Berg machen schöne Bergerlebnisse für alle möglich. Ein respektvoller Umgang mit der Natur sollte auch in Corona-Zeiten selbstverständlich sein.
  • Zurückhaltend wandern und bergsteigen: Mehr Menschen als sonst zieht es in die Berge. Dadurch häufen sich Unfälle und die Bergwacht muss zu vielen Einsätzen ausrücken. Gleichzeitig sind Rettungseinsätze derzeit coronabedingt deutlich aufwändiger. Touren unter dem individuellen Leistungsniveau sind deshalb derzeit sinnvoll.
  • Abstand halten: Das gilt am Berg ebenso wie im Tal. Auf Wanderwegen funktioniert das meistens ganz gut, an manchen Stellen ist Geschicklichkeit mit kleinen Ausweichmanövern oder einfach Geduld bei kurzen Wartezeiten gefragt.  Auf Hütten gelten die Regeln des jeweiligen Landes und die Maßnahmen, die die Wirtsleute ihren Gästen erklären. Das kann zum Beispiel ein Einbahnstraßensystem in der Hütte sein.
 

Aktuelle Hüttenöffnungszeiten beachten

Während einige Hütten dieses Jahr überhaupt nicht aufgemacht haben, schließen andere schon wieder. Besonders Hochgebirgshütten sind oft bereits geschlossen. Hütten in mittleren Lagen haben oft noch bis Mitte Oktober geöffnet. Bei der Tourenplanung ist es essentiell, die Öffnungszeiten zu recherchieren. Je nach Wetterlage können diese sich aber auch kurzfristig ändern. Deshalb am besten vorher auf der Hütte anrufen. Den Kontakt und viele weitere Infos zu den Hütten gibt es unter alpenvereinaktiv.com/de/huetten.

  • Reservieren: Wer auf einer Hütte übernachten will, muss reservieren. Spontane Übernachtungen sind nicht möglich, weil die Wirtsleute für die regelkonforme Belegung ihrer Zimmer und Lager sorgen müssen.
  • Packliste: Das Gepäck, das Hüttengäste selbst mitbringen müssen, ist in diesem Jahr etwas umfangreicher. Viele Hütten fordern beispielsweise, dass Gäste ihren eigenen Schlafsack und Bettwäsche dabei haben. Was im Einzelfall gefordert ist, sollte man bei der Reservierung checken oder beim Hüttenpersonal nachfragen. Einen allgemeinen Überblick über wichtige Ausrüstung bietet die Packliste für Hüttenübernachtungen.
  • Regeln befolgen: Jede Hütte ist anders, und deshalb wird die Umsetzung der allgemeinen Corona-Regeln auch unterschiedlich aussehen. Über die jeweiligen Hausregeln informieren die Hüttenwirtsleute beim Empfang vor Ort. Also zum Beispiel über Einbahnstraßen oder die Benutzung der Waschräume.

Detaillierte Regeln zu den Hüttenbesuchen sind in eigenen Artikeln für Bayern und Österreich zusammengefasst. Übrigens: Es ist nachvollziehbar, dass viele Menschen wegen der eingeschränkten Hüttenkapazitäten auf die Idee kommen, im Freien übernachten zu wollen. Aber Vorsicht: Freies Campen mitten in der Natur ist aber in weiten Teilen der Alpen nicht erlaubt.

 

Bergsport im Herbst

Jede Jahreszeit ist anders und Bergsportlerinnen und Bergsportler müssen auf die veränderten Voraussetzungen mit unterschiedlichen Strategien reagieren. Im Herbst sind die Tage wieder kürzer, morgens und abends kann es frisch werden. Andererseits drohen Gewitter und plötzliche Wetterumschwünge. Die Beachtung dieser Punkte ist deshalb wichtig:

  • Wetterbericht einholen: Täglich aktuelle Infos speziell auf die Bedürfnisse der Bergsportlerinnen und Bergsportler zugeschnitten liefert das Bergwetter auf alpenverein.de. Für das jeweils anstehende Wochenende gibt es donnerstags ab 16 Uhr zusätzliche Informationen zu den Verhältnissen im Bergbericht auf alpenverein.de.
  • Entsprechende Tourenplanung: Wenn Gewitter am Nachmittag vorausgesagt sind, sollte die Tour schon mittags beendet sein.
  • Wetter beobachten: Der Wetterbericht ist das eine, aber das Wetter vor Ort kann davon abweichen. Immer wieder mal ein Blick auf den Himmel kann unliebsame Überraschungen verhindern. 
  • Bekleidung anpassen: Funktionale Bergkleidung unterstützt die körpereigene Temperaturregulation. Wechselshirt und Wetterschutz sollten außerdem immer dabei sein. Außerdem sollte eine weitere, warme Schicht wie eine Fleecejacke nicht im Rucksack fehlen.
  • Sonnenschutz verwenden: Auch im Herbst hat die Sonne noch Kraft. Kopfbedeckung und Sonnenbrille gehören deshalb ins Gepäck.
  • Viel trinken: Regelmäßig kleine Mengen Wasser oder isotonische Getränke trinken, sodass das Durstgefühl gar nicht erst aufkommt.
  • Vom Gewitter überrascht? Bei allen Vorsichtsmaßnahmen ist das natürlich trotzdem nicht ganz ausgeschlossen. Tipps für richtiges Verhalten in einer solchen zweifellos gefährlichen Situation gibt es im Beitrag "Wenn es blitzt und donnert".
  • Kuhweiden überqueren: In den letzten Jahren gab es vereinzelt schwere Wanderunfälle mit Kühen. Bei richtigem Verhalten lassen sich die allermeisten Unfälle vermeinden. Wie das aussieht, gibt es hier nachzulesen.
  • Notfall - was tun? Je nach Situation sind zunächst akute Maßnahmen zu ergreifen. Infos dazu gibt es hier. Außerdem wird es in den meisten Fällen sinnvoll sein, die Bergrettung zu alarmieren. Die europaweit gültige Notrufnummer ist die 112. Sehr schnell und einfach funktioniert ein Notruf auch über die Notruf-App "SOS-EU-ALP", alle Infos dazu gibt es hier.
 

Die passende Tour finden

Der Schlüssel zum schönen Bergerlebnis ist die Auswahl der richtigen Tour – entsprechend dem eigenen Können. Wer hier noch nicht viel Erfahrung hat und sich noch nicht  zuverlässig einschätzen kann, findet in der DAV-Bergwandercard ein gutes Instrument. Für die konkrete Tourenplanung bietet sich alpenvereinaktiv.com an, das Tourenportal der Alpenvereine. Dort gibt es auch Tourenlisten wie zum Beispiel die folgende:

 

 

Hüttenübernachtung in Bayern

Regeln für Tages- und Übernachtungsgäste

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Seit dem 18. Mai sind die Hütten in Bayern wieder geöffnet. Um den Besuch für Gäste sicher und angenehm zu gestalten, hat der Deutsche Alpenverein in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium ein entsprechendes Konzept erstellt. Wie auch im Tal gelten strikte Zugangs-, Abstands-, und Hygieneregeln. Was Tages- und Übernachtungsgäste vor dem Hüttenaufenthalt wissen müssen und welche konkreten Regelungen getroffen wurden, haben wir hier zusammengefasst.

Packliste für die Hüttenübernachtung

Alles, was Sie benötigen

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Was Übernachtungsgäste auf einer Alpenvereinshütte benötigen, haben wir in einer Packempfehlung zusammengestellt. Das oberste Motto lautet: Nur das Wichtigste mitnehmen, ohne auf die Sicherheitsausrüstung (wie ein Erste-Hilfe-Set und einen Biwaksack) zu verzichten. In den Alpen muss man sein Gepäck über weite Strecken und bei anstrengenden Auf- und Abstiegen tragen – ein zu schwerer Rucksack kann den Spaß an der Tour schnell verderben. Derzeit besteht die Pflicht, im Innen- und im Außenbereich der Hütte einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen (Stand Juni 2020). Es genügt aber auch ein Buff-Tuch oder Schal. Am Tisch ist dies nicht notwendig. Je nach Hütte müssen auch ein eigener Schlafsack (kein Hüttenschlafsack) sowie ein Laken und ein Kissenbezug eingepackt werden. Was mitgebracht werden muss, sollte vorab bei den Hüttenwirtsleuten erfragt werden. 

Hüttenübernachtung in Österreich

Wichtige Infos für Tages- und Übernachtungsgäste

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Österreich ist ein Mekka für Bergfexe: Hohe Gipfel, liebliche Täler, große Wände, ein weites Hüttennetz stehen auf der Haben-Seite der Alpen-Republik. Aktuell sind die Grenzen geöffnet. Für Gäste gelten die folgenden Regeln bei Tagesbesuch und Übernachtung.