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Digitale Nachhol-Hauptversammlung 2020

14.06.2021, 13:44 Uhr

Am 11. und 12. Juni 2021 fand die aufgrund der Covid-19-Pandemie aus dem Herbst letzten Jahres verschobene Hauptversammlung 2020 des DAV statt - erstmals in der Geschichte des DAV als rein digitale Veranstaltung. Das technische und organisatorische Zentrum lag dabei in der neuen DAV-Bundesgeschäftsstelle in München. Die Delegierten der 202 zugeschalteten Sektionen behandelten eine Vielzahl von Themen mit teilweise mehreren Anträgen, die die Sektionen und der Verbandsrat des Bundesverbandes eingebracht hatten. Dabei wurden weitreichende Beschlüsse für den Verband gefasst. Herauszuheben sind die Entscheidung zum „Positionspapier E-Mountainbike“ und zur „Klimaschutzkonzeption“.

Positionspapier E-Mountainbike beschlossen

Die Entwicklung bei E-Mountainbikes ist rasant und wird auch im DAV seit einigen Jahren kontrovers diskutiert. Einerseits treibt der Verband sein generelles Engagement in Sachen Mountainbike - unter anderem im Projekt "Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft" voran, andererseits nimmt er seit der Hauptversammlung 2018 in Bielefeld eine kritische Haltung gegenüber E-Mountainbikes ein. Auf Sektionsantrag wurde die Thematik nochmals ausführlich diskutiert; die Delegierten sprachen sich nun für die Umsetzung eines Positionspapiers des Bundesverbandes aus, das bereits 2020 von einer Projektgruppe erarbeitet wurde. Im Kern geht es darum, der Dynamik dieser neuen Mobilitätsform gerecht zu werden. Das Positionspapier beschreibt Chancen und Nachteile und schlägt Lösungsansätze vor. Die kritische Sicht auf das E-MTB bleibt bestehen, gleichwohl wird ein Interessenausgleich der Beteiligten angestrebt. Insbesondere möchte der DAV über Aufklärung, Bildung und Kommunikation den Risiken, die durch eine gesteigerte Nutzung von E-MTBs entstehen, entgegenwirken. So sollen etwa die MTB-Trainer*innen über Fortbildungen und Zusatzqualifikationen befähigt werden, adäquat auf E-MTB-Nutzende in den Sektionen reagieren zu können. Damit bleibt den Sektionen die Chance und Aufgabe, den Umgang mit E-Mountainbikes auch individuell nach ihren Bedürfnissen und ihrem Umfeld gestalten zu können.

 

Information zum Klimaschutzkonzept

Auf der Jubiläumshauptversammlung 2019 in München hat sich der DAV zum Klimaschutz bekannt. Seitdem ist eine Projektgruppe intensiv damit beschäftigt, ein umfassendes Klimaschutzkonzept für den gesamten Verband zur erarbeiten. Der aktuelle Stand der bereits eingeleiteten Maßnahmen und des Konzepts sowie der weitere Prozess wurden der Hauptversammlung vorgestellt und mit einer überzeugenden Mehrheit von 91% bestätigt. Der finale Entwurf des Klimaschutzkonzepts soll auf der Hauptversammlung im Herbst 2021 präsentiert, diskutiert und beschlossen werden. Dass es der DAV ernst meint mit dem Klimaschutz, zeigt die Tatsache, dass derzeit eine Pilotphase mit 12 Sektionen läuft, die 2021 jeweils eine CO2-Bilanzierung vornehmen. Hierfür wird ein Bilanzierungs-Tool entwickelt, das ergänzt um einen Leitfaden ab 2022 allen Sektionen zur Verfügung stehen wird. Die Zustimmung der Sektionen bestätigt, dass der Klimaschutz in den kommenden Jahren eine der wesentlichen Aufgaben des DAV sein wird.

 

Finanzen und Situation aufgrund Covid-19

Um den Bundesverband trotz verschobener Hauptversammlung arbeitsfähig zu halten, waren die für 2021 finanzrelevanten Punkte „Voranschlag 2021“ und die „COVID-19 bedingte Streckung der Mehrjahresplanung 2020-2023“ von den Sektionen bereits Ende 2020 per Briefwahl beschlossen worden.

In seinem Bericht stellte DAV-Präsident Josef Klenner fest, dass die Covid-19-Pandemie im vergangenen Jahr und bis heute auch für den DAV dominierend war und ist. Trotz aller Schwierigkeiten während der mehrfachen Lockdowns konnte er jedoch konstatieren, dass der DAV dank der getroffenen Maßnahmen und staatlicher Unterstützungen die Pandemie bisher ganz gut gemeistert hat. Eine wichtige Rolle hierfür kommt auch dem laufenden Digitalisierungsprojekt alpenverein.digital zu, dessen Fortschritt die Umstellung auf digitale Kommunikation innerhalb des Verbandes deutlich erleichterte.

Schließlich konnten sich Präsidium und Verbandsrat über eine überzeugende Entlastung von 99,6% der abgegebenen Stimmen freuen.

 

Weitere Beschlüsse

Das Thema Werbung/Vermarktung beschäftigt die DAV-Hauptversammlung immer wieder, auch dieses Mal. Zur Debatte stand, inwieweit künftig Werbung auf der Website alpenverein.de ausgespielt werden soll. Eine Mehrheit von 88 % stimmte dem Antrag des Verbandsrates zu, der – neben Eigenwerbung und Werbung von Sponsoren und des Summit Club – auch direkt gebuchte Werbung von externen Unternehmen ermöglicht. Automatisch ausgespielte Werbeformen, deren Inhalte der Bundesgeschäftsstelle im Vorhinein nicht bekannt sind, wurden bereits Anfang 2021 abgeschaltet. Bezogen auf Werbeausfälle in DAV Panorama, die einer ausgeweiteten Ausschlussliste in Sachen Flug- und Kreuzfahrtreisen zuzuschreiben sind, befand eine Mehrheit von 67,5%, dass diese Ausfälle nicht über den seit 2021 eingezogenen Klimabeitrag ausgeglichen werden können. Damit wurde ein früherer Beschluss rückgängig gemacht. In Sachen Klimaschutz möchte der DAV eine klare Linie fahren.

 

Mit großer Mehrheit wurden auch die Beitragsstrukturen angepasst – eine Arbeitsgruppe legte einen Entwurf vor, der die sozialen Belange einiger gesellschaftlicher Gruppen stärker berücksichtigt. Desgleichen wurde beschlossen, den Service für Gäste auf DAV-Hütten zu verbessern. Hierzu ist allerdings noch eine Abstimmung mit dem ÖAV und dem AVS erforderlich.

 

Positiv beschieden wurden auch Anträge zur Förderung des Schwierigkeitskletterns im Fels und des Spitzenbergsteigens und die Anpassung der Förderrichtlinien für künstliche Kletteranlagen.

 

DAV Summit Club

Auch zur hundertprozentigen Tochtergesellschaft des DAV lagen einige Anträge vor. Als Bergsteigerschule und Reiseanbieter ist der DAV Summit Club seit einigen Jahren dabei, seine Aktivitäten nachhaltig zu entwickeln. Die Kosten für die hundertprozentige CO2-Kompensation aller Flugreisen werden künftig als explizite Kostenposition in die Kalkulation aufgenommen und nicht mehr teilweise über DAV-Mittel erbracht. Des Weiteren möchte der Summit Club sein Reiseangebot bis 2025 klimaneutral gestalten – eine CO2-Bilanzierung findet dieses Jahr statt. Damit soll der Summit Club in der Reisebranche auch als Vorbild wirken können. In diese Richtung zielen bereits die Zusammenarbeit mit dem WWF, neue Programme in Mittelgebirgen und der Schwerpunkt auf die Anreise mit Bus oder Bahn.

 

Personalia im Bundesverband

Für den Verbandsrat des Bundesverbandes standen einige Neuwahlen an: Als Regionenvertreter*innen wurden wiedergewählt Barbara Ernst (Landesverband Nord für Bergsteigen), Beppo Maltan (Südbayerischer Sektionentag) und Günther Manstorfer (Südbayerischer Sektionentag). Für die Rechnungsprüfung wurde Nikolaus Adora wiedergewählt.

 

Die Hauptversammlung 2021 wird Ende Oktober nach Möglichkeit als Präsenzveranstaltung in Friedrichshafen stattfinden. Dort sollen auch wieder Grußworte und Ehrungen ihren Platz finden – und der Austausch und persönliche Kontakt miteinander, der durchaus vermisst wurde.

 

Struktur des DAV

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Der Deutsche Alpenverein e.V. (DAV) besteht aus mehr als 350 rechtlich selbstständigen Vereinen, den Sektionen, und einer Stiftung. Gemeinsam bilden sie als Solidargemeinschaft den Bundesverband. Eine Mitgliedschaft im DAV ist nur über eine Mitgliedschaft in einer Sektion möglich. Der DAV verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke und ist gemeinnützig anerkannt. Der Vereinszweck ist der DAV-Satzung § 2 zu entnehmen. 

Der Deutsche Alpenverein e.V. stellt sich vor

Porträt

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Bereits im Jahre 1869 gründeten deutsche und österreicherische Bergsteiger den Deutschen Alpenverein als „bildungsbürgerlichen Bergsteigerverein". hr.first-paragraph-separator { display: none !important; }  

Hauptversammlung des DAV

Organe des DAV

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Das oberste Organ des DAV e.V. ist die Hauptversammlung. Sie berät und beschließt über die Anträge, über Grundsatzpapiere wie Satzung, Leitbild und Mehrjahresplanung, über die Finanzen des Verbandes und wählt die Mitglieder des Verbandsrates und des Präsidiums. Sie findet einmal jährlich (ordentlich) oder bei Bedarf (außerordentlich) an wechselnden Austragungsorten in Deutschland statt.