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Wandern und Skitouren - Gefahren im Frühwinter

13.11.2019, 11:24 Uhr

Der Winter hat mittlerweile in weiten Teilen der Alpen Einzug gehalten. Wer jetzt noch Wandern oder schon Ski- oder Schneeschuhtouren gehen möchte, sollte diese Punkte beachten.

Skitouren im Frühwinter – Vorsicht vor Verletzungen und Lawinen

Der erste Schnee ist gefallen und Foren sowie soziale Netzwerke quellen mittlerweile über mit Bildern von ersten Ski- und Schneeschuhtouren. Und auch der Blick in die Webcams verrät: Die Alpen ziert bereits ein weißes Kleid. Doch Vorsicht: Wer bereits im Frühwinter auf Tourenski oder Schneeschuhen die Alpen erkunden möchte, sollte einige Punkte beachten:

 

  • Im Frühwinter ist die Verletzungsgefahr durch nur oberflächlich zugeschneite Steine oder Weidezäune besonders groß. Am besten wählt man daher Touren, die über Wiesenhänge führen und frei von Zäunen sind.
  • Vorsicht Lawine! Auch wenn es noch keinen Lawinenlagebericht gibt, bedeutet das nicht, dass es keine Lawinengefahr gibt. Erfahrung und Ortskenntnis sind wichtig!
  • Im Hochgebirge sind Gletscherspalten zwar bereits zugeweht, aber noch nicht tragfähig. Spalten können daher oft nicht erkannt werden, gleichzeitig gibt es noch keine tragenden Brücken. Die Gefahr eines Spaltensturzes steigt dadurch. Gerade in den Gletscherskigebieten, die bereits im Frühwinter öffnen, ist diese Gefahr besonders groß. Zudem besteht dort ein hohes Verletzungspotenzial durch Steine und Blockwerk. In den Gletscherskigebieten sollte man sich nicht von ein paar Zintimetern Neuschnee verleiten dazu lassen, ins Off-Piste-Gelände zu fahren.
  • Bei Skitouren gilt: lieber kürzere und einfachere Touren gehen. Gerade der Frühwinter dient in der Regel der Eingewöhnung an die Tourensaison. Wer viele Monate nicht mehr auf Skiern gestanden hat, sollte sich in Ruhe wieder mit den Sportgeräten vertraut machen und sich nicht schon am Anfang zu ambitionierte Ziele stecken. Der Winter hat ja erst begonnen.
  • Viele einfache Touren findet man unter alpenvereinaktiv.com.

 

Wo liegt bereits Schnee?

  • Bisher haben besonders die Ostalpen Schnee abbekommen – und dort vor allem das Rauriser- und das Gasteinertal. In höheren Lagen liegen derzeit bereits 50 Zentimeter Schnee und mehr. Am Alpenhauptkamm kann man über 1800 Meter in der Regel mit einer geschlossenen Schneedecke rechnen
  • In den nächsten Tagen sollen bis zu 150 Zentimeter auf der Alpensüdseite fallen 
 

Wandern - Vorsicht vor Schnee und Lawinen

Auch Wandern ist im November grundsätzlich noch möglich – aber nur mehr eingeschränkt. Diese Punkte sind wichtig:

 

  • Die Tage sind bereits kurz. Ein früher Aufbruch und kürzere Touren auf niedrige Gipfel bilden die Eckpfeiler der Planung.
  • Südseitige Anstiege bevorzugen: Der Schnee schmilzt am schnellsten an südseitigen Hängen ab, gleichzeitig ist es bei Sonnenschein dort noch am wärmsten.
  • Auf die Ausrüstung achten: Wanderschuhe mit hohem Schaft, Gamaschen und/oder eine Hardshell-Hose schützen vor Kälte und Nässe. Handschuhe und Mütze sowie eine warme Jacke sollten mindestens im Rucksack dabei sein – genauso wie eine Stirnlampe. Im Winter bietet es sich auch an, Stöcke zu nutzen. 
  • Schnee als Gefahrenquelle
    • Durch die Schneedecke sind Wege oft nicht mehr erkennbar. Dadurch steigt die Gefahr, sich zu verlaufen.
    • Schnee und Eis sind rutschig. Wer auf einem Schneefeld ausrutscht, kann sich ab einer gewissen Steilheit nicht mehr halten. Schwere Verletzungen und Abstürze können die Folge sein.
    • Vorsicht vor Erschöpfung: Das Gehen selbst durch knietiefen Schnee ist extrem kräfteraubend. Immer wieder muss die Bergwacht Wanderer retten, die auf Schneefeldern weder vor noch zurück können, weil sie zu entkräftet sind.
    • Auch Wanderer und Schneeschuhgeher können in eine Lawine geraten. Eine defensive Tourenplanung, Ortskenntnis und Erfahrung sind deshalb wichtig.
    • Treffen Wanderer auf Schnee gilt daher: Lieber zu früh umdrehen als zu spät!
 

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