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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

9. bis 11. Oktober 2020

08.10.2020, 14:44 Uhr

Der Mittwoch brachte in Höhenlagen ab 1700 bis 1800 Metern Neuschnee, wobei die Mengen eher gering ausfielen. Am Wochenende wird jedoch wohl bis in tiefe Lagen weiteres Weiß hinzukommen.

Tourenverhältnisse

Gestern gab es in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm immer wieder Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze bis auf 1600 m hinab sank. Im Allgäu hat es wieder einmal am meisten geschneit, wo die Messstation am Nebelhorn (2224 m) einen Zuwachs von 8 cm verzeichnet, was eine (für Oktober doch recht beträchtliche) Gesamtschneehöhe von 48 cm ergibt.
Weiter im Osten fiel weniger Schnee. Dort ist beispielsweise der Osterfelderkopf (2057 m) nur weiß überzuckert.
Das gleiche gilt für den Alpenhauptkamm. Allerdings ist dort zu berücksichtigen, dass sich oberhalb von etwa 2500 m, wo sich der Schnee von vor zwei Wochen halten konnte die Schneelage noch etwas weiter erhöht hat. So herrschen auf den Gletschern schon ziemlich winterliche Verhältnisse.
Heute und morgen wird mit Sonneneinstrahlung der Neuschnee unterhalb von 2000 m schnell wieder abschmelzen. Allerdings muss man sich dort dann auf feuchte und ggf. matschige Wege einstellen. Zudem kommt am Samstag weiterer Niederschlag bei sinkender Schneefallgrenze hinzu.

 

Wochenendwetter

Der Freitag bringt in den Ostalpen sonniges Wetter. Im Tagesverlauf ziehen ausgedehnte höhere Wolkenfelder durch, die die Sonne auch verdecken können. Am Alpenostrand und an der Alpensüdseite bleibt der sonnige Wettercharakter dominant.
Am Samstag bringt eine Kaltfront aus Nordwesten eine nachhaltige Verschlechterung. Die Störung erfasst ab den Morgenstunden aus Nordwesten die Ostschweiz und die Arlberg Region und breitet sich bis Mittag auf weite Teile der Nord- und Zentralalpen aus, begleitet von Nebel und Niederschlägen und Abkühlung. Am Alpenostrand sowie an der Alpensüdseite gibt es zuerst noch einige Sonnenstunden, ehe auch dort nachmittags und abends Störungseinfluß mit Niederschlag einsetzt. Der Wind aus West bis Nordwest frischt deutlich auf. Die Schneefallgrenze sinkt im Norden in der Nacht auf Sonntag bis etwa 1100 m ab. An der Alpensüdseite liegt sie ca. 500m höher.
Der Tiefdruckeinfluss bleibt auch am Sonntag erhalten. Die Schneefallgrenze liegt bei 1200-1000 m herunter, in den Nordalpen teils unter 800 m. In den Hochlagen können bis Sonntag Abend etwa 30 bis 50cm Schnee zusammenkommen. Im äußersten Westen (Ostschweiz und Vorarlberg) beruhigt sich das Wetter. Es ist dort mit dichteren Restwolken und Schauern aber auch etwas Sonne zu rechnen.
In den Westalpen sind die Wetteraussichten besser: Hier ist am Samstag der Süden, insbesondere die Seealpen wetterbegünstigt. Am Sonntag ist in den Westalpen überall mit deutlich mehr Sonne zu rechnen als in den Ostalpen.
 

 

Fazit

Vom Wetter und den Wegeverhältnissen her sollte man wenn möglich gleich den morgigen Freitag nutzen. Wer am Samstag oder Sonntag unterwegs ist, muss sich auf durchwachsenes Wetter mit winterlichen Verhältnissen einstellen und sollte daher niedrige Gipfelziele am Alpenrand ansteuern. Teleskopstöcke, gut imprägnierte Bergwanderschuhe mit gutem Profil und wegen der tiefen Temperaturen warme Kleidung muss man unbedingt mit dabei haben.
Wir empfehlen als Tour der Woche daher eine mit Sicherheit noch schneefreie und landschaftlich sehr beeindruckende Rundwanderung in der Fränkischen Alb, die zudem gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.
Für eine letzte Hochtour oder gar eine alpine Mehrseillängentour sind die Wochenendverhältnisse zumindest in den Ostalpen jedenfalls nicht geeignet.
Und wer schließlich auf der Suche nach drei Tagen Sonne ist, wird (von der Anfahrt her) am schnellsten am südlichen Schweizer Alpenrand fündig.

 

Tour der Woche: Rundwanderung im Hirschbachtal

Tour zum 9. bis 11. Oktober 2020

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Als Tour der Woche empfehlen wir eine landschaftlich großartige Rundwanderung in der Fränkischen Alb, die man vom Wetter her am besten am Sonntag unternimmt (siehe Bergwetter Fränkische Alb) und die im Gegegensatz zu den Alpengipfeln mit Sicherheit schneefrei bleiben wird (siehe Bergbericht). Auch wenn dieses mal keine hohen Gipfel bestiegen werden, braucht man für die ausgedehnte Unternehmung schon etwas Kondition und gute Trittsicherheit. Auf dem langen Rundweg kommt man an beeindruckenden Höhlen und hochaufragenden Felsen vorbei, die aus den Kalkablagerungen der Riffe eines subtropischen Jurameeres entstanden sind. An- und Abreise mit ÖPNV Zu jeder Tour der Woche zeigen wir euch im Detail, wie ihr am Wochenende mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abreisen könnt! Am besten nimmt man vom Nürnberger Hbf. aus am Sonntag um 9:43 h den Regionalexpress nach Weiden und steigt um 10:10 h in Etzelwang aus. Von dort fährt um 10:25 h der Bus 99 (Richtung Königstein) ab und erreicht zehn Minuten später Hirschbach.   Zurück in Richtung Nürnberg geht es dann ebenfalls mit Umsteigen in Etzelwang entweder (wenn man sehr schnell ist) um 15:26 h (Bus 47) oder (wenn man es ganz gemütlich angeht und nach der Tour vielleicht in Hirschbach noch einkehrt) um 18:30 h (Bus 99).