Alphornbläser während der Sonnwendfeuer auf der Kampenwand. Foto: Kampenwandseilbahn GmbH / Eric Zbil
Alphornbläser während der Sonnwendfeuer auf der Kampenwand. Foto: Kampenwandseilbahn GmbH / Eric Zbil
Die Termine 2024

Sonnwend- & Johannifeuer

Wenn der längste Tag im Jahr auf die kürzeste Nacht trifft, wird in den Bergregionen der Sommer auf eine ganz besondere Weise begrüßt: Dann ist Zeit für die alljährlichen Bergfeuer.

Die Tradition der Bergfeuer reicht bis ins Mittelalter zurück und wird von Region zu Region sehr unterschiedlich gelebt. Eines aber ist überall gleich: Die Bergfeuer sind ein eindrucksvolles Schauspiel – für Zuschauer*innen sowohl im Tal als auch am Berg.

In Bayern heißen Bergfeuer oftmals "Johannifeuer" und werden nicht direkt zur Sonnwende am 21. Juni entfacht, sondern erst in der Nacht auf den 24. Juni, der sogenannten Johannisnacht. Diese Bezeichnung leitet sich vom Gedenktag der Geburt von Johannes dem Täufer am 24. Juni ab. In Tirol wird die Sonnenwende meist mit so genannten "Herz-Jesu-Feuern" gefeiert. Namensgebend ist der Herz-Jesu-Schwur aus dem Jahr 1796, mit dem die Tiroler die Einheit im Kampf gegen Frankreich und Bayern herstellen wollten.

Sonnwendfeuer in der Tiroler Zugspitz Arena. Foto: Tiroler Zugspitz Arena / Albin Niederstrasser

Einige Sonnenwendfeuer finden bereits am Freitag, den 21. Juni, statt. So auch das auf der Kampenwand, wo die besondere Stimmung durch Alphornbläser*innen untermalt wird, und das auf dem Dorfplatz des Bergsteigerdorfs Schleching.

Im Mangfallgebirge kann man sich am Samstag, 22. Juni, vom Johannifeuer auf dem Wallberg verzaubern lassen. Von dort hat man auch einen wunderbaren Blick auf andere Feuer in der Region, wie zum Beispiel auf dem Leonhardstein oder dem Hirschberg.

Im Allgäu findet am Donnerstag, 20. Juni, auf der Pfarralpe Missen ein Sonnwendfeuer statt und in Berchtesgaden wird der Jenner bereits am Samstag, 15. Juni, hell erleuchtet.

Sonnwendfeuer in Österreich

Wer den längsten Tag des Jahres mit einem traditionellen Sonnwendfeuer feiern will, sollte sich auf den Weg nach Österreich machen. Hier findet ein Großteil der bekannten Veranstaltungen statt.

Zum Beispiel am Wilden Kaiser zur Sonnenwende am 22. Juni: Die Bergstationen am Brandstadl in Scheffau und am Hartkaiser in Ellmau bieten eine besonders gute Aussicht zu den Feuerbildern auf der Hohen Salve und auf vielen anderen Gipfeln. Aber auch oberhalb von Walchsee im Kaiserwinkl hat man einen guten Blick.

Zum selben Datum erleuchten auch in den Kitzbühler Alpen hunderte Feuer die Gipfel von Kalkstein, Loferer und Leoganger Steinbergen sowie das Kitzbüheler Horn. Gut zu sehen sind diese von der Bergstation Harschbichl bei St. Johann.

Viele kleine Feuer bilden große brennende Symbole. Foto: DAV/Klaus Listl

Ein besonders beeindruckendes Schauspiel findet schließlich auf der Tiroler Seite der Zugspitze statt: Am Abend des 22. Juni erleuchten zahlreiche Feuer mit unterschiedlichen Motiven – von Symbolen aus Mythologie und Glaube bis hin zu aktuellen Themen – die Berge rund ums Ehrwalder Becken. Beginn ist gegen 21.30 Uhr. Seit 2010 gelten diese Bergfeuer als immaterielles UNESCO Kulturerbe.

Auch auf der Innsbrucker Nordkette finden die Sonnwendfeuer am 22. Juni statt – musikalische und kulinarische Begleitung inklusive.

Am Rotspitz im Rofangebirge am Achensee können die Sonnwendfeuer auch 2024 wieder bewundert werden – diese finden allerdings schon am 15. Juni statt. Schon früh am Morgen werden die Utensilien auf den Berg getragen, nach Anbruch der Dunkelheit werden die Feuer dann entzündet.

Zur Sonnwende "brennen" die Berge nicht durch die Sonnenstrahlen, sondern wegen echten Feuern. Foto: Wolfgang Ehn

In Vorarlberg finden von 20. bis 22. Juni zahlreiche Sonnwendfeiern statt – ob am Diedamskopf, in den Montafoner Bergen oder auf der Sarotlahütte. Alle Infos zu den Veranstaltungen >

Mystik und Magie gibt's auch in Bad Gastein. Die Feuerketten ziehen sich über die Bergkuppen das ganze Tal entlang. Am 22. Juni ist die Stubnerkogelbahn in Bad Gastein durchgehend von 18.00 bis 22.30 Uhr in Betrieb.

Praktische Tipps

  • Alle Sonnwendfeuer sind gut vom Tal aus zu sehen. Manchmal lohnen sich aber ein paar Schritte zu einem talnah gelegenen Aussichtspunkt.

  • In anderen Fällen ist es ein großartiges Erlebnis, mit einer Bergbahn zu einem hoch gelegenen Aussichtspunkt zu fahren – oder natürlich hochzulaufen. Wie beschrieben, bieten einige Bergbahnen den Service einer abendlichen Fahrt zum Sonnwendfeuer-Termin an.

  • Ob talnahe Wanderung oder ein paar Schritte in der Nähe einer Bergstation: Der Deutsche Alpenverein empfiehlt für diese Fälle angepasste Ausrüstung, bestehend aus Bergschuhen mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle sowie wetterfester und warmer Bekleidung. Außerdem sollten eine Stirnlampe, Sitzkissen und Verpflegung nicht fehlen. Unbedingt die Fahrzeiten der Bergbahnen und die Ruhezonen von Wildgebieten beachten.

  • Bei ungünstigen Wetterprognosen behalten sich die Organisator*innen vielerorts vor, die Bergfeuer zu verschieben oder abzusagen. Dazu nochmals auf den jeweiligen Websites der Tourismusregionen und Bergbahnen vorbeischauen.

  • Viele DAV-Sektionen veranstalten auch im Tal Sonnwendfeiern – schaut einfach mal auf der Webseite eurer Sektion vorbei.

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