Blick vom Setzberg auf Kreuth mit Hausberg Leonhardstein.
Blick vom Setzberg auf Kreuth mit Hausberg Leonhardstein.

Bergsteigerdörfer: Genuss statt Hektik

Berg­steiger­dörfer sind Alpinismus­pioniere in ihren Regionen. Die Berge und das Bewusst­sein über den not­­wendigen Ein­klang zwischen Natur und Mensch haben einen hohen Wert. Und von Jahr zu Jahr werden es mehr. 2026 sind es bereits 43 Bergsteigerdörfer in vier Ländern.

Orte zum Genießen und Verweilen

Alpine Landschaft, gelebte Traditionen, regionale Produkte, Authentizität und Affinität zum Bergsport ...und eine Bevölkerung die genau diese Werte lebt und unterstützt! Im Podcast werden regelmäßig einzelne Bergsteigerdörfer und ihre Besonderheiten vorgestellt.

Das internationale Netzwerk der Bergsteigerdörfer: von Slowenien bis nach Ligurien.

Projektziele und Aufgaben der Bergsteigerdörfer

  • Verzicht auf technische Erschließungsmaßnahmen (z.B. Skigebietserweiterung, Beschneiung, Funparks im Sommertourismus)

  • Förderung lokaler Produkte und Direktvermarktung

  • Verbesserung der Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln bei Anreise und vor Ort

  • Kommunikation dieser Grundphilosophie im Alpenraum

  • Integration der Philosophie der Bergsteigerdörfer und der Protokolle der Alpenkonvention in die Gemeindepolitik

Das Kapital: Natur und Kultur

Die Initiative "Bergsteigerdörfer" wurde bereits 2008 durch den Österreichischen Alpenverein (ÖAV) ins Leben gerufen. Dafür wurden über ganz Österreich verteilt Orte ausgewählt, die im Schatten der großen Tourismusdestinationen stehen und sich eben nicht dem immer schneller werdenden "Erschließungs-Kapital-Event-Kreisel" angeschlossen haben.

Massentourismus ist ein Fremdwort

Diese Gemeinden haben also keinen Massentourismus, keine zur Perfektion ausgebauten Skigebiete mit Komplettbeschneiung und keine Après-Ski-Partys im Angebot.

Insgesamt gibt es inzwischen 43 Bergsteigerdörfer, die das Konzept über die Jahre in die Gemeindepolitik aufgenommen und das Projekt aktiv mitgestaltet haben. In Deutschland hat die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden als erstes offizielles deutsches Bergsteigerdorf den Anfang gemacht – Kreuth, Sachrang und Schleching sind bis heute dazugekommen.

Vorzeigegemeinden im Sinne der Alpenkonvention

Bergsteigerdörfer stehen für ein Tourismusangebot für Bergsportbegeisterte. Die Förderung und Weiterentwicklung der Bergsteigerdörfer steht im Einklang mit den Durchführungsprotokollen der Alpenkonvention. Die Vertragsparteien der Alpenkonvention – die acht Alpenstaaten und die EU – haben in ihrer Rahmenkonvention die rechtliche Grundlage für den Schutz der sensiblen alpinen Ökosysteme, der regionalen kulturellen Identitäten, des Erbes und der Traditionen in den Alpen geschaffen.
Ziele sind unter anderem die Einschränkung umweltschädigender Aktivitäten sowie die touristischen und Freizeitaktivitäten mit den ökologischen und sozialen Erfordernissen in Einklang zu bringen, etwa durch Festlegung von Ruhezonen oder der Förderung alternativer Mobilitätslösungen. Die Initiative zielt außerdem auf eine lokale Wertschöpfung ab. Weitere Infos gibt es auf der Webseite der Bergsteigerdörfer.

Bergsteigerdörfer in Deutschland

In den bayerischen Alpen wurden vier Orte in das Netzwerk der Bergsteigerdörfer aufgenommen:

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