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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

30.10. bis 1.11.2020

29.10.2020, 14:58 Uhr

In den kommenden Tagen wird sich die Sonne mehr und mehr durchsetzen. Allerdings ist bei hoch gelegenen Tourenzielen unbedingt die aktuelle Schneelage zu berücksichtigen.

Tourenverhältnisse

Seit einigen Wochen wechseln sich Herbst und Winter auf den Gipfeln des Bayerischen Alpenrandes ab. Nachdem man am vergangenen, strahlenden Sonntag bis auf 1800 Meter schneefrei unterwegs sein konnte, fielen am Montag und Dienstag oberhalb 1000 Meter wieder bis zu 30 Zentimeter Neuschnee mit Schwerpunkt im Allgäu. Am heutigen Donnerstag stieg dann die Schneefallgrenze auf 1800 bis 2000 Meter an, wobei oberhalb davon bis zu 20 Zentimeter Schnee hinzu kommen können.


Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass südseitige Wanderungen bis etwa 1500 Meter wieder so gut wie schneefrei sind. Allerdings dürften viele Wegpassagen aufgrund des abschmelzenden Schnees und des Regens in den kommenden Tagen noch feucht und rutschig sein.


Oberhalb von etwa 1900 Metern muss man hingehen mit einer geschlossenen Schneedecke rechnen. Auch die Latschenzonen sind verbreitet eingeschneit, wodurch deren Durchquerung aufgrund hinunter gedrückter Äste oft erschwert ist und die Kleidung entsprechend schnell nass wird.



Auch am Alpenhauptkamm fiel zu Wochenanfang einiges an Schnee, wodurch die Lawinengefahr in der Schweiz auf Stufe drei anstieg und im Obernbergtal (Stubaier Alpen) eine Straße auf einer Länge von 30 Metern bis zu 1,5 Meter hoch verschüttet wurde. In den Ötzaler Alpen liegen bereits bis zu 150 Zentimeter Schnee (Wetterstation Gamoarbach, 2581 m).


Dementsprechend wurden bereits einige vielversprechende Skitouren-Einträge unter anderem rund um den Bernina-Pass und bei Sulden gepostet. Hierbei ist weiterhin darauf hinzuweisen, dass Blockgelände sowie Spaltenzonen meistens noch nicht ausreichend eingeschneit sind.

 

Wochenendwetter

Am Freitag setzt sich in den Ostalpen von Westen her Hochdruckeinfluss durch, während es östlich der Dachsteinregion noch unbeständig bleibt. Von den Dolomiten westwärts scheint bereits morgens die Sonne, nur hohe Schleierwolken dämpfen das Sonnenlicht etwas. Auch im Nordwesten lockern die Wolken in der ersten Tageshälfte auf. Trüb und regnerisch (Schneefallgrenze um 1700 m) zeigt sich das Bergwetter dagegen noch im Nordosten, die Schauer klingen hier erst am Nachmittag oder Abend ab.


Am Samstag setzt sich das Hochdruckwetter auch in den östlichen Regionen der Ostalpen durch. Der Wind wird im Vergleich zu den Vortagen schwächer. Somit herrschen sehr gute herbstliche Wetterverhältnisse. Über manchen Tälern kann Hochnebel liegen. In hohen Luftschichten ziehen dünne Schleierwolken durch, die die Sonne und die Sicht aber nicht beeinträchtigen. Mit einer Nullgradgrenze von etwa 4000 Meter im Westen und 3500 Meter im Osten ist es recht mild.


Am Sonntag herrscht vor allem zwischen den Julischen Alpen und der Rax-Schneeberg-Region bis Mittag noch sonniges, windschwaches Bergwetter. Von der Schweiz aus verdichten sich die Wolken und erreichen bis Mittag das Dachseinmassiv und die Karnischen Alpen. Höhere Gipfel geraten nach und nach in Nebel, abends dann auch die östlichen und südöstlichen Regionen.
 

 

Fazit

Wer bereits morgen eine Bergtour unternehmen möchte, sollte sich vom Wetter her in Richtung Allgäuer Alpen begeben. Am Samstag herrscht dann so gut wie überall sonniges Wanderwetter, wobei man eher südseitige Anstieg mit Gipfelhöhen bis etwa 1600 Meter anvisieren sollte. Wir empfehlen als Tour der Woche eine gerade im Herbst besonders schöne Rundwanderung in der Schwäbischen Alb.


Auch der Sonntag ist für Bergtouren gut geeignet, wobei man sich dann besser in Richtung Osten orientiert, wo wohl länger die Sonne scheint. Da viele Wegpassagen feucht sein können, sollte man Teleskopstöcke mit dabei haben und auch eine Stirnlampe ist aufgrund der kurzen Tageslicht Länge im Spätherbst immer eine gute Idee.

 

Von Ski(hoch)touren am Alpenhauptkamm ist derzeit eher noch abzuraten, zumal sowohl die Schweiz als auch Österreich derzeit als Corona Risikogebiete eingestuft sind.

 

Tour der Woche: Rundwanderung um Blaubeuren

Tour zum 30.10. bis 1.11.2020

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Für das kommende Wochenende empfehlen wir eine sehr abwechslungsreiche Rundwanderung rund um Blaubeuren, die vom Wetter her sowohl am Samstag als auch am Sonntag gut machbar ist (siehe Bergbericht). Allerdings muss man vor allem am Samstag noch mit feuchten Wegverhältnissen rechnen.   Auf dem Weg kommt man an den tollen Kalkformationen des Achtaler Fels und der Felsenbank, am schönen Aussichtspunkt der Ruine Günzelburg und natürlich auch am Blautopf vorbei, welcher übrigens die zweit-wasserreichste Karstquelle Deutschlands darstellt. Wem die gesamte Rundwanderung zu lang ist, kann die zweite Schleife zu Rusenschloss und Knoblauchfels auch weglassen und vom Blautopf aus wieder direkt den Bahnhof Blaubeuren ansteuern.