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Trauer um Dietrich Hasse

25.04.2022, 13:55 Uhr

Dietrich Hasse ist am 19. April 2022 im Alter von 89 Jahren in Prien am Chiemsee verstorben. Der Kletterer ist vor allem bekannt durch die Erstbegehung der Nordwand-Direttissima der Großen Zinne in den Sextener Dolomiten.

Die "Hasse-Brandler"-Route, 1958 von Dietrich Hasse gemeinsam mit Lothar Brandler, Jörg Lehne und Sigi Löw begangen, galt damals als schwerste Felskletterei der Alpen. Weitere Erstbegehungen wie in der Südwestwand der Rotwand im Rosengarten (mit Lothar Brandler) oder am lnnerkoflerturm-Südwandpfeiler ("Hasse-Schrott") folgten, später Erstbesteigungen im Hindukusch und in den Anden. Im griechischen Metéora, der bizarren Felsregion, die er Zeit seines Lebens sehr schätzte, initiierte Dietrich Hasse in den 1970er Jahren die klettertechnische Erschließung.

 

Dietrich – von ihm Nahestehenden Dieter genannt – wurde am 24. März 1933 in Dresden geboren und wuchs in Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz auf.

 

Schriften zum Alpinismus

Im Elbsandsteingebirge entdeckte er das Klettern, zahlreiche Erstbegehungen dort gehen auf ihn zurück. In den 50er Jahren floh Hasse aus der DDR und wurde nach dem Studium Gymnasiallehrer in Stuttgart und später in München.

„Dietrich Hasses große Verdienste im Alpinismus sind […] nicht mit der Aufzählung bergsteigerischer Unternehmungen deutlich zu machen“, schrieb der Bergsteiger und Publizist Toni Hiebeler anlässlich seines 50sten Geburtstags. „Er hat sich im Rahmen zahlreicher Artikel auch geistig mit dem Alpinismus auseinandergesetzt. Und für seinen Einsatz auf dem Gebiet Sicherheit im Bergsteigen müßte man ihm ein Denkmal setzen.“ Auch als Autor war Hasse aktiv, unter anderem von Kletterführern über seine „Felsheimat“ - das Elbsandsteingebirge - oder das Metéora-Gebiet. Bei der Zeitschrift „Bergkamerad“ war er viele Jahre als Redakteur tätig.

 

Seit 1990 war er Ehrenmitglied im Sächsischen Bergsteigerbund. Der Deutsche Alpenverein trauert um Dietrich Hasse und spricht den Angehörigen sein herzliches Beileid aus.