Ein Haselhuhn sitzt mit winterlich aufgeplustertem Gefieder auf einem dünnen Zweig.
Das Haselhuhn ist in den Alpen zu Hause – und durch den Verlust von Lebensraum stark gefährdet. Foto: AdobeStock
Alpenvögel im Blick

Freiwillige für wissenschaftliches Vogelmonitoring gesucht

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) sucht bergerfahrene Freiwillige für ein Alpenvogelmonitoring. Ziel ist es, (Brut-)Vögel im bayerischen Alpenraum besser zu erfassen – vom Steinadler bis zum Alpenschneehuhn, vom Bergpieper bis zur Alpenbraunelle.

Alpenvögel sind wahre Überlebenskünstler. Sie trotzen Wind, Wetter und kargen Bedingungen in einer der faszinierendsten Naturlandschaften Europas. Doch ihr Lebensraum steht unter Druck: Klimawandel, Tourismus und veränderte Landnutzung verändern die Bedingungen in den bayerischen Alpen spürbar. Vögel sind wichtige Indikatoren für intakte Ökosysteme, weil sie hoch in der Nahrungskette stehen und durch ihre Präsenz wie ein Fieberthermometer anzeigen, wie gut es der Landschaft geht. Gerade für den Alpenraum fehlen oft wichtige Daten, die beispielsweise als Grundlage für Lenkungskonzepte wie Wald-Wild-Schongebiete dienen.

Daher werden Bergsteiger*innen mit vogelkundlichen Grundkenntnissen gesucht, die sich an der Erfassung von Alpenvögeln beteiligen. Der LBV bietet dafür auch Online-Schulungen an. Die Artenzahl im Hochgebirge ist begrenzt und daher schnell zu lernen. Für das Monitoring ist neben der ornithologischen auch alpine Erfahrung und körperliche Fitness notwendig – die zuvor festgelegten Wege sollen bereits im Frühjahr oder Frühsommer begangen werden, wenn der Schnee gerade geschmolzen ist. Die Erfassung dauert etwa zwei bis vier Stunden, zuzüglich Zu- und Abstieg.

Das Monitoring verfolgt ein klares Ziel: Es soll besser erfasst werden, wo welche Alpenvogelarten vorkommen und wie sich ihre Bestände entwickeln. Denn nur mit fundierten Daten lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen einleiten.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • Fahrkosten werden übernommen, eine Aufwandsentschädigung von 50€ pro Tag wird bezahlt. Bei Bedarf werden die Kosten für die Übernachtung auf Hütten übernommen.

  • Beobachtungszeitraum jeweils 15. April bis Ende Juni jedes Jahr

  • Eine Begehung pro Route und Jahr auf bestehenden Wanderwegen

  • Beobachtungsdaten werden in die App NaturaList eingetragen (Android Gerät benötigt, kann gestellt werden)

  • In der Mitmachbörse gibt es einen Überblick der zu erfassenden Alpenregionen

  • Alle weiteren Infos gibt's auf der Seite des LBV

 

Themen dieses Artikels