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Wasserversorgung unserer Alpenvereinshütten

Woher kommt das Wasser?

04.09.2019, 09:33 Uhr

Ein wunderschöner Ausblick, sattes Grün, Vogelgezwitscher und das Plätschern eines Baches im Hintergrund. Die perfekte Bergidylle. Wie aber kommt das plätschernde Nass fürs Kochen, Putzen, Waschen und natürlich zum Trinken auf unsere Hütten?

Viele würden nun sagen: „Aus einer Quelle, natürlich". Das stimmt nur bedingt, denn als Quelle können nur Wasserläufe bezeichnet werden, die mindestens 50 Tage unter der Erde fließen und dann wieder an die Oberfläche kommen. Für gewöhnlich, werden bei Hütten oberflächennahe Wasservorräte genutzt. Diese sind meist Niederschläge oder auch das Schmelzwasser der Gletscher. Die jeweilige Verfügbarkeit ist natürlich von der Höhenlage der Hütte abhängig.

 

Wie kommt das Wasser auf unsere Hütten?

Im Idealfall findet man Wasservorkommen oberhalb der Hütten. Dadurch kann es, ohne zusätzliche Hilfe von oben, nach unten zu den Wasserspeichern geleitet werden. Tritt das Wasser unterhalb der Hütte auf, muss es mit elektrischen Pumpen nach oben befördert werden. Danach wird es gespeichert und steht der Hütte zur Verfügung. Ein Beispiel ist die Neue Prager Hütte. Wenn ihr dazu genaueres wissen wollt, schaut euch das Video „Hüttentechnik- kurz erklärt" an.

 

Warum wird das Wasser manchmal knapp?

Durch den klimabedingten Rückgang der Gletscher in den Alpen, steht Jahr für Jahr immer weniger Wasser zur Verfügung. Vor allem die Hochalpinen Hütten haben unter diesen Veränderungen zu leiden.

 

Schnee und Eis sind die natürlichen Wasserspeicher für Berghütten und spielen somit eine wichtige Rolle in der Wasserversorgung. Schmelzen diese nun zu schnell oder zu wenig ab, wird es immer wichtiger künstliche Wasserspeicher zu errichten, denn kein Tropfen des transparenten Goldes soll verloren gehen.

 

Was passiert wenn das Wasser knapp wird?

Kurzfristig können Hüttenwirtsleute und hüttenbesitzende Sektionen schnell Maßnahmen ergreifen. Diese sind meistens zum Unmut der Hüttenbesucher, denn es handelt sich um Einsparungen. Das bedeutet: gnadenloses Wassereinsparungen, Waschräume sperren, Toiletten sperren und eventuell auf Trockentoiletten ausweichen. Natürlich helfen diese Methoden nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt.

 

Langfristig müssen neue Konzepte entwickelt und umgesetzt werden, damit die Hütten weiterhin bestehen können. Dazu zählt beispielsweise die Umstellung auf Trockentoiletten. Ist ein wichtiges Wasservorkommen versiegt, zieht das oftmals den kompletten Umbau der Hütte mit sich.

 

Welche Möglichkeiten gibt es Wasser zu sparen?

Die Hüttenwirtsleute haben den Wasserverbrauch oftmals schon sehr eingeschränkt. Dazu zählen Maßnahmen wie Duschmarken, Trockentoiletten oder weniger Spülwasser in den Toilettenbehältern.

 

Man bedenke nämlich, dass wenn wirklich kein Wasser mehr auf der Hütte vorhanden ist, dies mit dem Hubschrauber, der Materialseilbahn oder anderweitig vom Tal auf die Hütte transportiert werden muss.

 

Was kann ich tun um Wasser zu sparen?

Duschen kann während einer Hüttentour ruhig auch einmal „überbewertet“ werden. Denn wenn alle etwas „riechen“, merkt keiner mehr wer genau das ist.

Sich mit dem "Waschlappen" am Waschbecken zu waschen nach althergebrachter Methode (auch als "Katzenwäsche" bekannt) ist eine gute Möglichkeit, sich auch wieder frisch und sauber, nach einem anstregenden Tag in Bergen zu fühlen - und dabei noch Wasser zu sparen.

 

Und am liebsten trinken wir unser wertvolles Wasser immer noch, anstatt es den Abfluss hinunterspülen!

 

 

 

Hüttentechnik - kurz erklärt

Am Beispiel der Neuen Prager Hütte

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Woher kommt eigentlich der Strom? Wohin fließt das Abwasser? Wie funktioniert die Heizung? Und was passiert im Notfall? In diesem Video erklären wir kurz und bündig wie das alles auf einer Hütte in den Bergen funktioniert. Woher kommen Strom und Wasser? Und wohin fließt das Abwasser? Diese Fragen beantwortet DAV-Hüttenexperte Xaver Wankerl im Video für euch. 

Mülltransport am Berg

Was passiert mit dem Müll auf den Hütten?

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Im Tal gestaltet sich der Müllabtransport durch die Abfallwirtschaftsbetriebe um einiges leichter als in den luftigen Berghöhen. Leider machen sich nicht immer alle darüber Gedanken, was mit dem selbst mitgebrachten Müll passiert. Oft wird dieser in die vermeintlich bereitgestellten Mülleimer der Hütten geworfen. Müll ist auf den Hütten ein Problem. Warum? Ein regelmäßiger Abtransport, wie bei uns im Tal ist in den Höhen, die häufig nicht mit dem Fahrzeug erreichbar sind, kaum möglich. Deshalb heißt es: Platz machen und Müll lagern. Viele Alpenvereinshütten sind mit Müllpressen zur Komprimierung der Materialien ausgestattet, denn Platz ist Mangelware auf einer Hütte.   

Müllvermeidung am Berg

Der beste Abfall ist immer noch kein Abfall!

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Der Sommer und die Bergsaison haben begonnen! Für die Hüttenwirtsleute bedeutet das nicht nur ihre eigenen Abfälle, sondern oft auch die der Gäste wieder mit ins Tal bringen. Für eine schöne Bergtour braucht es auch eine ordentliche Brotzeit! Wer sich nicht von der Gastronomie auf den Hütten verwöhnen lassen möchte, sondern gerne seine eigene Jause mitbringt, trägt nicht nur Gewicht sondern auch Verantwortung auf seinem Rücken.