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Im Winter ins Gebirge: Daran muss man denken

Wenn du wenig Erfahrung hast, gilt folgende Empfehlung:

  • Studiere vor jedem Tag im freien, ungesicherten Gelände den Lawinenlagebericht (LLB).
  • Lerne das Erkennen der Gefahrenstellen des Tages im Gelände. Sie werden vom LLB benannt.
  • Achte auf Alarmzeichen in der Natur. Eine kleine Hilfe findest du in dieser Anleitung.
  • Lerne das Messen und Schätzen der Hangneigung auf der Landkarte und im Gelände – die DAV SnowCard ist auch ein gutes Messgerät.
  • Überprüfe vor jedem Hang, der steiler ist als 30 Grad, dein Risiko mit der DAV SnowCard.
  • Verhalte dich im Lawinengelände vorsichtig und defensiv.
 

Standards und Vorsichtsmaßnahmen

Für alle Unternehmungen abseits der Pisten, beim Freeriden, Skibergsteigen und Schneeschuhwandern gilt:

  • Gruppengröße: Die Idealgröße liegt zwischen drei und acht Personen. Dann kann man sich gegenseitig gut helfen und unterstützen. Zu große Gruppen erhöhen das Risiko, und wer allein unterwegs ist, kann keine sofortige Hilfe erwarten.
  • Lawinenlagebericht: Inhalte kennen und benennen können und entsprechend der Gefahrenstufe und der Gefahrenbeschreibung eine angemessene Tour wählen!
  • Gefahrenbereiche: Mögliche Vorsichtsmaßnahmen sind Abstände von zehn Metern im Aufstieg und konsequentes Einzelfahren in der Abfahrt. Sind mehrere Gruppen auf der gleichen Tour unterwegs, dann erfordert das Einhalten von Entlastungsabständen besonders viel Disziplin!
 

Notfallausrüstung

Nur mit der Notfallausrüstung kannst du sofort helfen und Hilfe bekommen. Die Standard-Notfallausrüstung besteht aus folgenden Gegenständen:

  • Modernes Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät mit
  • drei Antennen) – eingeschaltet und am Körper tragen! Die Signale dringen durch den Schnee und können von geübten, nicht verschütteten Gruppenmitgliedern in kurzer Zeit geortet werden.
  • Lawinensonde – beschleunigt die punktgenaue Ortung des Verschütteten enorm. Das ist überlebenswichtig!
  • Nur mit einer Lawinenschaufel kannst du einen Verschütteten schnellstmöglich ausgraben!
  • Erste-Hilfe-Set, Biwaksack und Handy – sollen in der Gruppe mit dabei sein.

Die Standard-Notfallausrüstung kann individuell ergänzt werden durch:

  • Lawinenairbag – kann die Totalverschüttung verhindern.
  • Avalung – kann die Zeit bis zum Ersticken in einer Lawine verlängern.

Achtung:
Das alleinige Mittragen der Notfallausrüstung hilft nicht viel. Bei einer Lawinenverschüttung ist die Überlebenschance innerhalb der ersten 15 Minuten am größten. Eine schnelle Rettung ist also extrem wichtig. Deshalb gilt es, den Gebrauch der Notfallausrüstung regelmäßig zu trainieren! Kurse zur effektiven Kameradenhilfe werden von DAV Sektionen oder Bergschulen angeboten.