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Light is right – die richtige Ausrüstung für die Hüttentour

14.09.2018, 10:16 Uhr

Hütten-Guidelines für Einsteiger

Wer´s nicht im Kopf hat, muss es in den Beinen haben 

 

Das gilt auch für Hüttenbesuche: Der Aufstieg zu den Alpenvereinshütten ist selten ein Spaziergang. Wer vorher seinen Kopf benutzt, spart sich später schmerzende Beine. Da kann man jeden fragen, der längere Touren geht – jedes gesparte Gramm, und sei es nur der Stiel der Zahnbürste, ist wertvoll. Und trotzdem ächzen die meisten Bergsteiger unter der erdrückenden Last ihrer „Expeditionsausrüstung“ auf ihre Stöcke gestützt die Wege hinauf.

 

Das 2. Kapitel unserer Rubrik "Mein erster Hüttenbesuch" macht deinen Rucksack leichter und schont die Waden – sie werden es dir danken!

 

Kaptitel 2: Was nehme ich mit?

Was in den Rucksack gehört und was doch lieber im Schrank bleibt, hängt von den Entscheidungen aus Kapitel 1 ab. Wo gehe ich hin? Wie lange will ich bleiben? Wie ist das Wetter? Was habe ich sonst noch vor?

 

Das Bergwetter ist leider meistens sehr unberechenbar. Man sollte also auf alles vorbereitet sein! Ausreichend warme und regenschützende Kleidung sollte in jedem Rucksack Platz finden. Liegt die Hütte im hochalpinen Gelände ist auch mit Schnee zu rechnen. Beim Hüttenoutfit lässt sich allerdings Gewicht sparen, denn in der Gaststube gewinnt man keinen Schönheitspreis. Geschminkte Gesichter lösen beim Abendessen eher Bedauern als Hitzewallungen aus. Zerzauste Haare und ein nicht mehr ganz frischer Körperduft gehören fast schon zum guten Ton. Eine „Hüttenkluft“ ist also meistens ausreichend. Hierzu empfiehlt sich eine bequeme und vor allem leichte Sporthose, ein Wechselshirt und eine wärmende Schicht zum Drüberziehen, z.B. ein Fleecepulli.

 

 

 

 

Packliste

Der Waschbeutel und sonstige Luxusartikel sollten ebenfalls möglichst reduziert werden. Eine Basisausrüstung bestehend aus Zahnhygiene, Deo, Waschlappen sowie kleiner Seife oder Duschgel, ist meistens ausreichend. Es wurde auch schon von Sparfüchsen berichtet, die den Stil ihrer Zahnbürste kurzerhand abgesägt haben. In Zeiten des ausartenden Materialismus bietet die Hütte eine Chance, wieder "back to the basics" zu finden und sich ganz auf die Schönheit der Bergwelt einzulassen. Ohne Luxus und Elektronik.

 

  • Kleidung für die Tour:

Das Outfit für die Wanderung sollte den Gegebenheiten angepasst sein. ACHTUNG: In der Höhe kann es schnell kalt und windig werden, mit Wetterumschwüngen ist zu rechnen – seid also auf alles vorbereitet! Nicht vergessen: Warme Kleidung und Regenschutz,  Kopfbedeckung gegen Sonne und Kälte, Sonnenschutz und -brille sowie gegebenenfalls die Gletscherbrille bei Hochtouren.

 

Was muss mit, was kann raus?

  • Ausrüstung für die Tour:

Hier neigen viele Wanderer dazu, ihre komplette Survivalausrüstung mit auf den Berg zu schleppen. Selbst im Ernstfall benötigt man nur einige wenige Dinge: 

Ausreichend Brotzeit und Trinken, Erste-Hilfe-Set, Wanderkarte oder die alpenvereinaktiv-App, Handy für Notfälle, Taschenmesser, (Wanderstöcke).

 

  • Essentials für die Hüttenübernachtung:

Die meisten Hütten bieten mehr als man denkt. Schweres Equipment wie Hüttenhausschuhe, Bücher und Gesellschaftsspiele sind auf den meisten Hütten vorhanden und können getrost eingespart werden. Das gilt nicht für die Bettwäsche. Die muss jeder Gast in Form eines Hüttenschafsacks selber mitnehmen (dieser kann aber auch auf den meisten Hütte erworben oder ausgeliehen werden). Hilfreich ist ein Plastikbeutel für die Wäsche zum Schutz vor Nässe. Eine Stirn- oder Taschenlampe empfiehlt sich, um Nachts den dunklen Weg zu den Waschräumen zu finden und andere Lagerschläfer nicht zu stören. Apropos stören: gegen die Schnarcherfraktion sind Ohrstöpsel das beste Hausmittel für den erholsamen, ruhigen Schlaf. Ist man selbst einer der Schnarcher, sind zwei Packungen Stöpsel nie zu viel Gepäck. Auf gute Schlafplatznachbarschaft!

 

  • Wertsachen

Hier lässt es sich am einfachsten sparen, denn Elektronik wiegt in den meisten Fällen immer noch verhältnismäßig viel. Eine kleine Powerbank ist dennoch hilfreich. Der dicke Geldbeutel kann getrost zuhause bleiben. Wichtig sind nur genügend Bargeld (oftmals keine Kartenzahlung möglich, bitte bei jeder Hütte direkt erfragen) sowie die wichtigsten Karten und Ausweise ... natürlich der Mitgliedsausweis des Alpenvereins. Schon vom Gegenrecht gehört? Das Abkommen vergünstigt die Übernachtung der AV-Mitglieder auf bestimmten Schutzhütten im Alpenraum anderer alpiner Verbände.

 

Quiz rund um die AV-Hütten

Mach mit bei unserem Hüttenquiz!

 

Was muss raus aus meinem Rucksack bei der nächsten Hüttentour?

  • A: Hausschuhe
  • B: Abendlektüre
  • C: Daunenschlafsack
  • D: Gesellschaftsspiele

 

Die Auflösung gibt´s in Kapitel 3. Ab nächster Woche online!

 

Auflösung Kapitel 1: Die Zugspitze ist der höchste Gipfel des Wettersteingebirges (Antwort C)!

 

 

 

Hütten-Check-In

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Hütten-Guidelines für Einsteiger Wo ist eigentlich die Rezeption, der Trockenraum und mein weiches Bett für die müden Glieder? Wer hat hier das Sagen und was ist eigentlich eine Schlafmarke?   Der Erstbesuch auf einer Berghütte mag für viele Einsteiger ungewohntes Terrain sein. Zum Glück gibt der Alpenverein in der Rubrik: „Mein erstes Mal auf einer Alpenvereinshütte“ nützliche Tipps für das Aufeinandertreffen mit den Wirtsleuten und eine Orientierungshilfe für die erste Übernachtung auf einer AV-Hütte. 

Bereit fürs erste Mal?

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Hütten-Guidelines für Einsteiger Meistens unbeholfen, manchmal ein Fiasko, aber immer besonders! Vorbereitung und Planung sind meistens die halbe Miete damit die Premiere zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.   Wie läuft das überhaupt ab? Kann ich was falsch machen? Was passt am besten zu mir? Was muss ich Mitnehmen?   Der DAV gibt ab jetzt jede Woche Tipps und zeigt Tricks für das große Erlebnis, vom Aufstieg bis zum Frühstück – ein Handbuch für das erste Mal auf einer Alpenvereinshütte.