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Bergwandern: so geht das

Wer sich das erste Mal auf einen Berg „wagt“, stellt sich sicher die ein oder andere Frage: Welcher Schwierigkeitsgrad ist der richtige für mich und wie orientiere ich mich am Berg? Welcher Schuh passt zu meinen Touren – und meinen Füßen? Was packe ich in meinen Rucksack – und wie packe ich am besten? Und was mache ich eigentlich im Notfall? Auf unserer Themenseite zum Bergwandern beantworten wir unter anderem diese Fragen und bieten die wichtigsten Infos zu den ersten Touren am Berg.

In aller Kürze

Beim Bergwandern gilt: Je anspruchsvoller und größer die Unternehmung, desto wichtiger ist das Wissen um Wetter, Orientierung, Sicherheit und anderes mehr. Kondition und Trittsicherheit müssen dem Ziel entsprechend angepasst sein. Aber auch der Schutz der Umwelt sollte auf der Agenda aller stehen, die gern in der Natur unterwegs sind. So steht dem eigenverantwortlichen Berggenuss nichts im Weg.

 

Ausrüstung

 

Zur Ausrüstung fürs Bergwandern gehören

  • stabile Bergschuhe mit rutschfester Profilsohle,
  • dem Wetter angepasste Kleidung,
  • ausreichend Verpflegung,
  • Notfallausrüstung inklusive Handy (Notruf 112), Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke/Biwaksack.

 

 

Auf einen Blick: 10 DAV-Empfehlungen für das Wandern.

 

 

Tourentipps & Planung

Eine Vielzahl von Wandervorschlägen findet sich auf alpenvereinaktiv.com, dem Tourenportal des Alpenvereins. Hilfreich für die Tourenplanung sind auch die Alpenvereinskarten Bayerische Alpen (BY1-BY 22) im Maßstab 1:25.000. Informationen zu diesen und weiteren Alpenvereinskarten gibt es hier.

 

Worauf ihr bei der Vorbereitung eurer Tour noch achten solltet, erfahrt ihr in unseren Artikeln zur Tourenplanung. Dazu gehören die Schwierigkeitsgrade von Bergwegen, der Gehzeitrechner, das Bergwetter, aber auch das Thema Selbsteinschätzung.

 
 

Sicherheit

Die Gefahren beim Wandern sind verhältnismäßig gering. Um das Risiko für Unfälle zu senken, sollte man dennoch einige wichtige Punkte beachten:

  • eine gründliche Tourenplanung – angepasst an Gelände, Witterungsverhältnisse sowie das eigene Können – schützt vor unliebsamen Überraschungen. Die Bergwandercard des DAV hilft, die passende Tour auszuwählen.
  • nur im gesunden und trainierten Zustand aufbrechen (Herz-Kreislauf-Schwächen sind ernstzunehmende subjektive Gefahren, gegebenenfalls einen Sportmediziner aufsuchen, um – vor allem vor größeren Wanderungen – Fragen zu klären)
  • „Gutes Gehen“ erlernen (souveränes Fortbewegen auf unterschiedlichen Untergründen, Trittsicherheit)
  • gut gestärkt starten und genügend Essen und Getränke mitnehmen
  • Karte und Führer einstecken (vor allem in unbekanntem Gelände nicht allein auf eine Smartphone-App verlassen!)
  • das Tourenziel zu Hause/bei Freunden bekannt geben und auch Planänderungen melden
  • unter der Leistungsgrenze bleiben – und somit immer Reserven für Unvorhergesehenes haben
  • Bei Unfällen und in schweren Notsituationen: Notruf 112 wählen 
 
 

Naturschutz

Den Reiz des Bergwanderns macht vor allem das Erleben der Natur aus. In den letzten Jahren ist das Interesse am Bergwandern deutlich gestiegen; immer mehr Menschen zieht es auch in die Alpen – vor allem in die schnell erreichbaren Hausberge von Metropolen wie München, Salzburg oder Innsbruck.

 

Zum Schutz der Natur sollten alle, die wandern gehen, auf den markierten Wegen bleiben – vor allem, wenn man sich im Wald oder in besonders sensiblen Landschaften bewegt.

Wandern abseits von Wegen oder außerhalb der üblichen Tageszeiten kann Wildtiere in erhebliche Unruhe versetzen und sie – vor allem im Winter – viel lebenswichtige Energie kosten. Daher sollte man dies möglichst vermeiden beziehungsweise mit großer Umsicht unterwegs sein.

 

Wie ihr naturverträglich unterwegs seid, erfahrt ihr hier.

 

Varianten

Wandern ist nicht gleich Wandern. Vor allem Gelände, Höhenmeter und Streckenlänge sind ausschlaggebend für eine genauere Unterscheidung der Spielarten:

 

 

Wandern

... im Flachland und in den Mittelgebirgen, auf kleinen Straßen oder auf breiten Wegen: Kultur, Land und Leute stehen im Mittelpunkt; sportliche Ambitionen sind zumeist zweitrangig.

 

Bergwandern

... im Voralpenland, in mittleren Höhen und im Hochgebirge. Trittsicherheit und Kondition sind unabdingbare Voraussetzung, ebenso alpine Erfahrung. Man ist auf einfachen bis schweren Bergwegen unterwegs – mitunter im Absturzgelände.

 

Alpines Weitwandern

... auf durchgehenden, markierten Wanderwegen (oft auch als „Höhenwege“ bezeichnet) mit bis zu 20 Tagesetappen, wie beispielsweise der Via Alpina. Übernachtet wird zumeist auf Alpenvereinshütten.

 

Fernwandern

... auf den Europäischen Fernwanderwegen (mit speziellen Markierungen) oder ähnlichen ausgeschilderten Routen über lange Strecken.

 

Trekking

... in wenig erschlossenen Gebirgsregionen (z.B. in den Anden oder im Himalaya). Übernachtet wird meistens in Lodges der Einheimischen oder in Zelten. Gepäcktransport und Versorgung der Trekkinggruppe organisieren oft eine oder mehrere Begleitpersonen.

 

 

 

Literaturempfehlung

  • „Bergwandern – Bergsteigen. Wissen & Praxis, Alpine Lehrschriften“ von Olaf Perwitzschky, Rother Bergverlag, ISBN 978-3-7633-6032-1
  • „Wetter und Orientierung. Alpin-Lehrplan 6“ von Rainer Bolesch, Gerhard Hofmann und Michael Hoffmann, Rother Bergverlag, ISBN 978-3-7633-6093-2

 

Diese und weitere Bücher sind im DAV Shop erhältlich.