DAV-Logo-freigestellt

Bergbericht - So wird´s am Wochenende

6. bis 8. Dezember 2019

05.12.2019, 14:53 Uhr

Das großartige Hochdruckwetter der vergangenen Tage hält leider nur bis Freitag. Dennoch sind die Wochenendaussichten nicht schlecht, wobei die Bandbreite der Tourenmöglichkeiten von einer Winterwanderung in den Bayerischen Voralpen bis zu einem ersten Skitourenwochenende am Alpenhauptkamm reicht.

Tourenverhältnisse

Durch die Schneefälle des vergangenen Wochenendes wurden auch die Bayerischen Voralpen wieder weiß. Dennoch reichen die Schneehöhen dort und auch in den Nördlichen Kalkalpen nördlich des Inns zum Skitourengehen noch nicht aus. So melden die Messstationen des Bayerischen Lawinenwarndienst zum Beispiel am Brauneck oder an der Kampenwand nur etwas mehr als 20 Zentimeter.


Deutlich mehr Schnee liegt bereits am Alpenhauptkamm. Hier sind Skitouren ab einer Ausgangshöhe von ca. 1400 Metern schon gut möglich. Zudem sind die Gletscher für die Jahreszeit bereits überdurchschnittlich gut eingeschneit. Die starken Schneefälle haben zum Beispiel in der Schweiz zu einem absoluten November Rekord geführt. Am Messstandort Segl-Maria (Oberengadin) erreichte die Monatssumme 219 Zentimeter!


Allerdings sind in den Hochlagen Bergrücken oft verblasen, da die Schneefälle mit starkem Wind einher gingen. Und auch die Schneequalität ist nicht unbedingt optimal. So sind verbreitet eher windgepresste Harschdeckel anzutreffen als lockerer Pulverschnee.

 

Auch in den Dolomiten, wo bereits legendäre Rinnen wie der Canale Holzer befahren werden, sind die Schneehöhen für die Jahreszeit überdurchschnittlich hoch.

 

Lawinenverhältnisse

Abgesehen von den Bayerischen Alpen werden mittlerweile von allen Lawinenkommissionen Lageberichte herausgegeben. Diese schätzten die Gefahr in der Schweiz, in Vorarlberg, in Südtirol, und im Bundesland Salzburg für Donnerstag als mäßig ein. In Tirol wurde sogar nur eine geringe Lawinengefahr ausgegeben.


In den Gebieten mit Stufe zwei geht die Hauptgefahr von älteren Triebschneeansammlungen aus. Gefahrenstellen sind vor allem oberhalb ca. 2000 Metern, in eingewehtem, vorwiegend schattseitigem Steilgelände sowie hinter Geländekanten anzutreffen. Die Gefahrenstellen nehmen mit der Seehöhe an Umfang und Verbreitung zu. Kleine bis mittlere Lawinenauslösungen sind aber meist nur durch große Zusatzbelastung – zum Beispiel eine Gruppe Wintersportler ohne Abstände – möglich.


Die Lawinengefahr soll sich nicht wesentlich ändern. Mit ansteigenden Temperaturen sind jedoch in tieferen Regionen kleine Gleitschneelawinen möglich.

 

Wochenendwetter

Der Freitag verläuft in den Ostalpen sehr sonnig. Auch der Hochnebel an den östlich sowie nördlichen und südlichen Alpenrändern bleibt bestehen. Der Wind wird im Tagesverlauf aus West stärker. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 2000 und 2400 Meter. Am Samstag ziehen zunächst ausgedehnte Wolkenfelder durch. In den Nord- und Weststaulagen vom Arlberg über das Salzkammergut bis in den Wiener Wald bleiben die Wolken hartnäckig. Hier fallen vormittags ein paar Schneeflocken. Nachmittags ist es meist trocken. Inneralpin lockern die Wolken rascher auf, hier bleibt es trocken. Zumindest in den Zentral- und Südalpen setzt sich wieder die Sonne durch. Auflebender Westwind sorgt für Abkühlung.


Der Sonntag bringt wieder Sonnenschein auf den Bergen. Der Wind aus West fällt allerdings in exponierten Lagen stark bis stürmisch aus. Zudem wird der Himmel wahrscheinlich im Westen noch vor Sonnenuntergang mit kompakten Wolkenschichten überzogen.


Die Verhältnisse sind in den Westalpen ähnlich mit dem Unterschied, dass es dort schon ab Mittags schlechter wird.

 

Fazit

Auch wenn das Wochenendwetter nicht mehr so sonnig und vor allem windig wird, braucht man nicht zu Hause zu bleiben. In den Bayerischen Voralpen bieten sich der Jahreszeit entsprechend eher kürzere Unternehmungen zu nicht allzu hohen Gipfeln an, wie unsere Tour der Woche auf den Jochberg. Dieser tolle Aussichtsgipfel ist jetzt im Dezember weitaus weniger überlaufen als im Sommer oder im Herbst. Freilich muss man auch in den Voralpen mit Schneekontakt und rutschigen Passagen rechnen und daher trittsicher sein. Dementsprechend sollte man feste Winterwanderstiefel mit gutem Profil und Teleskopstöcke dabei haben. Wenn möglich nutzt man gleich den Freitag, ansonsten dürfte der Samstag weniger windig ausfallen als der Sonntag.


Auch ein erstes Skitourenwochenende am Alpenhauptkamm ist durchaus möglich, wobei man allerdings mit starkem Wind rechnen muss. Zudem muss man am Samstag den aktuellen Lawinenlagebericht einholen, da die Gefahr unter Umständen etwas ansteigen könnte.

 

Tour der Woche: Jochberg

Tour zum 6. bis 12. Dezember 2019

Mehr erfahren
Jetzt im Dezember geht es am beliebten Jochberg um einges ruhiger zu als an Sommer- oder Herbstwochenenden. Allerdings muss man derzeit auch auf dem südseitigen Anstieg mit Schneekontakt rechnen (siehe Bergbericht), wobei aber so gut wie immer eine Spur vorhanden ist. Feste Winterwanderstiefel mit gutem Profil und Teleskopstöcke sind natürlich dennoch notwendig.   Die nicht allzu fordernden 700 Höhenmeter Aufstieg werden mit einer grandiosen Aussicht auf den Kochelsee und das Alpenvorland, sowie in Richtung Karwendel und Wettersteingebirge belohnt.   Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist kann den Berg (wie zu oberst unten beschrieben) von der Bushaltstelle am Kesselbergsattel zum Bahnhof Kochel hin überschreiten. Ansonsten bietet sich als Alternative zum Abstieg über den Anstiegsweg  die Rundtour über die Jocheralm, das Walchenseeufer und Urfeld zurück zum Kesselbergsattel an.