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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

21. bis 23. Januar 2022

20.01.2022, 14:48 Uhr

In den kommenden Tagen meldet sich der Winter vor allem im Osten der Ostalpen mit großer Macht zurück. So wird im Totem Gebirge bis Sonntag ein Meter Neuschnee erwartet. Auf jeden Fall muss man in den kommenden Tagen wetterfest sein und den Anstieg der Lawinengefahr gut im Blick haben.

Schneeverhältnisse

Die Deutschen Mittelgebirge waren bis gestern in tieferen Lagen schneefrei und ab ca. 800 – 1000 m schneebedeckt. Zum Skitourengehen reichten die Schneehöhen jedoch noch nicht, bzw. nicht mehr aus. Das dürfte sich in den kommenden Tagen vor allem in den südöstlichen Mittelgebirgen deutlich verändern. Oberhalb von 600 Meter Höhe werden im Erzgebirge und im Bayerischen Wald 10 bis 30 Zentimeter Neuschnee erwartet. 
Auch am bayerische Alpenrand lag bis heute Vormittag sehr wenig Schnee. Hier, wie auch in den nördlich Kalkalpen waren Skitouren nur von hochgelegenen Ausgangspunkten (ab ca. 1000 m aufwärts) möglich, wobei man möglichst auf nordseitigen Forststraßen aufsteigt, um dann in den höheren Lagen etwas mehr Schnee anzufinden. Am deutschen Alpenrand haben nach wie vor die Allgäuer Alpen am meisten Schnee. Aber auch hier waren Südhänge und Bergrücken bis gestern oft schneefrei.
Auch in den Österreichischen und Schweizer Alpen liegt unterdurchschnittlich viel Schnee. Selbst im normalerweise schneereichen Andermatt werden nur 70% des langjährigen Mittelwertes erreicht.
Allerdings sind in unseren Nachbarländern viele Standardtouren, wie z.B.  in den Kitzbüheler oder Tuxer Alpen durchaus möglich. Man muss aber bei der Abfahrt überall und insbesondere im Blockgelände sehr gut auf ungenügend eingeschneite Felsen aufpassen. Die Schneequalität war in den letzten Tagen insgesamt ziemlich durchwachsen. Guten Pulverschnee fand man höchsten noch in nordseitigen, geschützten Lagen.
Mit den Schneefällen der kommenden Tag dürfte sich die Schneesituation verbreitet verbessern. Allerdings wird auch die Lawinengefahr ansteigen.

 

Lawinenverhältnisse

Im gesamten deutschsprachigen Alpenraum steigt die Lawinengefahr im Laufe des heutigen Donnerstags oberhalb der Waldgrenze auf Stufe zwei (mäßig) an. In Tirol sogar auf Stufe drei (erhebliche Gefahr).
Problematisch ist der frische Triebschnee. Oberhalb der Waldgrenze bilden sich im kammnahen Steilgelände der Expositionen Nord über Ost bis Südwest sowie in Rinnen und Mulden größere Triebschneeansammlungen. Sie können oft schon durch geringe Zusatzbelastung, wie durch einen einzelnen Wintersportler, ausgelöst werden. Der frische Triebschnee ist zudem mancherorts schlecht mit der Altschneeoberfläche verbunden.
Mit weiteren Schneefällen und Wind dürfte die Lawinengefahr vor allem im Osten am Wochenende weiter ansteigen.

 

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge ist von Freitag bis Samstag mit viel Wind und wiederholten Schneefällen zu rechnen. Am Sonntag beruhigt sich das Wetter. Die Höchsttemperaturen liegen am Kahlen Asten (841 m) um den Gefrierpunkt.
Im Harz ist das Wetter vergleichbar. Die höchsten Temperaturen pendeln auf dem Brocken (1141 m) zwischen -4°C am Freitag und 0°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge wird es etwas weniger windig. Aber auch hier muss man immer wieder mit Schnee rechnen. Die Höchsttemperaturen am Großen Zschirnstein (560 m) liegen knapp unter dem Gefrierpunkt.
Im Bayerischen Wald fällt bis Sonntag Schnee, am meisten am Samstag. Am Großen Arber (1456 m) liegen die Höchsttemperaturen zwischen -7°C und – 3°C.
Im Schwarzwald ist am wenigsten Niederschlag und durchaus auch mal Sonne zu erwarten. Am Feldberg (1493 m) liegen die Höchsttemperaturen am Wochenende bei etwa -3°C.
Alpen: Der Freitag bringt in den Ostalpen kaltes, wolkenreiches und sehr unwirtliches Winterwetter mit schlechter Sicht,  leichtem Schneefall und Schneeverwehungen.
Der Samstag bringt wahrscheinlich die ergiebigsten Schneefälle. Schon in der Nacht setzen diese ein. Tagsüber gibt es vor allem in der Nordosthälfte der Ostalpen anhaltenden und oft starken Schneefall mit Sturm aus Nord. Nach Westen zu nimmt die Ergiebigkeit deutlich ab.
Am Sonntag ist eine Wetterbesserung zu erwarten. Im Osten ist es noch bewölkt. Außerdem halten sich hochnebelartige Restwolken. Vom Salzkammergut ostwärts gibt es noch etwas Schneefall.
Die Alpensüdseite ist in den kommenden Tagen bei starkem Nordföhn wetterbegünstigt.

 

Fazit

Wer am Freitag und Samstag ins Gebirge möchte, muss sich auf unwirtliches Wetter und schlechte Sichtverhältnisse einstellen und sollte daher eher kleinere Touren im Waldbereich ins Auge fassen. Am Sontag macht es vom Wetter her Sinn, sich in Richtung Allgäu zu orientieren, wo durchaus die Sonne zum Vorschein kommen kann, während es in den Berchtesgadener Alpen wohl weiter schneit.
Auch in den Mittelgebirgen wird in den westlichen Landesteilen besseres Bergwetter herrschen.
Für Skitourengeher dürften sich vor allem in Richtung Osten die Schneebedingungen deutlich verbessern. Aber auch im Allgäu, wo teils noch ausreichend Altschnee lag, bestehen gute Chancen auf Pulverschneeabfahrten.
Dabei muss man  aber die Lawinengefahr unbedingt beachten, die zum Wochenende hin wohl auf Stufe drei ansteigen wird.
Vor allem in den Zentralalpen ist auf ein weiteres Problem hinzuweisen: Im Blockgelände sind die Felsen verbreitet unterdurchschnittlich gut eingeschneit. Durch den Neuschnee und die schlechte Sicht können solche wirklich gefährlichen Fallen schwer zu erkennen sein. Bei der Abfahrt muss man also in diesem Gelände sehr vorsichtig sein.

 

Diese 15 Touren könnten vor allem am Sonntag zu empfehlen sein, wobei man die jeweilige Lawinenlage unbedingt beachten muss.