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Notfallausrüstung auf Skitour

Was muss und was kann mit?

Die Standard-Notfallausrüstung, die bei jeder Unternehmung in ungesichertem winterlichem Gelände mitgeführt werden sollte, besteht aus Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät), Sonde und Schaufel.

Am besten ist natürlich, gar nicht erst in eine Situation zu geraten, in der du die Notfallausrüstung benötigt.

 

Wie das beeinflusst werden kann? Mit Hilfe eines vernünftigen Risikomanagements. Im Winter bedeutet dies insbesondere, den Lawinenlagebericht (LLB) gründlich zu studieren, Gefahrenstellen erkennen und Hangneigung messen zu lernen (z. B. mittels der SnowCard) und vor Ort die Lage möglichst defensiv zu bewerten – das kann im Zweifel auch mal heißen: umkehren.

 

Was immer dabei sein sollte

Was aber, wenn das Restrisiko Lawine trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eintritt? Besonders wichtig zu wissen ist, dass die Überlebenschancen einer verschütteten Person in den ersten Minuten bei über 90 Prozent liegen, nach 15 Minuten sinken sie rapide ab. Das Mitführen und der geübte Umgang mit der Notfallausrüstung – bestehend aus LVS-Gerät, Sonde und Schaufel – kann also Leben retten!

 

Willst du Ausrüstung anschaffen, solltest du ein paar Dinge beachten:

  • Ein modernes LVS-Gerät besitzt drei Antennen zur Richtungsbestimmung und wertet die Signalmessungen digital aus. Es verfügt über einen Richtungspfeil und eine Distanzanzeige. Details zu den technischen Hintergründen und weitere Auswahlkriterien gibt es im Alpin-Lehrplan 4: Skibergsteigen – Freeriden.
  • Bei der Auswahl einer Lawinensonde ist ein schnelles und zuverlässiges Spannverschlusssystem relevant, genauso wie Dicke (>1,2 cm) und Länge (>220 cm) der Sonde. Ein konischer Verbindungsstecker sorgt dafür, dass man die Sonde nach dem Auswerfen schnell zusammenziehen kann.
  • Bei der Lawinenschaufel sollte ein geringes Gewicht nicht unbedingt Kaufkriterium sein. Wichtig für ein schnelles Ausgraben des Opfers sind ein robustes und großes Schaufelblatt und eine solide Verbindung zwischen Blatt und Stiel.

 

Die modernste Ausrüstung bringt jedoch nichts, wenn man nicht damit umgehen kann. Ein Lawinenkurs sollte zu Beginn der Wintersport-Karriere Pflicht sein, das Wissen regelmäßig aufgefrischt, der Umgang geübt werden.

Zum Auffrischen findest du hier eine Schritt für Schritt-Anleitung, wie die Suche mit dem LVS-Gerät funktioniert.

 

Zusätzlich sollten immer Erste Hilfe-Equipment, Biwaksack und natürlich Handy oder Funkgerät dabei sein. Hier reicht aber jeweils ein Exemplar pro drei Personen.

 

Lawinen-Airbags und Helme

Individuell kannst du deine Notfallausrüstung durch einen Lawinen-Airbag-Rucksack und/oder einen Helm ergänzen. Beachte: ergänzen, nicht ersetzen!

 

Lawinen-Airbag-Rucksäcke zum Beispiel sind vorbeugend sinnvoll: Der Rucksack kann durch das Auslösen eines Airbags (muss meist allerdings manuell ausgelöst werden) eine Verschüttung vermeiden oder wenigstens die Verschüttungstiefe verringern. Das Airbag-System ist allerdings nicht ganz günstig.

 

Laut der aktuellen Skitourenstudie der DAV-Sicherheitsforschung (Panorama 1/2022) haben rund 45 Prozent der Tourengeher*innen einen Helm dabei. Das ist sinnvoll, denn mechanische Verletzungen, darunter Kopfverletzungen, verursachen je nach Studie knapp zehn bis über 30 Prozent der tödlichen Verletzungen bei Lawinen; manche davon hätte ein Helm vielleicht verhindern können.

 

Lawinenarten und Lawinengefahren

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Jeden Winter sterben Menschen in Lawinen. Um dieser Gefahr begegnen zu können, gibt es den Lawinenwarndienst und Risikostrategien verschiedener Verbände. Doch wer diese anwenden will, muss wissen, wovon die Rede ist – ein Überblick über die vielen Gesichter des „weißen Todes“. Glücklicherweise sind Lawinen nicht ganz so organisiert, wie es der Schweizer Humorist Franz Hohler in seiner Geschichte „Die dumme Lawine“ erzählt, in der die kleinen Lawinen bei einer alten Schlawine in die Schule gehen und lernen, wie man mit Macht und Wucht den Hang hinunterdonnern kann. Doch durch die Art, warum und wie sie runterdonnern, lassen sie sich voneinander unterscheiden. Im Lawinenlagebericht wird aufgeführt, welche Lawinenart aktuell zu erwarten ist. Nur wer die Unterscheidung dieser verschiedenen Lawinenarten kennt, kann den Lagebericht verstehen und die richtigen Konsequenzen für die Praxis ziehen. 

So geht das: Lawinenlagebericht richtig lesen!

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Grundlegende Sicherheitspflicht vor jeder Ski- oder Schneeschuhtour abseits von Pisten und Wegen ist, den aktuellen Lawinenlagebericht (LLB) abzurufen und aufzuarbeiten. Denn: Lesen allein reicht nicht! Man muss die wichtigen Informationen rausfiltern, um sie in die Planung zuhause und in die Entscheidungen im Gelände mit einzubeziehen. hr.first-paragraph-separator { display: none !important; }  

Notfall auf Skitour: Wie baue ich einen Skischlitten?

Mobil im Notfall

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Verletzt, kein Flugwetter, kein Handyempfang – in solchen Situationen ist ein selbst gebauter Skischlitten oft die letzte Rettung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie vorgehen müssen. Aber Achtung: nur Übung macht den Meister!