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Bergbericht: So wird´s am Wochenende

25. bis 27. September 2020

24.09.2020, 14:59 Uhr

Das erste kalendarische Herbstwochenende bringt dem Hochgebirge einen satten Wintereinbruch. Wenn am Sonntag die Niederschläge dann aufgehört haben, sollte man eher tiefer gelegene Tourenziele ins Auge fassen.

Tourenverhältnisse

Während am letzten Wochenende noch perfekte Berg-Bedingungen herrschten – so waren beispielsweise auch hoch gelegene Klettertouren wie auf den Acherkogel (3007 m/Stubaier Alpen) komplett trocken und schneefrei - stehen die Zeichen zumindest im Hochgebirge jetzt auf Winter.
Es wird sich oberhalb von etwa 1700 m sehr wahrscheinlich eine geschlossene Schneedecke ausbilden. Weiter unten ist Schneematsch, bzw. sind stark durchfeuchtete Wegverhältnisse zu erwarten. Im Hochtourengelände des Alpenhauptkamms werden die Gletscher und natürlich auch die Felsgrate einigen Neuschnee abbekommen.
Von dem Wintereinbruch im Hochgebirge verschont bleibt in den Ostalpen hingegen der südliche Alpenrand, sowie in den Westalpen die Französischen und Italienischen Seealpen … was zu den Wetteraussichten überleitet.

 

Wochenendwetter

Am Freitag bringt eine Kaltfront einen Wetter- und Temperatursturz, begleitet von starkem bis stürmischem Wind, im Süden und im Osten sind kräftige Gewitter dabei. Kräftiger Regen, später Schneefall breitet sich auf die gesamten Ostalpen aus. Mit der Winddrehung auf Nordwest wird es kalt und die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite auf ca. 1500 Meter ab, im Osten und an der Alpensüdseite bleibt sie noch etwas höher. In Summe sind bis Samstagfrüh oberhalb von etwa 2000m 20 bis 40 cm Neuschnee zu erwarten, der Schwerpunkt liegt im Hochgebirge der Nordstaulagen.
Am Samstag ist es vor allem entlang der Alpennordseite weiterhin unbeständig und kalt, die Berge stecken im Nebel und es ziehen bei einer Schneefallgrenze von ca. 1200m weitere Schauer durch. An der Alpensüdseite mit Nordwind überwiegend sonnig, aber weiterhin sehr windig und kühl. Die Nacht auf Sonntag bringt dann überall eine Wetterberuhigung.
Am Sonntag bleibt es mit Tiefdruckeinfluss unbeständig, allerdings zeigt sich das Bergwetter freundlicher als zuvor. Vor allem in den Nordalpen halten sich noch dichte Wolken, es lockert nur zögerlich auf. Im Süden und im Osten gehen sich hingegen einige Sonnenstunden aus, hier steigt am Nachmittag aber die Schauerneigung wieder leicht an. Am Alpennordrand weht lebhafter und kühler Westwind.
Die Verhältnisse sind in den Westalpen ähnlich, mit dem Unterschied, dass dort bis zu 60 cm Neuschnee möglich sind. Auch dort wird der Süden bereits am Samstag wetterbegünstigt sein.

Update 25.9.: Das SLF in Davos geht davon aus, dass bis Samstagabend oberhalb von etwa 2500 m im westlichsten Unterwallis und am Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis zu den Glarner Alpen sogar 70 bis 100 cm Neuschnee zu erwarten sind.

 

Fazit

Freitag und Samstag taugen in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm kaum für eine Bergtour. Am Sonntag kann man sehr wohl eine Wanderung am Alpenrand unternehmen, sollte aber möglichst niedrige Gipfelhöhen ansteuern. Bereits oberhalb von 1300 Metern dürfte man mit Schnee zumindest in Kontakt kommen.
Wem das nichts ausmacht und wer vielleicht sogar schon mit einer ersten Schneeschuhtour liebäugelt, muss bedenken, dass gerade in der Latschen Zone (also dort wo bereits mehr Schnee gefallen ist) Wege durch (von der Schneelast) niedergedrückten Äste schwer zu begehen sind. Zudem muss angesichts des noch nicht gesetzten Schnees damit rechnen, dass man auch mit Schneeschuhen in Hohlräume einbricht.
Wir empfehlen daher für den Sonntag als Tour der Woche den Hohen Peißenberg. Seine Überschreitung ist bestimmt schneefrei und zudem ideal mit dem Zug zu erreichen.
Wer schließlich fürs kommende Wochenende eine letzte Hochtour am Alpenhauptkamm ins Auge gefasst hat, sollte besser umplanen, da die Verhältnisse dafür alles andere als ideal sind. Schließlich dürfte ganz weit oben auch die Lawinengefahr ansteigen.
Als Alternative bietet sich vielleicht ein verlängertes Sportkletter- oder Wanderwochenende am südlichen Alpenrand an, wo beispielsweise rund um den Gardasee zumindest ab Samstag die Sonne scheinen wird.

 

Tour der Woche: Über den Hohen Peißenberg

Tour zum 25. - 27. September 2020

Mehr erfahren
Da am Freitag und Samstag im Hochgebirge ein echter Wintereinbruch zu erwarten ist (siehe Bergbericht), empfehlen wir als Tour der Woche eine Wanderung am Oberbayerischen Alpenrand. Die Überschreitung des Hohen Peißenbergs vom Bahnhof Peißenberg zum Bahnhof Hohenpeißenberg unternimmt man am besten am wohl regenfreien Sonntag. Mit etwas Glück bietet sich von dem knapp 1000 Meter hohen Berg dann ein schöner Ausblick auf die bereits verschneiten Gipfel der Ammergauer Alpen und des Wettersteingebirges. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil benötigt man wegen der wohl nassen Wege auch für diese vergleichsweise leichte Voralpen Tour. Und wegen der kühlen Temperaturen ist zudem auf ausreichend warme Kleidung zu achten. An- und Abreise mit ÖPNV Jetzt neu: Zu jeder Tour der Woche zeigen wir euch im Detail, wie ihr am Wochenende mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abreisen könnt! Von München Hbf. gelangt man stündlich (9:32 h, 10:32 h, 11:32 h, etc.) in weniger als einer Stunde und mit Umsteigen in Weilheim zum Bahnhof Peißenberg. Die Rückfahrt vom Bhf. Hohenpeißenberg erfolgt dann ebenfalls stündlich und immer um "17 nach", wobei wieder in Weilheim umgestiegen wird.