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Natürlich biken

Naturverträglich unterwegs auf dem Mountainbike

Mountainbiken und Naturschutz – ein Widerspruch? Keineswegs! Mit dem richtigen Verhalten und guter Technik steht dem Sport in der Natur nichts im Wege. Wir zeigen, wie es funktionieren kann.

Das richtige Bike und das richtige Verhalten

Mountainbikes sind für die Berge gemacht: Breitere Reifen mit gutem Profil, Federung und andere technische Details unterscheiden das Mountainbike von seinen zweirädrigen Artgenossen, die in der Stadt oder im flachen Gelände unterwegs sind. Doch es sind nicht nur die Eigenschaften des Bikes, auf die beim Mountainbiken zu achten ist.

Auch die Bergwelt hat ihre Besonderheiten. Ob im Mittelgebirge oder in den Alpen, ein rücksichtsvolles Verhalten in Natur und Umwelt ist die grundlegende Basis für das Bike-Vergnügen. Schließlich sollen Wege nicht beschädigt, Wildtiere und Pflanzenbewuchs ungestört bleiben und andere Wegenutzer nicht beeinträchtigt werden.

Gerade im Gebirge ist die Pflege des Wegenetzes besonders anspruchsvoll. Jäger, Förster, Grundeigentümer und DAV-Sektionen erfüllen wichtige Aufgaben beim Unterhalt der Wege. Auch kleine Schäden können beim nächsten Unwetter schwerwiegende Folgen haben. Als Mountainbikerin und Mountainbiker gilt es deshalb die Wege zu schonen und keine Spuren zu hinterlassen.

Zu den wichtigen Überlegungen vor einer Bike-Tour gehört auch die Anreise. Falls es nicht direkt von der Haustür aus losgeht, bieten sich zur Anreise am besten öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn an. Das erspart nicht nur Staus, sondern schont auch das Klima. Außerdem lohnt der Gedanke, ob die Länge der Tour in einem vernünftigen Verhältnis zum Anfahrtsweg mit dem PKW steht.

 

 

Geteilte Freude ist doppelte Freude?!

Ein Großteil der Planung läuft mittlerweile auch beim Mountainbiken online ab. Ein sorgfältiges Prüfen, ob die Strecke meinem Können entspricht, ist aber auch bei der digitalen Vorbereitung unerlässlich. Viele Inhalte, wie Fotos, Tourenbeschreibung, GPS-Koordinaten usw. werden geteilt und dadurch weiter verbreitet. Mit dieser Kommunikation geht auch ein großer Einfluss einher. Deshalb hilft es oft, bei einer kritischen Tour einen Kommentar zu hinterlassen, falls etwas nicht passt und manchmal auch auf das Teilen eines Fotos bei einer generell schon stark besuchten Aussicht zu verzichten.

Damit bei der nächsten Tour also nichts schief geht, gibt’s ein paar Tipps vom DAV (Basierend auf einem Beschluss der Mitgliederversammlung des Club Arc Alpin 2013 in
Bovec, Slowenien).

 

 

 

10 Tipps zum Biken

  1. Gesund aufs Rad
    Mountainbiken ist Ausdauersport. Die positiven Belastungsreize für Herz, Kreislauf und Muskulatur setzen Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und steigere Intensität und Länge deiner Touren langsam.
  2. Sorgfältig planen
    Fachliteratur, Karten, Internet und Experten sind wertvolle Hilfsmittel bei der Wahl einer Biketour, die deiner Fitness und deinem Können entspricht. Touren immer auf die Gruppe, den Wetterbericht und die aktuellen Verhältnisse abstimmen. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.
  3. Nur geeignete Wege befahren
    Fahre nicht querfeldein, um Erosionsschäden zu vermeiden. Benütze nur geeignete Straßen und Wege und respektiere lokale Sperrungen und Regelungen, um Konflikten mit Grundeigentümern, Wegehaltern und anderen Naturnutzern vorzubeugen.
  4. Check dein Bike
    Kontrolliere vor jeder Fahrt Bremsen, Luftdruck, den festen Sitz der Räder, Federung und Schaltung deines Bikes. Den technisch einwandfreien Zustand sichert die jährliche Wartung durch den Fachbetrieb. Achte auf eine gesundheitsschonende Sitzposition.
  5. Vollständige Ausrüstung
    Wärmende Kleidung, Regen- und Windschutz, Reparaturset und Erste-Hilfe-Paket gehören in den Rucksack, ebenso Mobiltelefon (Euro-Notruf 112), Licht und ausreichend Essen und Trinken. Handschuhe und Brille schützen deine Hände und Augen. Karte oder GPS sind wertvolle Orientierungshilfen.
  6. Immer mit Helm
    Bergauf und bergab, immer mit Helm! Im Falle eines Sturzes oder einer Kollision kann ein Helm Kopfverletzungen verhindern oder sogar dein Leben retten. Protektoren können vor Verletzungen schützen.
  7. Fußgänger haben Vorrang
    Nimm Rücksicht auf Fußgänger, indem du dein Kommen frühzeitig ankündigst und das Tempo reduzierst. Halte nötigenfalls an. Ein freundlicher Gruß fördert die Akzeptanz. Fahre in kleinen Bike-Gruppen und meide von Wanderern stark frequentierte Wege.
  8. Tempo kontrollieren
    Passe deine Geschwindigkeit der jeweiligen Situation an. Fahre aufmerksam und bremsbereit, da jederzeit mit unerwarteten Hindernissen zu rechnen ist. Fahr- und Bremstechnik lernst du in Mountainbike-Kursen.
  9. Hinterlasse keine Spuren
    Durch kontrolliertes Bremsen, so, dass die Räder nicht blockieren, verhinderst du Bodenerosion und Wegeschäden. Nimm deinen Abfall mit und vermeide Lärm.
  10. Rücksicht auf Tiere
    Die Dämmerungsphase ist für Wildtiere die Zeit der Nahrungsaufnahme. Fahre daher bei Tageslicht, um Störungen zu vermeiden. Nähere dich Tieren im Schritttempo und schließe Weidezäune nach der Durchfahrt.