logo-dav-116x55px

Sicher auf die Zugspitze

Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg (2962 m), lockt jedes Jahr tausende Bergsteiger an. Gut informiert und vorbereitet ist man sicherer unterwegs.


Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern der höchste Berg Deutschlands. Sie liegt südwestlich von Garmisch-Partenkirchen im Wettersteingebirge und über ihrem Gipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Erstmals bestiegen wurde die Zugspitze im Jahr 1820. Nicht immer sind die Besucher richtig vorbereitet und manche verhalten sich falsch. Dies führt dazu, dass es immer wieder zu Notlagen und Unfällen mit schwierigen Bergrettungseinsätzen kommt.

Drei wesentliche Aussagen können getroffen werden:

  1. Es ist zwar voll an der Zugspitze, aber nur an bestimmten Tagen, zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Stellen!
  2. Der Berg wird von zahlreichen Bergsteigern stark unterschätzt!
  3. Eine gründliche Tourenplanung senkt das Risiko!

 

Deshalb wollen der Deutsche Alpenverein, die Bergwacht Bayern und der Verband der deutschen Berg- und Skiführer den Bergsteigern wichtige Informationen über die Hauptrouten und vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen geben.

 

Kartenausschnitt: Routen auf die Zugspitze

  • Route A: Reintal
  • Route B: Ehrwalder Alm und Gatterl
  • Route C: Österreichisches Schneekar
  • Route D: Höllental
  • Route E: Jubiläumsgrat
 

Flyer: Die Zugspitze - Sicher auf den höchsten Bergs Deutschlands

Die wichtigsten Informationen zu den Aufstiegen, Tipps zu Tourenplanung und Risikomanagement und zu Hütten, Sektionen, Bergführern und Bergrettung sind im Flyer "Sicher auf die Zugspitze" zusammengefasst. Hinweis: Der Flyer ersetzt nicht die Mitnahme von Karte, Führer und weiterem Material.

 

Flyer_Sicher auf die Zugspitze.pdf [2,6 MB]

 

Der Flyer kann gegen Einsendung eines frankierten und adressierten Rückumschlags im Format DIN 5 lang beim DAV (Deutscher Alpenverein, Von-Kahr-Str. 2-4, D-80972 München) bestellt werden. 

 

Reintal

Der einfachste, aber weiteste Weg auf die Zugspitze ist der durch das Reintal. Bis auf den Schlussanstieg bietet es kaum technische Schwierigkeiten. Dennoch darf die Route nicht unterschätzt werden, da die Entfernung zum nächsten Ort sehr weit ist und man in großer Abgeschiedenheit unterwegs ist.

 

Ausgangspunkt ist das Skistadion (730 m) von Garmisch-Partenkirchen. Nach der Partnachklamm führen Forststraßen und Karrenwege zur Bockhütte (1052 m). Danach steigt der einfache Bergweg bis zur Reintalangerhütte (1370 m) etwas an. Von der Hütte geht es durchs Brunntal steiler bergan zur Knorrhütte (2057 m). Von ihr gelangt man auf das weitläufige Zugspitzplatt. Bei der Station Sonn-Alpin (2576 m) steigt man in eine steile Schutt- und Schrofenflanke ein und gelangt über mittelschwere Bergwege - teils versichert - zum Zugspitzgipfel.


Besonderheiten:

  • Vorsicht bei Nebel auf dem Zugspitzplatt
  • Wer bei Sonn-Alpin erschöpft ist, sollte die Bahn zum Gipfel nehmen
  • Achtung vor Schneefeldern in der Gipfelflanke
 

Ehrwalder Alm und Gatterl

Von Ehrwald führt die Gatterlroute auf das Zugspitzplatt zur Knorrhütte und von dort gemeinsam mit der Reintalroute zum Gipfel. Von der Talstation der Ehrwalder Almbahn (1108 m) flach aufwärts durch das Skigebiet zur Ehrwalder Alm (1502 m), Pestkapelle (1617 m) und Hochfeldernalm (1732 m). 

 

Weiter auf dem Max-Klotz-Steig zum Joch „Am Brand“ (2120 m) und leicht fallend zum Feldernjöchl (2041 m). Nun steil ansteigend auf versichertem Steig zum „Gatterl“ (2024 m). Über den ebenen „Plattsteig“ zur Knorrhütte. Von ihr über das Zugspitzplatt zu Sonnalpin (2576 m) und von dort auf versichertem Steig auf den Zugspitzgipfel.

Besonderheiten:

  • Vorsicht bei Nebel auf dem Zugspitzplatt
  • Wer bei Sonn-Alpin erschöpft ist, sollte die Bahn zum Gipfel nehmen
  • Achtung vor Schneefeldern im Bereich „Gatterl“ und der Gipfelflanke
  • Verkürzbar mit der Ehrwalder Almbahn
 

Österreichisches Schneekar und Stopselzieher

Der kürzeste Aufstieg zum Gipfel führt vom Eibsee (950 m) oder Obermoos (1228 m) über das Österreichische Schneekar. Die beiden Wege führen zunächst steil zur Wiener-Neustädter-Hütte (2209 m) hinauf und durchqueren anschließend das Österreichische Schneekar. 

 

An dessen Ende beginnt ein einfacher Klettersteig, der durch die gesamte Nordwestflanke verläuft. Am Anfang wird der „Stopselzieher“, eine natürliche Auswaschungshöhle, durchstiegen. Danach geht es zum Südwestgrat hinauf und über ihn zum höchsten Punkt.
 

Besonderheiten:

  • Steinschlaggefahr über dem „Stopselzieher“ durch Vorausgehende
  • In der Gipfelwand lange Altschnee
  • Anstieg mit wenig Sonneneinstrahlung
 

Höllental

Der Anstieg über das Höllental ist der beliebteste und abwechslungsreichste Anstieg auf die Zugspitze. In Hammersbach (758 m) beginnt der Anstieg. Der Weg durch die Höllentalklamm (www.alpenverein-gapa.de) ist spektakulär. Auf dem Stangensteig kann die Klamm auch umgangen werden. 

 

Nach der Klamm trifft man auf die Höllentalangerhütte (1381 m), danach geht es über den Höllentalanger bis zum ersten Steilaufschwung an der „Leiter“. Oberhalb davon quert man das „Brett“ mit Stahlstiften in einer Felswand. Über den „Grünen Buckel“ erreicht man den Höllentalferner. Für seine Überquerung sind Steigeisen nötig, in der Regel wird ohne Seil gegangen. Schwierigkeiten kann die Randkluft bereiten, da sich das Eis durch Abschmelzung immer weiter vom Fels entfernt. Nach ihr führt ein mittelschwerer Klettersteig auf den Gipfel.


Besonderheiten:

  • Klettersteigset, Gurt und Helm
  • Auf dem Gletscher Steigeisen anziehen
  • Abseits der Trasse am Gletscher Spaltensturzgefahr
  • Vorsicht vor Staus an der Randkluft! Frühzeitig aufbrechen
  • In der Gipfelwand lange Altschnee
 

Jubiläumsgrat

Eine der bekanntesten und längsten Gratrouten der Ostalpen ist der Jubiläumsgrat,. Die Route endet an der Grießkarscharte (2463 m). Von dort steigt man entweder über das Matheisenkar ins Höllental ab oder geht weiter zur Alpspitze (2628 m) und steigt über die Nordwandferrata zur Bergstation der Alpspitzbahn am Osterfelderkopf (2050 m) ab. 

 

Die Tour ist kein Klettersteig, es müssen viele unversicherte Passagen im II. bis III. Schwierigkeitsgrad bewältigt werden.

Besonderheiten:

  • Empfehlenswert ist der Start von der Zugspitze nach einer Nacht im Münchner Haus oder Auffahrt mit der ersten Seilbahn
  • Die konditionellen Anforderungen sind aufgrund der Länge des Grates sehr hoch.
  • In der Mitte des Jubiläumsgrates, zwischen Mittlerer- und Äußerer Höllentalspitze, befindet sich das Jubiläumsgrathütterl, eine unbewirtschaftete, rote Biwakschachtel, die nur in Notfällen zur Übernachtung benutzt werden darf.
  • Die Tour kann vorzeitig über den Brunntalgrat-Steig abgebrochen werden. Dieser führt nach der Inneren Höllentalspitze südwärts zur Knorrhütte (2052m) hinab. Er ist leicht zu verfehlen und anspruchsvoll (I - II).
  • Im Sommer oft hohes Gewitterrisiko.
  • Kein Wasser zwischen Zugspitze und Alpspitze.
 

Tourenplanung

Ihre Zugspitz-Tour ist gut geplant, wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten können:

  • Der Routenverlauf ist mir klar und ich habe ihn mir eingeprägt.
  • Ich kenne die Schlüsselstellen und habe eine gute Taktik für diese.
  • Ich habe Alternativen, falls meine Vorstellung nicht der Realität entspricht.
  • Die aktuellen Verhältnisse und das Wetter erlauben diese Tour.
  • Die Gruppenhierarchie ist klar geregelt. Alle Gruppenmitglieder sind informiert, gesund und fit.
  • Ich habe Zeit für mehrere Pausen einkalkuliert.
  • Meine Rückkehr wird rechtzeitig sein, so dass Reservezeit vor Einbruch der Dunkelheit bleibt. Die Fahrzeiten der Seilbahnen sind mir bekannt.
  • Ich habe die passende Ausrüstung mit.
  • Ich habe Angehörige oder Hüttenwirte informiert. (Sollten Sie Ihre Pläne während der Tour ändern, müssen Sie sicherstel­len, dass die betreffende Person davon erfährt und keine unnötige Suchaktion auslöst.)
 

Alpenvereinswetterbericht

 

 

Führer

 

Sicher auf die Zugspitze – die Kampagnenpartner

Projekt "Sicher auf Deutschlands höchsten Berg"

Mehr erfahren
Am Projekt "Sicher auf die Zugspitze" beteiligen sich der Deutsche Alpenverein, die Bergwacht Bayern und der Verband der deutschen Berg- und Skiführer. Seit über 100 Jahren stellen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht die Rettung in den Bayerischen Alpen und Mittelgebirgen sicher. Bei über 12.000 Einsätzen im Jahr sind sie zur Stelle, wenn Hilfe gefordert ist. Die Einsatzmannschaften stehen rund um die Uhr an 365 Tagen bereit. Über 90 Rettungswachen, Rettungsgeräte und Fahrzeuge können mit Unterstützung des Freistaats Bayern, den Krankenkassen und Förderern betrieben werden. Die Entwicklungen und die Erfordernisse für eine zeitgemäße Bergrettung verlangen den über 3000 Aktiven eine hohe Motivation ab. Zum Einsatz verlassen sie ihren Arbeitsplatz, bilden sich fort und trainieren in ihrer Freizeit. Die 2012 gegründete Stiftung Bergwacht will sicherstellen, dass in Zukunft dauerhaft genügend Mittel vorhanden sind. Der Ausgangspunkt für diese Aufgabe ist der Betrieb der weltweit einmaligen Simulationsanlage für Berg- und Luftrettungseinsätze in Bad Tölz.   Kontakte (kein Notruf!)                    Bergwacht Garmisch-Partenkirchen Bergrettungswache Auenstr. 7 / 82467 Garmisch-Partenkirchen Tel. 0049/(0)8821/3611 eMail: bergwacht[Punkt]ga-pa[Klammeraffe]t-online[Punkt]de www.bergwacht-bayern.org/garmisch_partenkirchen   Spendenkonto Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen, IBAN: DE40703500000000343418     Bergwacht Grainau Bergrettungswache Am Parkweg 5 82491 Grainau grainau[Klammeraffe]bergwacht-bayern[Punkt]de www.bergwacht-bayern.org/grainau   Spendenkonto Kreissparkasse Grainau, IBAN: DE62703500000000012252 Bergwacht Bayern und Stiftung Bergwacht  im Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung Am Sportpark 6 83646 Bad Tölz Tel. 0049/(0)8041 / 79 43 8 – 0, Email: info[Klammeraffe]bergwacht-bayern[Punkt]org, www.bergwacht-bayern.org   Bergrettung Ehrwald Obmann Christian Spielmann Wettersteinstrasse 24 6632 Ehrwald, www.ehrwald.bergrettung-tirol.com, Mobil: +43/(0)664 / 4353709   Spendenkonto: Bergrettung Ehrwald Raiffeisenbank Ehrwald-Lermoos IBAN: AT92 3621 9000 0005 0179 BIC: RZTIAT22219   Bergführer Mit der Erstbesteigung der Zugspitze am 27. August 1820 durch Leutnant Naus wurde erstmals der Führer Johann Georg Deuschl namentlich genannt. 1906 wurde durch autorisierte Führer und Aspiranten der Bergführerverein Garmisch und der Bergführerverein Partenkirchen gegründet. Zwischen 1925 und 1927 wurde aus den bestens organisierten »Bergführergilden« der Orte Garmisch und Partenkirchen der Gebirgsunfalldienst ins Leben gerufen. 1964 wurden die beiden Bergführervereine in den heute bestehenden »Bergführerverein Werdenfels« umbenannt. 2013 gehören gut 70 autorisierte und staatlich geprüfte Bergführer, über die Grenzen von Garmisch-Partenkirchen hinaus, der »Bergführervereinigung Werdenfels« an. „Sicher auf die Zugspitze“ bedeutet auch, mit einem professionellen Partner unterwegs zu sein. Gerade unerfahrene Wanderer und Bergsteigerinnen sollten sich deshalb einem Bergführer anvertrauen. Die Werdenfelser Bergführer kennen ihren Berg und seine Gegebenheiten bestens und führen mit der größtmöglichen Sicherheit über seine verschiedenen Anstiege zum Gipfel. Informationen und Tourenangebote der „Werdenfelser Bergführer“ gibt es auf unserer Homepage http://www.bergfuehrer-werdenfels.de und unter info[Klammeraffe]bergfuehrer-werdenfels[Punkt]de Verband Deutscher Berg- und Skiführer e.V. Fraunhoferstr. 4 D-82377 Penzberg Tel. 0049/(0)8856/9360913, Email: info[Klammeraffe]vdbs[Punkt]de, http://www.bergfuehrer-verband.de   Tiroler Bergsportführerverband – Sektion Reutte Karlheinz Grübler Zugspitzstrasse 6 A-6632 Ehrwald Tel: 0043/676/5953399, Email: Office[Klammeraffe]bergprofi[Punkt]com, www.bergsportfuehrer-tirol.at       Alpenvereine    Sektion Garmisch-Partenkirchen des Deutschen Alpenvereins Die Sektion Garmisch-Partenkirchen wurde 1887 gegründet. In den ersten Jahren standen überwiegend Wegebau und Beschilderungen im Mittelpunkt der Sektionsarbeit. Ab 1900 wurden nach und nach Hütten gebaut. Wegweisend für die Bergsteigerei vor Ort und den Tourismus waren die Erschließung der Höllental- und Partnachklamm. Die Sektion setzte sich auch schon früh für den Natur- und Umweltschutz ein. Inzwischen betreibt die Sektion fünf Hütten, die Höllentalklamm und eine Boulderhalle. Das Arbeits- und Wegegebiet erstreckt sich über das Wettersteingebirge und die Ammergauer Alpen bis zum Wank. Großer Wert wird auf die vielen aktiven Gruppen von Kindern bis zu den Senioren und vom Anfänger bis zum Könner gelegt.   Kontakt: Tel: 0049/(0)8821-2701, Email: info[Klammeraffe]alpenverein-gapa[Punkt]de, www.alpenverein-gapa.de   Sektion München des Deutschen Alpenvereins Die Sektion München war Gründersektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) im Mai 1869. Aus ihr gingen namhafte Alpinisten hervor, die die Geschichte des Klettersports mitgestaltet haben. Heute sind die Schwerpunkte der Sektionsarbeit natürlich andere als damals. Nicht mehr Erschließung ist gefragt, sondern Erhaltung der Gebirgsnatur. Dem alpinen Natur- und Umweltschutz kommt deshalb große Bedeutung zu. So zum Beispiel der Ausstattung der neun voll bewirtschafteten, allgemein zugänglichen sowie 14 unbewirtschafteten Hütten mit modernen Technologien zur umweltgerechten Energieversorgung und Abwasser-/Abfallentsorgung.   Kontakt: Tel. 0049/(0)89-55 17 00-0, Email: service[Klammeraffe]alpenverein-muenchen[Punkt]de, www.davplus.de   Sektion Ehrwald des Österreichischen Alpenvereins Die Sektion Ehrwald des Österreichischen Alpenvereins zählt zu den eher kleineren im Lande. 1955 wurde die Ortsgruppe Ehrwald der Sektion Reutte gegründet. 13 Jahre später wurde der Beschluss zur Gründung einer eigenständigen Sektion gefasst. Die Ziele der Gründerväter, nämlich Freude am Bergsteigen in all seinen Facetten zu vermitteln und damit auch die Liebe zu einer immer mehr von fortschreitender Technisierung bedrohten Bergnatur zu pflegen, sind aktueller denn je. Die Sektion Ehrwald appelliert an alle Besucher, trotz der Erschließung dieses hochalpinen Geländes, die Natur mit ihrer Fauna und Flora zu schützen und zu respektieren.   Kontakt: Tel. 0043/(0)5673.2835, Email: bergf[Punkt]spielmann[Punkt]p[Klammeraffe]aon[Punkt]at, www.alpenverein.at/ehrwald