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Was ist Speed-Klettern?

Wie es der Name sagt: beim Speed geht es um Schnelligkeit. Also darum, eine weltweit genormte Route, bei der die Länge und Neigung der Wand sowie die Größe, Form und Position der Griffe und Tritte immer identisch sind, schnellstmöglich nach oben zu klettern. Gesichert wird beim Speed mit Seilsicherung von oben, also im Toprope. Die Athletinnen und Athleten müssen am Ende der Route auf einen Buzzer schlagen, dann wird die Zeit gestoppt.

Die Speedtour ist bei Wettkämpfen 15 Meter hoch, hängt fünf Grad über und hat einen Schwierigkeitsgrad von UIIA 7+. Da es sich immer um die gleiche Griffabfolge handelt, können sich die Kletterinnen und Kletterer optimal vorbereiten. Sie prägen sich bei unzähligen Gos den Bewegungsablauf so ein, dass sie ihn verinnerlicht haben und genau wissen, welchen Griff sie wie nehmen beziehungsweise wohin sie ihren Fuß setzen müssen. Beim Speedklettern ist neben einer hohen Schnell- und Maximalkraft deshalb auch eine große Greif- und Trittpräzision notwendig. Außerdem sind im Wettkampf, der über mehrere Runden geht, bei höchster Geschwindigkeit Schnellkraftausdauer und Nervenstärke erforderlich.

 

Speedklettern in Deutschland und der Welt

Das Speedklettern hat in Deutschland noch keine so lange Tradition wie in Russland, Asien, Osteuropa oder dem Nahen Osten. Aber es ist kontinuierlich auf dem Vormarsch und findet mittlerweile mehr Beachtung. Das liegt daran, dass das Klettern als Dreikampf aus Lead, Bouldern und Speed bei den Sommerspielen in Tokio 2020 erstmals olympisch wird.

 

Inzwischen findet sich in immer mehr DAV-Kletterhallen in Deutschland die genormte Speedtour: Die Trainingsmöglichkeiten haben sich deutlich verbessert, was man auch deutlich an den schnelleren Zeiten sieht.

 

Die derzeitige deutsche Bestzeit bei den Damen wurde von Franziska Ritter (DAV Wuppertal) bei der Deutschen Meisterschaft Speed in Duisburg aufgestellt, sie liegt bei 9,162 Sekunden. Die Bestzeit von 6,67 Sekunden bei den Herren stellte Jan Hojer (DAV Frankfurt-Main) beim Weltcup in Villars auf. Beide sind auch amtierende Deutsche Meister im Speedklettern.

 

Die aktuellen Weltrekorde halten die Chinesin Yiling Song mit 7,101 Sekunden und der Iraner Reza Alipourshenazandifar mit 5,48 Sekunden.

 

Ablauf eines Wettkampfs

Im Wettkampf wird gleichzeitig an zwei parallelen Routen geklettert, der Bahn A und der Bahn B. Vor dem Start gibt es ein „Practice“. Dort haben die Starterinnen und Starter die Möglichkeit, die Tour nochmals zu klettern und sich mit der Wand vertraut zu machen. Insgesamt hat jeder Teilnehmer zwei Gos: einen auf Bahn A und einen auf Bahn B. Diese sind aber nicht verpflichtend und müssen von den Startern nicht wahrgenommen werden. Vor dem Start müssen die Finalistinnen und Finalisten in die Isolation. Vor dem Go werden die beiden Teilnehmer aus der Zwischenisolation aufgerufen. Sie haben dann nur wenige Sekunden Zeit, um ihre Startpads zu richten, sich die Hände zu chalken und sich mental vorzubereiten. Ertönt das Kommando „At your marks“, müssen sie die Startposition einnehmen. Bei dieser müssen beide Hände und ein Fuß an der Wand sein, der andere muss sicher und ruhig auf dem Startpad stehen. Kurz darauf ertönt das Signal „Ready“, gefolgt von drei kurzen Pieptönen. Direkt nach dem letzten Ton starten die Athleten, die Zeitmessung wird ausgelöst. Bei einem Fehlstart scheidet der Teilnehmer aus dem Wettkampf aus. Er darf keinen weiteren Versuch unternehmen und belegt den letzten Platz. Ein Fehlstart wird ausgelöst, indem der Kletterer den Boden – beziehungsweise das Startpad – zu früh, also vor dem endgültigen Startsignal, verlässt.

 

Qualifikation: Zu Beginn wird die Startreihenfolge ausgelost. In der Qualifikation starten Frauen und Männer getrennt voneinander. Jeder Teilnehmer hat auf jeder Bahn einen Go. Dadurch hat jeder Starter die gleichen Chancen. Die Kletterer treten nicht gegeneinander an, es geht nur darum, eine möglichst schnelle Zeit zu erzielen. Von den zwei Runs wird lediglich der mit der besseren Zeit gewertet. Die besten Sechszehn aus der Qualifikation kommen dann weiter in das Finale. Die Platzierungen der restlichen Teilnehmer werden durch deren Zeiten festgelegt: Das heißt, dass der Schnellste aus dieser Gruppe den 17. Platz belegt.

 

Finale: Vor dem Start müssen die Finalistinnen und Finalisten in die Isolation. Das Finale findet im sogenannten KO-System statt. Der Schnellere gewinnt, der andere Teilnehmer scheidet aus. Gesamtsieger wird, wer sich bis am Ende im KO-System durchsetzt, was nicht immer heißt, dass er auch insgesamt der Schnellste war.
Wenn ein Athlet im Finale aus der Route fällt („Fall“), muss der andere Starter dennoch die Route bis ganz oben klettern, die Zeit spielt für ihn dann aber keine Rolle mehr. Fallen beide Starter in der gleichen Runde aus der Tour, wird dieser Run nochmals wiederholt. Im Finale treten immer zwei Athleten parallel gegeneinander an, also einer auf Bahn A, der andere auf Bahn B. Das Finale unterteilt sich in verschiedene Runden.

 

Es beginnt mit dem Achtelfinale: Dort tritt der Erstplatzierte gegen den 16. nach der Qualifikation an. Der Gewinner dieser Runde kommt weiter, für den anderen Finalisten ist der Wettkampf beendet. Die acht Verlierer des Achtelfinales verteilen sich dann auf die Plätze 9 bis 16. Der Schnellste unter ihnen belegt also den neunten Platz.

 

Im Viertelfinale treten nun die anderen acht Athleten gegeneinander an. Derjenige mit der besten Zeit hat seinen Go mit dem Achten, der Zweitbeste mit dem Siebten, der Drittbeste mit dem Sechsten und der Viertbeste mit dem Fünften. Die Gewinner aus jedem Run in dieser Runde kommen ins Halbfinale weiter. Die Verlierer verteilen sich auf die Plätze 5 bis 8.

 

Im Halbfinale entscheidet sich dann wieder im KO-System, welche der vier Athleten ins kleine Finale einziehen und welche in das große Finale.

 

Im kleinen Finale treten die beiden Verlierer aus dem Halbfinale gegeneinander an: Hier geht es um die Bronzemedaille, also um den dritten Platz. Die Gewinner des Halbfinales treten im großen Finale gegeneinander an. Der Schnellere aus diesem Finale gewinnt Gold, der „Verlierer“ Silber.

 

Bei den Weltcups sind die Zeiten inzwischen sehr schnell: Bei den Herren ist eine sehr gute Sechserzeit, also eine Zeit zwischen 6,1 und 6,2 Sekunden, notwendig, um weiterzukommen. Nur sehr selten reicht eine 6,3er-Zeit für die Top 16 noch aus. Bei den Damen sind es Zeiten zwischen 8,3 und 8,6 Sekunden, die gelaufen werden müssen, um im Finale dabei zu sein.

 

Deutsche Rekorde

Herren

  • 6,671 sec, Jan Hojer, Villars (SUI) 2019

Damen

  • 8,640 sec, Alma Bestvater, Augsburg 2019

Junioren

  • 7,620 sec, Yannick Flohé, Hilden 2018

Juniorinnen

  • 10,226 sec, Lucia Dörffel, Duisburg 2019

A männlich

  • 6,860 sec, Sebastian Lucke, Imst 2019

A weiblich

  • 8,809 sec, Franziska Ritter, Arco 2019

B männlich

  • 7,178 sec, Thorben Perry Bloem, Arco 2019

B weiblich

  • 8,834 sec, Nuria Brockfeld, Arco 2019
 

Was ist Olympic Combined?

Das neue Wettkampfformat

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Im Sommer 2016 beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Aufnahme von Sportklettern in das Olympische Programm. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 wird die Premiere stattfinden. Der Wettkampfmodus für Tokio ist ein neu geschaffenes Kombinationsformat, das Olympic Combined, das sich aus den drei Disziplinen Lead, Bouldern und Speed zusammensetzt. Der Wettkampf bei Olympic Combined läuft über zwei Runden: Qualifikation und Finale, die an unterschiedlichen Tagen stattfinden. Jede Athletin und jeder Athlet muss in allen drei Disziplinen starten. Die Abfolge ist festgelegt: Begonnen wird mit Speed, danach kommt Bouldern und als letzte Disziplin Lead.   Die Ergebnisse aus der Qualifikationsrunde werden multipliziert und daraus ein Ranking erstellt. Kletterer A hat beispielsweise in den drei Disziplinen die Platzierungen 2, 5 und 10, die multipliziert eine Punktezahl von 100 ergeben. Kletterer B landet in allen drei Disziplinen auf Platz 6 und erhält 216 Punkte. Kletterer A hat weniger Punkte, landet in der Gesamtwertung also vor Kletterer B und hat bessere Chancen, ins Finale einzuziehen. Die acht Athleten mit der niedrigsten Punktezahl werden dort starten. Im Finale werden die drei Disziplinen mit kurzer Pause direkt hintereinander geklettert. 

Was ist Lead-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Lead, also das Klettern mit Seil, wird auch als Vorstiegs- oder Schwierigkeitsklettern bezeichnet. Es ist die traditionellste Disziplin des Kletterns. Hier geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegeben Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern – beziehungsweise höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen. Seit mittlerweile über 30 Jahren hat sich das Leadklettern als Wettkampfsportart etabliert – 1989 ging der erste Weltcup über die Bühne. Zu Beginn fanden die Wettkämpfe noch am Fels statt, beim „Rockmaster“ im italienischen Arco beispielsweise, einem der ältesten Sportkletterwettkämpfe überhaupt. Inzwischen aber werden Wettkämpfe in Hallen an bis zu 20 Meter hohen Kunstwänden durchgeführt. Für diese Disziplin ist vor allem Ausdauer und Kraft nötig. Daneben sind eine ausgefeilte Technik und eine gute Taktik gefragt, um an der Weltspitze mitklettern zu können. Zunehmend sieht man bei den Leadwettkämpfen aber auch spektakuläre Sprünge oder Bewegungen, wie die „Figure Four“, bei dem mangels Tritt das Bein über den Unterarm gehängt und aus dieser Position weitergezogen wird.   Das Niveau beim Leadklettern ist mittlerweile sehr hoch, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften beispielsweise sollte die männliche Jugend A den 9. UIAA-Grad beherrschen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren liegen die Schwierigkeiten bereits bei UIAA 10/10+, international sogar noch höher: Bei den Weltcups werden Touren bis zum UIAA-Grad 11-/11 geklettert. 

Was ist Bouldern?

Die Sportart als Wettkampf

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Bouldern bedeutet Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – also einer Höhe, aus der noch ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann. Weichbodenmatten sollen bei einem eventuellen Sturz vor Verletzungen schützen. Das Bouldern ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Bei dieser Kletterdisziplin geht es darum, Probleme zu lösen, also Boulder richtig zu lesen. Im Wettkampf müssen komplexe Einzelzüge und komplizierte Bewegungsabläufe in einer vorgegeben Zeit bewältigt werden: Ziel ist es, den Topgriff, also den obersten Griff, mindestens drei Sekunden lang stabil zu halten. Beim Bouldern ist vor allem Maximalkraft gefragt. Diejenigen Kletterinnen und Kletterer, die an der Weltspitze dabei sein wollen, brauchen darüber hinaus ein hohes Maß an Athletik, eine sehr gute Beweglichkeit und ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire bei den Wettkämpfen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie dem zuschauerfreundlichen Modus hat das Wettkampfbouldern in den vergangenen Jahren zunehmend an Anziehungskraft gewonnen. Zu dem diesjährigen Boulderweltcup in München, bei dem der deutsche Starter Jan Hojer Bronze gewann, kamen mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher.