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Bergbericht – So wird’s am Wochenende

24. bis 26. Januar 2020

23.01.2020, 14:44 Uhr

Auch wenn der Neuschnee vom letzten Wochenende die Schneelage am Alpenrand nicht durchgreifend verbessert hat, machte er schöne Pulverschnee Abfahrten möglich. Allerdings muss man jetzt ganz besonders auf versteckte Felsen aufpassen.

Schneesituation

Nach wie vor sind die Schneehöhen in den Nordalpen unterdurchschnittlich. Am Alpenhauptkamm (wo bereits im November viel Schnee gefallen ist) entsprechen sie, wie beispielsweise verbreitet in der Schweiz immerhin dem langjährigen Mittelwert für Ende Januar.
Dort wo am Alpenrand bereits eine Schneeunterlage vorhanden war (meist ab 1200 m) sorgten die etwa 10 bis maximal 20 cm Neuschnee zu Wochenbeginn für sehr guten Powder. Hier sind Skitouren nach wie vor dann möglich, wenn sie an hohen Ausgangspunkten beginnen oder die Tour (wenn tiefer gelegen) zu Beginn auf Forststraßen verläuft. Diese sind nun auch nicht mehr eisig, wie vor den Schneefällen.
Auch am Alpenhauptkamm hat es am Wochenende bis zu 25 cm Neuschnee gegeben. Deswegen muss man im Blockgelände derzeit besonders gut aufpassen. Waren aus dem Schnee heraus ragende Felsen bis zum Samstag noch gut zu sehen, sind sie jetzt oft von einer pulvrigen Neuschneeauflage verdeckt, was zu gefährlichen Unfällen führen kann. Hier ist Vorsicht bei der Abfahrt geboten.

 

Lawinensituation

Für den gesamten deutschsprachigen Alpenraum (Schweiz, Vorarlberg, Deutsche Alpen, Tirol, Südtirol, Steiermark, Kärnten und das Bundesland Salzburg) wurde für Donnerstag mit Stufe Zwei maximal eine mäßige Lawinengefahr ausgegeben.
In den Hochlagen stellt der Triebschnee der letzten Tage das Hauptproblem dar. Örtliche Gefahrenstellen sind im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Ost sowie in eingewehten Rinnen und Mulden anzutreffen. Hier ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung, z. B. durch eine Skifahrergruppe ohne Abstände, die Auslösung mittelgroßer Schneebretter möglich.
In mittleren Lagen ist weiterhin die Selbstauslösung mittelgroßer Gleitschneelawinen möglich. Vor allem an ehemals ausgeaperten, glatten und steilen Wiesenhängen kann die Schneedecke am Boden abrutschen. Mit Sonne und frühlingshaften Temperaturen sind zudem aus felsdurchsetzten, eingewehten Steilflächen höherer Lagen kleinere Lockerschneelawinen möglich.
An diesen insgesamt günstigen Lawinenverhältnissen wird sich in den kommenden Tagen nicht viel ändern.

 

Wochenendwetter

Am Freitag dominiert in den Ostalpen die Sonne bei einem Anstieg der Nullgradgrenze gegen 2400m. Im Südwesten machen sich in der zweiten Tageshälfte einige Schleierwolken bemerkbar. Am Hauptkamm kommt in Föhnschneisen lebhafter Wind auf. Bereits in der Nacht zum Samstag werden die Wolken südlich des Alpenhauptkammes dichter und zwischen Dolomiten und den Julischen Alpen kann es über Nacht leicht und unergiebig schneien. Tagsüber breiten sich die Wolken nach Norden aus. Die Wolkenbasis liegt aber voraussichtlich über den meisten Gipfeln, nur die Dreitausender können zeitweise eingenebelt sein. Die freundlichsten Bedingungen gehen sich wahrscheinlich zwischen dem Gesäuse und dem Wienerwald aus. Die Neuschneemengen bleiben sehr gering und sind zu vernachlässigen. Rückgang der Temperaturen in allen Höhen.
Der Sonntag verläuft unbeständig und stark bewölkt, und es gibt unergiebiger Schneefall an der Alpennordseite. Am meisten Sonne und weitgehend trockene Bedingungen dürften sich in der Ecke zwischen den Livigno Alpen, dem Ortler-Massiv und den Gardaseebergen ausgehen. Aber auch am Ötztaler Hauptkamm und im Engadin kommt tagsüber die Sonne durch die Wolken.
In den Westalpen verläuft bereits der Freitag im Südwesten wolkenreicher. Der Samstag wird ähnlich unbeständig. Dafür dürfte der Sonntag sonniger ausfallen als in den Ostalpen.
 

 

Fazit

Wer kann, sollte vom Wetter her gleich den morgigen Freitag nutzen. Aber auch der Samstag verspricht in den Nordalpen recht ordentliche Verhältnisse. In den schneearmen Bayerischen Alpen sind nach wie vor Schneeschuhwanderungen die beste Wahl, um unabhängig von der Schneelage draußen unterwegs zu sein.
Als eine gut mit der Bahn zu erreichende Tagestour, welche derzeit ausreichend Schnee hat, empfehlen wir als Tour der Woche die Besteigung der Kuhlochspitze (Karwendelgebirge) vom Bhf. Gießenbach.
Auch für ein Tourenwochenende am Alpenhauptkamm sind die kommenden Tage geeignet. Wegen des Wolken reichen Wetters ist es dort wohl am besten, von Tälern aus Tagestouren zu unternehmen. Ideale Möglichkeiten mit netten Unterkünften hierfür bieten beispielsweise Destinationen wie Safiental und Juf (Schweiz), das Langtauferer Tal (Südtirol) oder Obernbergtal und Schmirntal (Tirol).

 

Tour der Woche: Kuhlochspitze

Tour zum 24. bis 26. Januar 2020

Mehr erfahren
Die anspruchsvolle Skitour auf die Kuhlochspitze im Karwendelgebirge ist ideal mit der Bahn zu erreichen. Denn den Ausgangspunkt Bhf. Gießenbach erreicht man von München Hbf. ohne Umsteigen in gerade einmal 2:15 Std.    Die Tour selbst, die man vom Wetter her am besten am Freitag oder Samstag unternimmt (siehe Bergbericht), verläuft zunächst durch ein langes Tal, bevor steile Nordhänge zur Kuhlochscharte herauf führen.   Der Gipfelanstieg erfolgt dann zu Fuß und erfordert gute Trittsicherheit und auch etwas Schwindelfreiheit. Wem das zu heikel ist, kann aber auch die Scharte als Umkehrpunkt wählen, da sie bereits sehr schöne Ausblicke in Richtung Inntal und zum Alpenhauptkamm bietet.   Gerade jetzt wäre es wieder interessant für die Touren-Community, welche Bedingungen Sie vorgefunden haben. Lassen Sie die Community daran teilhaben und posten Sie eine aktuelle Bedingung – am besten direkt zur Tour. Dauert nicht lange und viele Tourenfreunde freuen sich über die Information!