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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

27. bis 27. Dezember 2019

26.12.2019, 14:51 Uhr

Das Christkind hat auch den Bayerischen Alpen Neuschnee beschert. Und zum Wochenende soll sich stabiles Hochdruckwetter durchsetzen. Allerdings sind die Schneehöhen am Alpenrand und in den Nordalpen in tieferen Lagen alles andere als üppig.

Schneesitutaion

In den letzten Tagen fiel zwischen Boden- und Königssee oberhalb von 1000 bis 1200 m wiederholt Schnee. Am meisten haben die Allgäuer- und Berchtesgadener Alpen abbekommen. Hier fielen bei wechselnder Schneefallgrenze am Mittwoch bis zu einem halben Meter Neuschnee. Unterhalb von 1200 m liegt in den Deutschen Alpen hingegen weiterhin kaum Schnee.
In den Nördlichen Kalkalpen ist die Schneelage im Westen allgemein besser als im Osten. Dort liegen z. B. in Warth (Lechtaler Alpen) auf 1480 m Höhe knapp 70 cm, wohingegen dieser Wert weiter im Osten erst bei ca. 1800 m (Erfurter Hütte/ Rofangebirge) erreicht wird.
Am Tiroler und Schweizer Alpenhauptkamm findet man oberhalb von etwa 1400 m hingegen verbreitet ausreichend Schnee zum Skitourengehen. Den höchsten Wert liefert die Schneestation an der Wandspitze (2490 m/ Westliche Tuxer Alpen) mit stolzen 402 cm.
Allerdings sind die Schneefälle überall mit starken Winden einhergegangen, was der Schneequalität nicht gerade zuträglich ist und zu einer angespannten Lawinensituation geführt hat.

 

Lawinensituation

Der Neuschnee der letzten Tage wurde einmal mehr von starken Winden begleitet. Für Donnerstag wurde daher in der Schweiz, in Vorarlberg, im Deutschen Alpenraum (hier für die Hochlagen der Allgäuer und Berchtesgadener Alpen sowie des Wetterstein), im Bundesland Salzburg, sowie für Südtirol mit Stufe drei eine erhebliche Lawinengefahr ausgegeben.
Am Tiroler Alpenhauptkamm, sowie im Arlberggebiet herrscht sogar eine große Lawinengefahr (Stufe 4). Hier bilden frische und schon etwas ältere Triebschneeansammlungen die Hauptgefahr. Die Gefahrenstellen für trockene Lawinen liegen vor allem in Kammlagen sowie an steilen Hängen oberhalb von rund 1800 m am Arlberg, bzw. 2400 m am Tiroler Alpenhauptkamm. Die trockenen Lawinen sind oft mittelgroß und leicht auslösbar.
Die heikle Situation führte am Donnerstag dazu, dass bei Andermatt und im Angkogel Gebiet Skipisten verschüttet wurden. In Österreich wurden diese angeblich von Freeridern ausgelöst.
Da für Freitag weitere Schneefälle vorhergesagt werden wird sich die Situation zum Wochenende hin nicht wesentlich entspannen.

 

Wochenendwetter

Der Freitag bringt in den Ostalpen der Alpennordseite anhaltender Schneefall mit einer Schneefallgrenze zwischen 1000 im Westen und 600 m im Osten. Entsprechend zeigen sich auch hier die Sichten oft eingeschränkt. Der Süden bleibt mit lebhaften bis starken Nordföhn trocken und abseits des Hauptkammes auch sonnig.
Am Samstag gibt es im Nordstau noch letzte tief liegende Wolkenreste, zwischen Salzkammergut und Wiener Wald auch hier und da noch letzte Schneeflocken, sonst ist es trocken. Zäher bleiben die Wolken auch tagsüber über den Niederen Tauern bis ins Steierische Randgebirge. Im Laufe des Tages dominiert abseits dieser Regionen der Sonnenschein. Aber dafür dämpft der starke bis stürmische Nordwind das schöne Wetter.
Der Sonntag bringt schließlich verbreitet abseits möglicher Hochnebelfelder auf den Bergen von Beginn an strahlenden Sonnenschein. Es wird in der Höhe zudem ziemlich mild. Außerdem lässt der lästige und unangenehme Nordwind deutlich nach und er sollte keine wichtige Rolle mehr spielen. Nach einem teils sehr frostigen Morgen wird die Nullgradgrenze am Nachmittag bis 2000 m ansteigen.
Das Wochenendwetter ist in den Westalpen im Großen und Ganzen vergleichbar.

 

Fazit

Vor allem der Sonntag bringt vom Wetter her großartige Tourenbedingungen. Da Skitouren im Deutschen Alpenraum - zumindest von den Tallagen aus - noch nicht möglich sind, empfehlen wir als Tour der Woche eine wunderschöne Schneeschuhtour in den Ammergauer Alpen.
Wer das sonnige Wochenende hingegen zum Skitourengehen nutzen möchte, sollte sich am besten in Richtung Arlberg Gebiet oder zum Alpenhaupt hin orientieren. Allerdings braucht man hierfür solide Lawinenerfahrung und darf nur Routen angehen, die auch bei einer kritischen Lawinensituation zu verantworten sind. Auf jeden Fall muss man sich nach den Neuschneefällen am Freitag gut über die aktuelle Lawinensituation informieren.
 

 

Tour der Woche: Hörnle und Stierkopf

27. bis 29. Dezember 2019

Mehr erfahren
Da Skitouren am Bayerischen Alpenrand vom Tal aus eigentlich noch nicht möglich sind (siehe Bergbericht) , oberhalb von 1200 Metern aber durchaus Schnee liegt, sind Schneeschuhe derzeit das ideale Fortbewegungsmittel. Eine besonders schöne Rundtour führt von Kappel aus zum Mittleren und Hinteren Hörnle, von wo man über den vergleichsweise unbekannten Gipfel des Stierkopfs wieder absteigen kann.   Dieser Tourenverlauf wurde im Rahmen des DAV Projektes "Skibergsteigen umweltfreundlich" im Jahr 2015 in Zusammenarbeit mit lokalen Vertretern (Forst, Jagd und Bauern) erstellt und verläuft daher so, dass Wildtiere nicht beeinträchtigt werden. Unabhängig davon sollte man Bergtouren im Winter immer so planen, dass man nicht zu spät wieder im Tal ist. Denn die Tiere dürfen keinesfalls bei der Nahrungsaufnahme, die zumeist vor der Dämmerung erfolgt gestört werden.   Diese Tour ist übrigens sehr gut mit der Bahn zu erreichen. Vom Bhf. Unterammergau führt ein sehr schöner Weg zum Wanderparkplatz Kappel und beim Abstieg entlang der "Enge Laine" kann man direkt zum Bhf. Unterammergau weiter gehen.   Gerade jetzt wäre es wieder interessant für die Touren-Community, welche Bedingungen Sie vorgefunden haben. Lassen Sie die Community daran teilhaben und posten Sie eine aktuelle Bedingung – am besten direkt zur Tour. Dauert nicht lange und viele Tourenfreunde freuen sich über die Information!