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Der richtige Ski macht den Spaß

Worauf bei der Auswahl zu achten ist?

Lust, auch im Winter die Berge aus eigener Kraft zu erklimmen? Und auf zwei Brettern abzufahren? Dann müssen wohl Tourenski her. Was ihr beachten müsst, wenn ihr euch eine Ausrüstung zulegt – egal ob gekauft oder geliehen –, haben wir euch hier zusammengestellt.

Essenziell: die Ski!

Die Ski sind wohl das wichtigste Ausrüstungsstück, wenn es auf Skitour gehen soll. Grob unterscheiden wir zwischen drei Arten:

  • Aufstiegsorientierte Tourenski sind für längere Touren angelegt und daher relativ leicht, bei Abfahrten unter weniger optimalen Bedingungen macht man allerdings Abstriche. Sie sind bis zu 85 mm breit unter der Bindung und weniger tailliert.
  • Allround Ski stellen einen Kompromiss zwischen leichtem Gewicht für den Aufstieg und guten Abfahreigenschaften dar. Mit einer Breite von 84 bis 89 mm unter der Bindung haben sie klare Vorteile bei schwierigen Bedingungen.
  • Mit abfahrtsorientierten Ski kann man im Gelände sportlich fahren uns sie sind sehr vielseitig einsetzbar. Dank einer Breite ab 90 mm haben sie ordentlich Auftrieb im Tiefschnee und machen die Abfahrt zum Genuss. Das hohe Gewicht macht den Aufstieg dagegen etwas mühsam.

 

Konstruktion und Geometrie sind entscheidend für das Fahrverhalten in unterschiedlichem Gelände. Auf dieser Seite findet ihr weiterführende Infos zu Aufbau, Konstruktion und Geometrie von Tourenski.

 

Wenn ihr euren Ski gefunden und ihn auch schon eingesetzt habt, ist die Pflege ein weiterer Faktor, der einen großen Einfluss auf das Fahrverhalten hat. Zum kleinen Pflege-Einmaleins gehört: schadhafte Stellen im Belag ausbessern, Kanten schleifen und wachsen. Wie das funktioniert, ist im Artikel Tourenski richtig präparieren erklärt.

 

Beim Skitourengehen geht es aber natürlich nicht nur um die Abfahrt, sondern die Ski müssen auch für den Aufstieg geeignet sein. Daher sind passende Felle für alle Modelle Pflicht. Aber was sind Felle überhaupt?: Es handelt sich um Aufstiegshilfen, die meist als Spannklebefell am Ski befestigt werden. Das eigentliche Fell – ein Gewebe aus gelegten Fasern – liegt zur Schneeseite hin. Dieses Gewebe besteht heutzutage entweder aus Mohair (bessere Gleiteigenschaften) oder aus Synthetik (längere Lebensdauer). Das Zurückrutschen beim Bergaufgehen wird verhindert, denn entgegen der Laufrichtung stellen sich die Haare der Felle auf. 

 

Rahmen- oder Pin-Bindung? Die Vor- und Nachteile

Darüber hinaus wird das Verhalten des Skis maßgeblich von der montierten Tourenbindung beeinflusst. Die meisten modernen Tourenski haben Pin-Bindungen, aber auch die Rahmen-Bindung findet gelegentlich noch Verwendung. Das beste aus beiden Welten versprechen Hybrid-Bindungen. Was sind die Unterschiede, was die Vor- und Nachteile?

 

Eine Pin-Bindung besteht aus Metallzapfen an den Vorderbacken – den so genannten Pins –, die unter Federspannung seitlich in spezielle Aussparungen an den Skischuhen einrasten. Es braucht also spezielle Tourenskischuhe mit Inserts. Zwei parallele Metallstifte (Fersenzapfen) fixieren auf ähnliche Weise die Ferse für die Abfahrt. Vorteile dieser Bindung sind ihr geringes Gewicht und ein natürliches Gehgefühl, da man das Fersenteil nicht bei jedem Schritt anheben muss. Viele Modelle haben eine verbesserte Auslösefunktion und eine Einstiegshilfe. Wer Wert auf ein geringes Gewicht legt und eine geringere Sicherheitsperformance bei sicherer Fahrtechnik in Kauf nimmt, ist mit einer Pin-Bindung gut bedient. 

 

Bei der Rahmen-Bindung ähneln in der Bauweise Alpinbindungen und funktionieren mit allen Alpin- und Tourenskischuhen. Dabei sind die Vorderbacken (Zehen) und Hinterbacken (Ferse) über einen Rahmen oder einen Steg miteinander verbunden. Daher bewegt sich im Aufstieg die gesamte Bindung mit dem Schuh um einen Drehpunkt im Zehenbereich. Für die Abfahrt wird der Rahmen samt Vorder- und Hinterbacken am Ski fixiert. Da sie einen sehr guten Kraftschluss zwischen Ski und Schuh einstellt, ist diese Bindung insbesondere bei abfahrtsorientierten Touren beliebt. Sinnvoll ist die Rahmen-Bindung für alle, die auf eine sichere Auslösung bedacht sind und die mit ihrer Tourenausrüstung auch öfter auf die Piste wollen.

 

Hybrid-Bindungen versprechen das beste aus beiden Welten. Sie besitzen vorne ein Pin-System und hinten einen Fersenautomaten, der dem von Alpinbindungen ähnelt. Besonders beliebt bei Skitourenfans, die für eine möglichst gute Abfahrtsperformance gerne ein paar Gramm mehr in Kauf nehmen.

 

Egal, ob Rahmen-, Pin- oder Hybrid-Bindung – mit allen sollte sorgsam umgegangen werden. Das heißt: nach dem Gebrauch mit einem Lappen säubern und abtrocknen. Nach intensivem Gebrauch bzw. am Ende der Saison oder unmittelbar zum Start in den nächsten Winter schadet auch eine professionelle Inspektion im Bergsportfachgeschäft nicht.

 

Eine detaillierte Abhandlung zu den verschiedenen Bindungen inklusive Labor- und Praxistexts gibt's hier:  Panorama-1-2019-Sicherheitsforschung-Tourenskibindungen [495 kb]

 

Was ist bei Kauf oder Ausleihe zu beachten?

Generell macht es Sinn, sich in einem unabhängigen Bergsportfachgeschäft beraten zu lassen. Falls ihr schon einen Tourenskischuh habt, solltet ihr ihn unbedingt mitnehmen. Wenn ihr wirklich sicher auf den Brettern steht, könnt ihr bei aufstiegsorientiertem Material schauen, für Neulinge ist es wichtig, dass sie mit dem Ski auch sicher den Berg runterkommen. Was den Preis angeht: Skisets – Ski, Bindung und Schuh – sind häufig günstiger zu haben als jedes Ausrüstungsteil einzeln.

 

Für eine vernünftige Ausrüstung mit Tourenski inklusive Bindung, Skischuhen, Stöcken sowie Sicherheitszubehör kann man locker über tausend Euro hinlegen. Eine Alternative: Viele Sektionen oder auch Sportgeschäfte in den Skiregionen bieten einen Ausrüstungsverleih an. Oft lässt sich Ausrüstung in gutem Zustand auch Second Hand, beispielsweise auf (Alpin-)Flohmärkten oder bei den einschlägigen Online-Plattformen finden.  

 

Notfallausrüstung auf Skitour

Was kann, was muss mit?

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Die Standard-Notfallausrüstung, die bei jeder Unternehmung in ungesichertem winterlichem Gelände mitgeführt werden sollte, besteht aus Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät), Sonde und Schaufel. Am besten ist natürlich, gar nicht erst in eine Situation zu geraten, in der du die Notfallausrüstung benötigt.   Wie das beeinflusst werden kann? Mit Hilfe eines vernünftigen Risikomanagements. Im Winter bedeutet dies insbesondere, den Lawinenlagebericht (LLB) gründlich zu studieren, Gefahrenstellen erkennen und Hangneigung messen zu lernen (z. B. mittels der SnowCard) und vor Ort die Lage möglichst defensiv zu bewerten – das kann im Zweifel auch mal heißen: umkehren. 

Auf- und Abfellen auf Skitour

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Ohne Felle fehlt etwas beim Skitourengehen. Denn erst Felle ermöglichen den Aufstieg am Berg. Nutzte man in früheren Zeiten echte Felle, beispielsweise von Seehunden oder Fischottern, so kommen heute neben Wolle der Angoraziege (Mohair) häufig Kunststoffe bei der Fellherstellung zum Einsatz. Allen ist eines gemeinsam: sie erfüllen sehr komplexe Anforderungen.

Tourenski richtig präparieren

So geht das!

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... der schiebt... allenfalls in sehr flachen Passagen! Ein gut präparierter Ski steigert das Abfahrtsvergnügen, erleichtert das Fahren und bietet damit zusätzliche Sicherheit in unterschiedlichen Schneebedingungen und Hangneigungen. Ein gepflegter Ski sollte Kanten scharf wie Rasiermesser und einen Belag glatt und geschmeidig wie ein Kinderpopo haben und so gut laufen wie Usain Bolt! Die Grundpflege lässt sich gut und ohne großen Material- und Kostenaufwand selbst bewerkstelligen.