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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

15. bis 17. Februar 2019

14.02.2019, 09:57 Uhr

Eine hohe Schneelage und viel, viel Sonne … das kommende Wochenende schaut in Sachen Skitouren sehr vielversprechend aus. Allerdings muss man sich wegen der hohen Temperaturen gut überlegen, wo und wann man unterwegs ist.

Lawinensituation

Fast im gesamten deutschsprachigen Alpenraum (Schweiz, Vorarlberg, Deutscher Alpenraum, Tirol) herrschte am Donnerstag eine mäßige Lawinengefahr. Hier stellen in tiefen und mittleren Lagen Gleitschneelawinen das Hauptproblem dar. Diese rutschen besonders an noch nicht entladenen steilen Wiesenhängen und glatten Waldschneisen am Boden ab. Lawinenauslösungen sind in allen Expositionen und zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Zudem können ältere Triebschneeansammlungen örtlich vom einzelnen Skifahrer als mittelgroße Schneebrettlawine ausgelöst werden. Gefahrenstellen befinden sich in den Hochlagen bei der Einfahrt zu triebschneebeladenen Steilhängen, hinter Hangkanten sowie am Übergang zu eingewehten Rinnen und Mulden.
Am Südtiroler Alpenhauptkamm sowie in weiten Teilen der Hohen Tauern wurde für Donnerstag jedoch eine erhebliche Lawinengefahr ausgegeben. Dort können Triebschneeansammlungen der letzten zwei Tage noch an allen Expositionen leicht ausgelöst werden.
In den nächsten Tagen wird sich die Triebschneegefahr weiter entspannen, während die Gefahr von Gleitschneelawinen vor allem auf sonnenbeschienen Hängen wegen der hohen Temperaturen kritisch bleiben wird.

 

Schneesituation

Weiterhin sind die Schneehöhen in den Nordalpen überdurchschnittlich. So werden z.B. in den Appenzeller und Berner Alpen mehr als 170 Prozent des langjährigen Februarwertes gemessen.
Die etwa 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee vom Wochenanfang liegen auf einer harten Altschneedecke. Nicht selten ist der Neuschnee aber auch abgeweht, bzw. windgepresst, weswegen man guten Pulver oberhalb der Waldgrenze vor allem im geschützen Mulden, sowie weiter unten im Waldbereich vorfindet.
Nordseitig wird sich der Pulverschnee wohl noch etwas halten, während die Schneedecke an sonnenbeschienenenen Hängen aufgrund der hohen Temperaturen zunehmend feucht wird. Je nachdem ob die Nächte klar werden oder nicht, könnten sich an Südhängen in den kommenden Tagen bereits Firnverhältnisse einstellen

 

Wochenendwetter

In den Ostalpen stellt sich am Freitag sonniges Wetter ein. Der Nordostwind bläst nur noch teilweise lebhaft bis kräftig, von Westen her lässt er deutlich nach. Die Nullgradgrenze liegt sehr hoch und zwar zwischen 2600 und 3300 m!

Auch am Samstag und Sonntag herrscht im gesamten Ostalpenraum sonniges Wetter vor. Am Samstag sind noch ein paar dünne hohe Federwolken möglich. Der Sonntag verläuft in den meisten Regionen völlig wolkenlos. Es ist anhaltend sehr mild und meist nur mehr schwach windig.

Auch die Westalpen herrscht in den kommenden Tagen sonniges und mildes Hochdruckwetter vor.

 

Fazit

Das gesamte Wochenende verspricht strahlendes Bergwetter. Allerdings sollte man wegen der hohen Temperaturen möglichst hoch gelegene und eher nordseitige Ziele bei Tagestouren am Alpenrand anvisieren. An solchen Touren sollte auch die Gefahr von Gleitschneelawinen geringer sein.
Da die nächtliche Abstrahlung gut sein dürfte, könnten sich zum Samstag hin auf Südseiten durchaus Firnverhältnisse einstellen, wobei man angesichts der hohen Temperaturen wohl ziemlich früh abfahren muss, um den idealen Firn zu erwischen.
Und da endlich einmal über das gesamte Wochenende stabiles Hochdruckwetter zu erwarten ist, bietet sich eine zwei- oder dreitägige Unternehmung am Alpenhauptkamm an. Wie zum Beispiel unsere Tour der Woche, die vom Sellraintal aus auf den Zieselbacher Rosskogel führt.

 

Tour der Woche: Zwieselbacher Rosskogel

Tour zum 15. bis 17. Februar 2019

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Da es in den kommenden Tagen ziemlich sonning und warm wird und daher die Gefahr von Gleitschneelawinen in tieferen Lagen ansteigt (siehe Bergbericht) , machen am Wochenende möglichst hoch gelegene und nordseitige Skitouren am meisten Sinn.   Eine solche führt von Haggen im  Sellraintal aus durch ein beeindruckendes, teilweise sehr eng eingeschnittenes Tal auf den Zwieselbacher Rosskogel. Dass diese Tour, an schönen Wochenenden sehr beliebt ist, trägt übrigens zu einem meist günstigen Schneedeckenaufbau bei.   Allerdings sind eine gute Kondition und Technik (sowohl beim Aufstieg wie bei der Abfahrt durch die "Obere und Untere Zwing") für diese Tour erforderlich.   Da der Zwieselbacher Rosskogel als Tagestour zu weit ist, bietet es sich an, sich im Sellraintal einzumieten und am nächsten Tag noch eine Skitour von Kühtai oder dem Lüsenser Tal aus anzuhängen. Oder aber man übernachtet auf dem Winterraum der Pforzheimer Hütte (diese macht erst im März auf), von wo man ebenfals auf den Zwieselbacher Rosskogel aufsteigen und von dort nach Haggen abfahren kann. Übrigens ist das Sellraintal auch perfekt mit öffentlichen Verkehrsmitten (und zwar mit Buslinie 4166 von Innsbruck Hbf.) zu erreichen.   Gerade jetzt wäre es wieder interessant für die Touren-Community, welche Bedingungen Sie vorgefunden haben. Lassen Sie die Community daran teilhaben und posten Sie eine aktuelle Bedingung - am besten direkt zur Tour. Dauert nicht lange und viele Tourenfreunde freuen sich über die Information!