Wissenswertes auf einen Blick

Typische Bergsportunfälle vermeiden

Mit der Beliebtheit steigen auch die Unfallzahlen: Und so passieren beim Wandern die meisten Unfälle. Während bei Sportarten wie Mountainbiken, Klettern oder Skitourengehen Stürze dominieren, spielen beim Wandern mehrere Faktoren eine Rolle. Hinzu kommen Bergwachteinsätze aufgrund von Blockierungen, das heißt Rettungen unverletzter Personen, die sich über- oder die Tour bzw. die Verhältnisse unterschätzt haben. Wir erklären die häufigsten Unfallsituationen und geben Tipps, wie ihr sicher unterwegs seid.

Sturz auf Skitour

Die Hauptunfallursache beim Skitourengehen ist der Sturz, Lawinen spielen bei nicht tödlichen Unfällen eine untergeordnete Rolle – adäquates Wissen zum Thema ist im Gelände unverzichtbar! Unfall vermeiden durch: solide Skitechnik (nicht nur auf der Piste, auch im Gelände, wo die Schneebedingungen sehr unterschiedlich sein können), an die Verhältnisse angepasste Fahrweise sowie Geschwindigkeit.

Sportverletzungen beim Klettern

Stürze sind Verletzungsursache Nummer eins in Kletterhallen. Foto: DAV/Jens Klatt

Das größte Risiko in der Kletterhalle ist der Sturz mit verschiedenen Auswirkungen: „Grounder“ (Bodensturz), an die Wand oder mit einer sichernden/kletternden Person (zusammen-)prallen und von herabfallenden Gegenständen (oder Personen) getroffen werden. Besonders drastische Auswirkungen hat er, wenn die kletternde Person sich aufgrund von Blackout nicht oder falsch eingebunden hat (in den letzten Jahren gehäuft beim Klettern an Selbstsicherungsautomaten). Unfall vermeiden durch: gute Ausbildung sowohl was Klettern als auch Sichern angeht, regelmäßiges Sturztraining und hohe Aufmerksamkeit in der Halle.

Sturz beim Mountainbiken

Wenig überraschend sind Stürze die häufigste Unfallursache beim Mountainbiken – meist mit schmerzhaften Folgen. Unfall vermeiden durch: Fahrtechnik und Gleichgewicht trainieren (Mountainbiken ≠ Radfahren), Schutzausrüstung nutzen, Tourenwahl und Geschwindigkeit an Können anpassen.

Stein- und Eisschlag

Das Auftauen des Permafrostes und die starke Gletscherschmelze infolge steigender Null-Grad-Grenze und Hitzewellen führen zu mehr Stein- und Eisschlag. Unfall vermeiden durch: entsprechende Tourenauswahl und -planung, Zeichen im Gelände (Schotterhalden, unbewachsene Steine am Wegesrand) erkennen.

Verirren/Versteigen

Eine vermeintliche Abkürzung zu nutzen oder sich zu verlaufen, kann verschiedene Notsituationen nach sich ziehen. Man gerät in schwieriges Gelände und kommt nicht weiter (Stichwort: Blockierung) oder stürzt im schlimmsten Fall ab. Unfall vermeiden durch: Ruhe bewahren, Gelände – soweit möglich – einschätzen, im Zweifel umdrehen und ursprünglichen Weg aufsuchen.

Erschöpfung

Regelmäßige Pausen mit Essen und Trinken verhindern ein frühzeitiges erschöpfungsbedingtes Ende der Tour. Foto: DAV/Julian Rohn

Verschiedene Faktoren führen zu konditioneller Überforderung und Erschöpfung: schlechter Trainingszustand, zu schneller Start, zu wenig Pausen, zu wenig Essen/Trinken. Dies wiederum kann zu Unachtsamkeit und damit zu Unfällen führen. Unfall vermeiden durch: sicheren, nicht absturzgefährdeten Ort aufsuchen, Pause machen, Energiereserven auffüllen. Bei Konditionsmangel: vorab Ausdauer trainieren.

Gewitter

Selbst bei sorgfältiger Tourenplanung und Wetterbeobachtung geraten Menschen in Gewitter. Unfall vermeiden durch: seilversicherte Steige und exponiertes Gelände verlassen, Waldmitte oder Mulden in Wiesen aufsuchen, Abstand zu anderen Personen einhalten, Schutzposition einnehmen (mit geschlossenen, angezogenen Beinen auf eine Unterlage kauern, möglichst wenig Kontaktfläche zum Boden).

Ausrutschen oder Stolpern

Wer auf einem Schneefeld ausrutscht, sollte sich in die Liegestützposition begeben – so kann der Sturz bestmöglich gebremst werden. Foto: DAV/Klaus Listl

Zu den typischen Stolper- und Ausrutschstellen gehören feuchte Wiesenhänge, nasse Wurzeln und Steine, lehmig-erdige Wegpassagen, feiner Kiesel auf glatten Felsplatten, Laub und Schneefelder. Unfall vermeiden durch: angemessenes Schuhwerk, aufmerksam sein, motorische Fähigkeiten/Trittsicherheit schulen.

Herz-Kreislauf-Störungen

Herz-Kreislauf-Störungen stellen einen großen Anteil der Unfallursachen beim Bergwandern, häufig mit Todesfolge. Insbesondere vorbelastete Personen sollten sich regelmäßig ärztlich checken lassen und Warnsignale ernst nehmen. Unfall vermeiden durch: regelmäßigen Sport auch abseits der Bergtour, langsame Steigerung der Intensität mit Beobachtung der Pulswerte.

DAV-Angebote für sichere Touren

Die nötigen Fähigkeiten, um sicher am Berg unterwegs zu sein, erlangen DAV-Mitglieder z.B. in Ausbildungskursen der Sektionen. Dort lernt man, wie man Touren plant, das Wetter interpretiert, sich per Karte oder App orientiert. Auf geführten Touren oder in Gruppen profitiert man vom Wissen erfahrener Personen. Theoretische Hintergründe vermitteln der DAV und seine Sicherheitsforschung in Panorama sowie über die Webseite und Social-Media-Kanäle.