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Mountainbike versus Wanderschuh

30.07.2020, 10:00 Uhr

Mountainbiker und Wanderer sind oft nicht gut aufeinander zu sprechen. Dabei wollen beide das gleiche: eine gute Zeit in den Bergen verbringen. Wie gelingt das Miteinander?

Die Berge: malerische Almwiesen, zackige Gipfel, Kuhglockengeläut. Gibt es einen idyllischeren Ort? Doch Moment – was ist das? Flüche und wüste Beleidigungen? Klingt, als würde sich jemand gewaltig zoffen. Eine Mountainbikerin auf der Abfahrt, klingelt, um auf sich auf sich aufmerksam zu machen. Die vorauslaufende Gruppe Wanderer rückt wenige Zentimeter auf die Seite. Klar, dass das nicht gut ausgeht. Doch wer hat sich jetzt falsch verhalten? Und wie kann man solche Situationen vermeiden? 

 

Zu schnell, zu langsam, zu schmal, zu breit

Im Grunde ist es doch ganz einfach. Der Schlüssel zu mehr Harmonie am Berg heißt Rücksicht und Verständnis. Eigentlich Tugenden, die Bergsportler schon seit Jahrzehnten üben. Trotzdem kommt es immer wieder zu solchen Begegnungen. Schade, denn es macht sowohl der einen als auch der anderen Gruppe das Bergerlebnis madig. Und haben nicht ohnehin beide das gleiche Ziel? Nämlich einen guten Tag in den Bergen zu verbringen. Wanderinnen werfen Bikern oft vor, zu schnell abzufahren und dabei Gruppen zu gefährden, die zu Fuß unterwegs sind. Tatsächlich macht es Spaß, nach einem anstrengenden Anstieg auf einem Trail ins Tal zu rollen. Eines stimmt natürlich: wer zu flott unterwegs ist, gefährdet nicht nur andere, sondern auch sich selbst und nicht zuletzt Tiere, die mit solchen Geschwindigkeiten nicht rechnen. Deshalb: Tempo der jeweiligen Situation anpassen und immer bremsbereit bleiben.  

 

 

Größere Wandergruppen hingegen beanspruchen oft die ganze Breite eines Weges. Mountainbikerinnen haben so kaum eine Möglichkeit vorbeizukommen. Selbst wenn sie sich bemerkbar machen und klingeln, gehen manche Wanderer oft nur einen halben Schritt zu Seite. Zu wenig für die meisten Mountainbikes mit ihren breiten Lenkern. Folge: Die Radlerin kommt trotzdem nur knapp an den Wanderern vorbei. Diese wiederum beschweren sich über den viel zu geringen Abstand. So hat keiner, was er möchte. Die Bikerin wurde um den Flow gebracht, der Wanderer ärgert sich über das knappe Überholmanöver. Deshalb: Will man einen Mountainbiker durchlassen, einfach zwei Schritte zu Seite gehen, damit er problemlos passieren kann. 

 

Wem gehört der Berg?

Sind Wanderer nun die besseren Bergsportler? Das kann man so natürlich nicht sagen. Tatsächlich waren die ersten Bergsportler zu Fuß unterwegs. Die ersten Biker wagten sich zwar schon Ende des 19. Jahrhunderts in alpines Gelände, durchgesetzt hat sich das Rad am Berg aber erst später. Aber nur, weil jemand früher da war, hat er natürlich kein Recht, den Berg auch für immer für sich allein zu haben. Trotzdem haben viele Wanderer diese Attitüde und begegnen den Emporkömmlingen auf zwei Rädern eher missgünstig. Deshalb: Akzeptieren, dass es nicht nur eine Art gibt, auf einen Berg zu kommen. Der Mensch ist in den Bergen ein Eindringling. Unabhängig davon, ob er Wanderschuhe anhat oder zwei Räder unter dem Hintern. Für viele Bergtiere bedeutet es Stress, mit Menschen konfrontiert zu werden. Sich in den Bergen rücksichtsvoll zu bewegen, gilt natürlich für alle Bergsportler gleichermaßen. Deshalb: Wanderwege nicht verlassen, keinen unnötigen Lärm machen, auf helles Licht möglichst verzichten und natürlich Müll wieder mit ins Tal nehmen. Wenn sich alle ein paar simple Regeln halten, wird die alpine Idylle nicht mehr so oft von Beschimpfungen und Beleidigungen getrübt. Schließlich fahren die meisten von uns in die Berge, um eine gute Zeit zu haben und nicht, um einen Herzinfarkt zu riskieren. 

 

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