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Mülltransport am Berg

Was passiert mit dem Müll auf den Hütten?

21.08.2019, 12:27 Uhr

Im Tal gestaltet sich der Müllabtransport durch die Abfallwirtschaftsbetriebe um einiges leichter als in den luftigen Berghöhen. Leider machen sich nicht immer alle darüber Gedanken, was mit dem selbst mitgebrachten Müll passiert. Oft wird dieser in die vermeintlich bereitgestellten Mülleimer der Hütten geworfen.

Müll ist auf den Hütten ein Problem. Warum? Ein regelmäßiger Abtransport, wie bei uns im Tal ist in den Höhen, die häufig nicht mit dem Fahrzeug erreichbar sind, kaum möglich. Deshalb heißt es: Platz machen und Müll lagern. Viele Alpenvereinshütten sind mit Müllpressen zur Komprimierung der Materialien ausgestattet, denn Platz ist Mangelware auf einer Hütte.

 

 

Mülltrennung & Abtransport

Mülltrennung wird daher auf Hütten GROSS geschrieben! Erstens hilft es bei der Lagerung, zweitens kostet Restmüll extra und drittens muss aus hygienischen Gründen sehr darauf geachtet werden wo der Müll gelagert wird. Lebensmittelabfälle stellen dabei die größte Herausforderung dar. Diese müssen abgeschlossen werden, damit sich nachts keine Tiere daran „erfreuen“.

 

Haben die Hüttenwirtsleute den Müll sauber getrennt und ordentlich verstaut, kann er dort nicht ewig lagern. Er muss zurück ins Tal. Bei Hütten, die über einen Fahrweg erreichbar sind ist das wöchentlich möglich. Dasselbe gilt bei Hütten, die mit einer Materialseilbahn versorgt werden. Anders aber ist es bei Hütten die von Hubschraubern versorgt werden, dort muss man oft darauf warten, bis eine Lieferung fällig ist - das passiert ca. alle 3 Wochen.

 

Eines haben jedoch alle drei Transportarten gemeinsam: extra Aufwand, denn auf die Hütte kommt keine Müllabfuhr. Der Hüttenwirt oder die Hüttenwirtin selbst sind für den Abtransport zuständig. Das bedeutet: Einladen, ins Tal transportieren, Ausladen und schlussendlich die Reste zum Recyclinghof bringen.

 

Der Preis des Mülls

Oft kommen zum Müll noch die Abfälle der Tagesgäste mit hinzu. Das kostet eben nicht nur Platz und Zeit, sondern auch Geld.

 

Beispiel Kaltenberghütte:

  • Eine Fahrt mit der Materialseilbahn kostet ca. 50€ Strom + Arbeitsstunden
  • Ein Hubschrauberflug sogar ca. 400€ + Arbeitsstunden

 

Noch nicht enthalten sind darin die Kosten für die endgültige Entsorgung und die Fahrt vom Tal zum jeweiligen Wertstoffhof.

 

Was kann man tun um den Abfall auf Hütten zu reduzieren?

Beim Einkauf gilt bei den Hüttenwirtsleuten dafür folgende Devise: Je weniger Verpackungen desto besser. Außerdem gehört eine optimierte Planung der Einkäufe und Lebensmittel mit zur Grundvoraussetzung.

 

Schlussendlich tragen WIR alle die Verantwortung für „Saubere Berge“ . Jeder Abfall, der in die Berge und dort auf die Hütten getragen wird, muss auch wieder zurück ins Tal gebracht werden. Und was wiegt das schon, wenn man sein „Papierl“ oder den „Apfelbutzen“ wieder mit nach unten trägt? Wenn man’s allerdings oben lässt, wiegt’s schwer.  Deshalb: #mach’s EINFACH - hol dir eine Abfalltüte und NIMM’s MIT.

 

Hier noch ein paar Tipps zur umweltfreundlichen Brotzeit am Berg...

 

 

 

Wasserversorgung auf Hütten

Woher kommt das Wasser für die Hütten?

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Ein wunderschöner Ausblick, sattes Grün, Vogelgezwitscher und das Plätschern eines Baches im Hintergrund. Die perfekte Bergidylle. Wie aber kommt das plätschernde Nass fürs Kochen, Putzen, Waschen und natürlich zum Trinken auf unsere Hütten? Viele würden nun sagen: „Aus einer Quelle, natürlich". Das stimmt nur bedingt, denn als Quelle können nur Wasserläufe bezeichnet werden, die mindestens 50 Tage unter der Erde fließen und dann wieder an die Oberfläche kommen. Für gewöhnlich, werden bei Hütten oberflächennahe Wasservorräte genutzt. Diese sind meist Niederschläge oder auch das Schmelzwasser der Gletscher. Die jeweilige Verfügbarkeit ist natürlich von der Höhenlage der Hütte abhängig. 

Hüttentechnik - kurz erklärt

Am Beispiel der Neuen Prager Hütte

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Woher kommt eigentlich der Strom? Wohin fließt das Abwasser? Wie funktioniert die Heizung? Und was passiert im Notfall? In diesem Video erklären wir kurz und bündig wie das alles auf einer Hütte in den Bergen funktioniert. Woher kommen Strom und Wasser? Und wohin fließt das Abwasser? Diese Fragen beantwortet DAV-Hüttenexperte Xaver Wankerl im Video für euch. 

Müllvermeidung am Berg

Der beste Abfall ist immer noch kein Abfall!

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Der Sommer und die Bergsaison haben begonnen! Für die Hüttenwirtsleute bedeutet das nicht nur ihre eigenen Abfälle, sondern oft auch die der Gäste wieder mit ins Tal bringen. Für eine schöne Bergtour braucht es auch eine ordentliche Brotzeit! Wer sich nicht von der Gastronomie auf den Hütten verwöhnen lassen möchte, sondern gerne seine eigene Jause mitbringt, trägt nicht nur Gewicht sondern auch Verantwortung auf seinem Rücken.  

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Das Jubiläumsjahr ist auch der Start für die Kampagne #machseinfach Der DAV zeigt das ganze Jahr über, wie jeder Einzelne mit einfachen Mitteln einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten und selbst nachhaltig handeln kann. Oft reichen schon kleine Dinge. Unter dem #machseinfach werden Tipps und Tricks vorgestellt, die schnell und einfach umsetzbar sind und zum Mitmachen animieren sollen.

Brotzeit am Berg

Umweltfreundlich verpacken, genießen & entsorgen

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Pause! – Ganz egal, ob während des Anstiegs, am Gipfelkreuz oder erst etwas später, im Schutz einer Wiesenmulde oder einer Stadlwand. Ob ein kleiner Snack oder eine üppige Brotzeit; die Verpflegung, die wir aus unserem Rucksack holen, soll heute nicht nur einigermaßen unversehrt sein, sondern auch umweltfreundlich verpackt sein. Doch wie geht das?

Aktion "Saubere Berge"

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Die Kampagne „Saubere Berge“ betreibt der DAV zusammen mit seinem Partner "Versicherungskammer Bayern" für seine Hütten in den Alpen und Mittelgebirgen. In den Alpenvereinshütten wurden praktische – leuchtend rote - Abfalltütenspender montiert. Bei Bedarf können sich die Gäste hieraus eine Abfalltüte nehmen, um ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen - oder auch das ein oder andere Papier am Wegesrand einzustecken. Die Abfalltüten basieren auf Maisstärke und sind zu 100% kompostierbar.   Ziel der Aktion  „Saubere Berge“ ist es, die Bergsteiger für die eigenverantwortliche Müllvermeidung und -entsorgung zu sensibilisieren.     

Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten

Gütesiegel

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Der DAV will seinen Beitrag zu Schutz und Bewahrung von Natur und Umwelt leisten.     Der umweltgerechte und energieeffiziente Hüttenbetrieb ist hier besonders wichtig. Ein Anreiz, der Sektionen und Hüttenpächter stärker motiviert, besteht in der Verleihung des Umweltgütesiegels.