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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

26. bis 28. April 2019

25.04.2019, 10:38 Uhr

Dem traumhaften Frühlingswetter setzt eine markante Kaltfront am Freitag ein jähes Ende. In höheren Lagen wird die Altschneedecke daher noch einmal Zuwachs bekommen.

Lawinensituation

Während in Deutschland und Vorarlberg für Donnerstag eine maximal mäßige Lawinengefahr ausgegeben wurde, stieg diese im Großteil der Schweiz, in Tirol, Südtirol und im Bundesland Salzburg auf Stufe drei an. Das Hauptproblem stellt in Zusammenhang mit den noch milden Temperaturen überall die Selbstauslösung von Gleitschneelawinen dar. Diese sind in allen Expositionen und zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Zudem lösen sich aus extrem steilen felsigen Bereichen höherer Lagen nasse Lockerschneelawinen von selbst. Diese können bei den warmen Temperaturen und mit Sonneneinstrahlung bereits am Vormittag abgehen.

 

Zudem müssen am Alpenhauptkamm Triebschneeansammlungen beachtet werden, vor allem in den Hauptniederschlagsgebieten (wie den Ötztaler Alpen) an sehr steilen Schattenhängen oberhalb von rund 2600 Metern. Je nach Neuschnee und Wind steigt die Gefahr trockener Lawinen am Freitag in höheren Lagen zum Wochenende hin leicht an.

 

Schneesituation

Langsam aber sicher zieht sich der schneereiche Winter auch aus aus den Bergen zurück. So sind die Berghänge laut Bayerischem Lawinenlagebericht sonnseitig bis etwa 1700 Meter aper, schattseitig bis etwa 1200 Meter. In schattigen Rinnen und Mulden liegt der Schnee aber auch in den Voralpen teils noch meterhoch.

 

Am Alpenhauptkamm findet man wie zum Beispiel im Taschachtal (Ötztaler Alpen) noch überdurchschnittlich viel Schnee an. Auch in der Schweiz kann man zum Beispiel im Oberengadin nordseitig Touren oft noch von Tal aus mit Ski angehen. Die fürs Frühjahr typische Abhängigkeit von der Exposition wird auch im Hinterrheintal sehr gut deutlich, wo man für das nordseitige Mittagshorn am 1450 Meter hohen Splügen anfellen kann, während man für das südseitige Bärenhorn beim höheren Nufenen die Ski bestimmt auf 1800 Meter hinauf tragen muss.

 

In den kommenden Tagen dürfte die Altschneedecke bis in mittelhohe Lagen noch einmal etwas anwachsen, was uns zu den Wetteraussichten bringt.

 

Wochenendwetter

Im Norden der Ostalpen weht Freitag Vormittag noch stürmischer Südföhn, dieser wird aber von Westen her von der Kaltfront beendet. Diese bringt im Westen kompakte Wolken und kräftige Niederschläge. Die Schneefallgrenze sinkt gegen 1200 Meter. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 1600 und 3100 Meter. Bis Samstagfrüh werden 15 bis 25 Zentimeter Neuschnee, von der Bernina bis zum Tiroler Hauptkamm teils über 40 Zentimeter Neuschnee erwartet.

 

Der Samstag gestaltet sich im Süden tagsüber recht freundlich mit zeitweiligem Sonnenschein. Im Norden lassen dichte Wolken nur vormittags etwas Sonne zu, außerdem gehen immer wieder Schauer nieder. Die Schneefallgrenze liegt bei 1500 Meter. Der Sonntag gestaltet sich voraussichtlich überall verbreitet trüb mit Niederschlägen und Neuschnee ab etwa 1200 Meter, eventuell auch tiefer. Trocken mit Auflockerungen am ehesten nach Südwesten.

 

Auch in den Westalpen sind die Wetterprognosen mehr als durchwachsen. Dort werden vom Gran Paradiso bis zur Grimselregion sogar bis zu 60 Zentimeter Neuschnee erwartet!

 

Fazit

Passionierte Skitourengeher könnten sich zwar auf Neuschnee bei hoch gelegenen Ausgangspunkten freuen, doch das Wetter eignet sich wohl nicht für ein (der Jahreszeit entsprechendes) Skihochtouren-Wochenende. Zudem muss man sich unbedingt auf einen Anstieg der Lawinengefahr im jeweilige Gebiet gefasst machen.

 

Wenn man hingegen bereits Bergwandern möchte, sollte man sich südseitige Ziele bis maximal 1500 Meter am Alpenrand aussuchen und muss aber auch hierbei in schattigen Lagen mit Altschnee rechnen. Wer kann, sollte hierfür gleich den morgigen Freitagvormittag nutzen. Ansonsten muss man das ganze Wochenende über mit Schauern rechnen und sich entsprechend ausrüsten. Am Sonntag könnte es sogar unterhalb von 1500 Metern einen leichten Schneeüberzug geben.

 

Wer in Sachen Schneelage hingegen auf Nummer sicher gehen möchte, ist deswegen in den deutschen Mittelgebirgen genau richtig. Wir empfehlen daher heute ausnahmsweise keine Bergtour in den Alpen, sondern in der Sächsischen Schweiz und beginnen damit ein (auch für die Tour der Woche) besonderes Bergwander-Jahr: Zum 150-jährigen Bestehen des Deutschen Alpenvereins werden in den kommenden Monaten an dieser Stelle sehr empfehlenswerte Ziele aus dem neuen "DAV Jubiläumstourenbuch" vorgestellt, die (wie üblich) ideal für die aktuellen Tourenverhältnisse geeignet sind.

 

Tour der Woche: Wachberg und Weifberg

Tour zum 26. bis 28. April 2019

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Da in den Alpen nicht nur im Hochgebirge oft noch zu viel Schnee zum Bergwandern liegt und das Wetter dort in den kommenden Tagen eher durchwachsen sein wird (siehe Bergbericht), empfehlen wir eine schöne Rundwanderung in der Sächsischen Schweiz und beginnen damit eine ganz besondere "Tour der Woche"-Reihe: Zum 150-jährigen Bestehen des Deutschen Alpenvereins werden in den kommenden Monaten an dieser Stelle sehr empfehlenswerte Ziele aus dem neuen "DAV Jubiläumstourenbuch" vorgestellt, die (wie üblich) für die aktuellen Tourenverhältnisse geeignet sind.  In alpenvereinaktiv.com sind diese Touren in der Liste "150 Jubiläumstouren" zusammengefasst.   Da nach Regenfällen am Samstag die Wege in der Sächischen Schweiz nass sein dürften, empfehlen wir für den wieder sonnigeren Sonntag daher keine Tour über die teils spektakulären "Stiegen", sondern eine leichtere Rundwanderung, die von der Saupsdorfer Hütte aus zu den schönen Aussichtsgipfeln Wachberg und Weifberg führt, von wo sich tolle Ausblicke unter anderem auf die markanten Schrammsteine bieten.   Gerade jetzt wäre es wieder interessant für die Touren-Community, welche Bedingungen Sie vorgefunden haben. Lassen Sie die Community daran teilhaben und posten Sie eine aktuelle Bedingung – am besten direkt zur Tour. Dauert nicht lange und viele Tourenfreunde freuen sich über die Information!