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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

23. bis 25. April 2021

22.04.2021, 14:38 Uhr

Viel Sonne und in den Bergen teilweise noch viel Schnee bringt das kommende Bergwochenende. Von daher sind die Tourenmöglichkeiten recht vielfältig. Wer noch eine vielleicht letzte Skitour unternehmen möchte, muss allerdings früh unterwegs sein. Wegen der Reisebeschränkungen behandelt der DAV Bergbericht weiterhin nur Deutsche Gebirgsgruppen.

Tourenverhältnisse

Die niedrigeren Deutschen Mittelgebirge wie Rothaargebirge, Hunsrück, Harz oder Elbsandsteingebirge sind mittlerweile schneefrei. Mit teilweise größeren Altschneefeldern in den Hochlagen oder im schattigen Bergwald muss man hingegen noch im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald und im Schwarzwald rechnen. Teils sind im Bayerischen Wald sogar noch Skitouren auf Pisten möglich. Dort wo zuvor kein Schnee mehr lag, dürften die Wegverhältnisse im Großen und Ganzen am Wochenende trocken sein. Ansonsten muss man mit rutschigen Verhältnissen aufgrund der Schneeschmelze rechnen.
Deutlich mehr Schnee liegt noch am Deutschen Alpenrand. Die Schneehöhen liegen vor allem in den Allgäuer Hochalpen über dem langjährigen Durchschnitt. Dort, aber auch weiter östlich waren am vergangenen Wochenende nordseitig Skitouren ab etwa 1000 Meter gut möglich und boten oft erstaunlich guten April-Powder. Dieser wird sich aufgrund der ansteigenden Temperaturen höchstens in hoch gelegenen nordseitigen Hängen und Karen halten. Ansonsten ist die Schneedecke der Hochlagen sonnseitig, in den mittleren Lagen in allen Hangrichtungen, tiefreichend durchfeuchtet. Wenn es nachts ausreichend abkühlt, könnten sich an höheren Südhängen daher gute Firnverhältnisse ausbilden.

 

Lawinenverhältnisse

Die Lawinengefahr wurde für den heutigen Donnerstag im gesamten bayerischen Alpenraum als mäßig (Stufe zwei) angegeben. Das Hauptproblem ist der Nassschnee. Es können sich kleine bis mittelgroße nasse Lockerschnee- und Schneebrettlawinen aus felsdurchsetztem Steilgelände von selbst oder in Steilhängen durch das Zusatzgewicht eines einzelnen Skifahrers lösen. Gefahrenstellen sind in den Hochlagen vor allem sonnseitig und in mittleren Lagen in allen Hangrichtungen zu finden. In mittleren Lagen kann an steilen und glatten Wiesenhängen die bis zum Boden durchfeuchtete Schneedecke in Form kleiner bis mittlerer Gleitschneelawinen abgleiten.
Daneben können an vereinzelten Gefahrenstellen im extremen, schattseitigen Steilgelände der Hochlagen kleine bis mittelgroße Schneebrettlawinen nur noch mit großer Zusatzbelastung ausgelöst werden.
In den nächsten Tagen ist mit einem (für die Jahreszeit absolut typischen) tageszeitlichen Anstieg der Lawinengefahr zu rechnen, was uns zu den Wetterausichten bringt.

 

Wochenendwetter

In der Eifel und im Sauerland ist ab Freitagnachmittag viel Sonne zu erwarten. Am Kahlen Asten (841 m) steigen die Temperaturen von 4°C auf 9°C. Im Harz wechseln sich am Brocken (1141 m) Sonne und Wolken in den kommenden Tagen ab. Die Tageshöchsttemperaturen liegen dort zwischen 0°C am Freitag und 4°C am Sonntag. Auch im Elbsandsteingebirge solle das Wochenende eher bewölkt aber trocken verlaufen.
Im Bayerischen Wald gibt es in den kommenden Tagen hingegen „Sonne satt“. Die Tageshöchsttemperatur steigt am Großen Arber (1456 m) von 3°C am Freitag auf 7°C am Sonntag. Auch im Schwarzwald darf man sich von Freitag bis Sonntag über viel Sonne freuen. Die Tageshöchsttemperaturen steigen am Feldberg (1493 m) am Sonntag auf 10°C.

In den Bayerischen Alpen sorgt zunehmender Hochdruckeinfluss ab Freitag für Sonnenschein und gute Sichtverhältnisse. Etwaige Restwolken wandeln sich in harmlose Quellwolken um. Bei teils lebhaftem Nordwestwind ist es noch recht kühl. Auch am Samstag scheint so gut wie überall die Sonne bei einer Nullgradgrenze um 2500 m. Nachmittags gibt es harmlose Quellungen. Die Nacht auf Sonntag verläuft noch einmal sternenklar.
Am Sonntag ist es zunächst noch einmal sonnig. In der zweiten Tageshälfte können dann hohe Schichtwolken den Sonnenschein vor allem im Westen dämpfen. Es bleibt aber trocken.

 

Fazit

Während man bei insgesamt sehr guten Wetteraussichten in den meisten Deutschen Mittelgebirgen die Wandersaison einläuten kann, sind am Bayerischen Alpenrand Schneeschuhe für höher gelegene Gipfelziele sehr zu empfehlen. Allenfalls auf südseitigen Toren bis ca. 1500 m kann man bereits die Wanderschuhe schnüren, sollte aber auf Altschneefelder im Waldbereich gefasst sein und deswegen Teleskopstöcke mit dabei haben.
Skitourengeher finden noch ausreichend Schnee an nordseitigen über 1000 Metern gelegenen Ausgangspunkten, bzw. wenn sie die für Frühlingsskitouren nicht unübliche Kombination von Bike & Ski unternehmen.
Grundsätzlich sollte man derzeit bei Ski-, Snowboard- und Schneeschuhtouren frühzeitig unterwegs sein, da die Lawinengefahr mit der starken Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf schnell ansteigen kann. Ob gute Firnverhältnisse zu erwarten, sind herrscht natürlich von der nächtlichen Abkühlung, bzw. Abstrahlung ab. Um dies einzuschätzen hilft ein Blick auf die Temperaturmessungen der automatischen Stationen des Bayerischen Lawinenwarndienstes. Diese sollten in den höheren Lagen die ganze Nacht unter -5°C (Oberflächentemperatur) liegen