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FAQs: Bergwetter

28.05.2018, 14:06 Uhr

Das Bergwetter ist der beliebteste Service auf alpenverein.de. Auf dieser Seite versuchen wir, die wichtigsten Fragen zu klären.

Täglich nutzen über 10.000 Bergsportler den Bergwetter-Service für Ihre Tourenplanung. Aber nicht alle Angaben sind selbsterklärend. Immer wieder stellen User Fragen, um mehr über die Funktionsweise des Dienstes oder Hintergründe zu erfahren: Auf welche Zeiträume beziehen sich die Angaben? Wie oft werden die Daten aktualisiert? Ihr Feedback nutzen wir gerne, um die nachstehende Liste aufzufüllen.

 

Woher kommen die Daten für das Bergwetter?

Die Daten werden von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck (ZAMG) geliefert. Die Punktprognosen, die Grafiken für die Bodendruckanalyse, das Sattelitenbild und die Niederschlags- und Schneelayer werden digital erstellt. Die textlichen Vorhersagen für die Gesamtalpen- und die Regionenprognosen werden täglich von einem Meteorologen der ZAMG verfasst.

 

Wie oft und wann werden die Daten aktualisiert?

Man muss hier zwischen den verschiedenen Daten unterscheiden:

  • Die Textprognosen für die Gesamtalpen und die Regionen werden täglich am frühen Nachmittag zwischen 14 und 15 Uhr aktualisiert.
  • Die Punktprognosen werden zwei mal täglich aktualisiert: einmal frühmorgens gegen 4 Uhr, einmal mittags zwischen 14 und 15 Uhr.
  • Die Layer für die Niederschlags- und Schneemengen werden jeden morgen gegen 7 Uhr aktualisiert. Eine weitere Aktualisierung gegen mittag ist anvisiert.
  • Die Grafik für die Bodendruckanalyse morgens zwischn 8 und 9 Uhr
  • Das Satellitenbild wird alle zwei Stunden aktualisiert.
 

Auf welche Zeiträume beziehen sich die Vorhersagen?

  • Niederschlags- und Schneelayer: Der Startzeitpunkt der Prognose ist immer 6 Uhr UTC (=7 Uhr MEZ = 8 Uhr MESZ). Damit heißt 0-24 also vom aktuellen Tag 6 UTC bis Folgetag 6 Tag UTC usw.
  • Punktprognosen: Die Werte für Niederschlag, Gewitterwahrscheinlichkeit, Schneefall,  Schneefallgrenze und Wind beziehen sich auf 6 Stunden vor dem Termin. Die Angabe für 12 Uhr meint also den Zeitraum 6-12, die Angabe vom 18 Uhr den Zeitraum 12-18 Uhr des entsprechenden Tages.
  • Die 24-Stunden Summen für Temperatur, Niederschlag, Neuschnee usw. beziehen sich immer auf den Zeitraum von 6 Uhr bis 6 Uhr UTC Folgetag. Dies liegt an der Definition in der Klimatologie.
 

Die Wettericons der Punkte und der Region unterscheiden sich. Wie kann das sein?

Das Wettericon für die Punktprognosen wird digital erstellt. Das Icon für die Vorhersage einer Region wird vom Meteorologen für jeden Tag überprüft und angepasst. Dabei gibt es für jede Region einen bestimmten geografischen Referenzpunkt. Das Icon bezieht sich außerdem auf den Zeitraum von Freizeitaktivitäten am Berg, also zwischen morgens und nachmittags.

 

Die Farbe des Niederschlagslayers stimmt nicht mit der Angabe des Punktes überein. Warum?

Die Niederschlags- und Schneemengenlayer werden derzeit einmal täglich für die folgenden sieben Tage aktualisiert, die Werte der Punktprognosen hingegen zwei mal täglich. Dadurch kann es zu Ungenauigkeiten kommen. Bei weit in der Zukunft liegenden Tagen kann der Unterschied recht groß ausfallen, da die Prognosen recht vage sind und deutlich schwanken können.

 

Was sollte man bei den einzelnen Werten beachten?

  • Die Angabe der Neuschneehöhe soll im Winterhalbjahr ein Hinweis sein, mit welchen Bedingungen (Spurarbeit, Änderung der Lawinengefahr, etc.) man bei Touren im winterlichen Hochgebirge zu rechnen hat. Da diese üblicherweise in der Früh beginnen, wird die Neuschneemenge von der Erstellung der Prognose bis in die Morgenstunden des Folgetages quantifiziert. Sollten sich tagsüber (weitere) relevante Schneefälle abzeichnen, wird darauf in den „Besonderen Bemerkungen“ bei der Gesamtalpenprognose hingewiesen. Weiters beziehen sich die Neuschneemengen auf einen Seehöhenbereich, in dem je nach Jahreszeit üblicherweise Touren erfolgen (im Hochwinter ca. 1500 bis 2500m, Spätwinter und Frühjahr 2000 bis über 4000m).
  • Die Angaben zu den Temperaturen in den verschiedenen Höhenlagen beziehen sich immer auf freie Gipfellagen zur Mittagszeit. In Tälern oder Hanglagen ist die Temperatur je nach Exposition, Sonneneinstrahlung und Geländecharakteristik meist um wenige Grad höher oder tiefer. Die Höhe der Nullgradgrenze bezieht sich auf die Mittagszeit. Die Schneefallgrenze liegt in der Regel 300 bis 400 m tiefer. Vor allem im Winter und den Übergangsjahreszeiten bilden sich während der Nacht Inversionen, die mehrere Nullgradgrenzen in unterschiedlichen Höhen zur Folge haben können. In diesen Fällen wird die am höchsten liegende Nullgradgrenze angegeben. Markante Temperatursprünge (Kalt- oder Warmlufteinbruch) werden im Textblock dargestellt.
  • Die Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen werden für freie Lagen prognostiziert und beziehen sich immer auf den mittleren Wind. Böenspitzen liegen typischerweise 1,5 bis 2-fach über dem Mittelwind. Lokale Gegebenheiten können nicht vollständig erfasst werden. Überregionale besondere Windereignisse wie beispielsweise der Föhn werden zwar erwähnt, aus Platzgründen beschränken wir uns allerdings auf Formulierungen wie „typische/bekannte Föhnstriche/Föhnregionen“.
 

Wie zuverlässig sind die Prognosen?

Die Berichte umfassen eine Detailprognose für den nächsten Tag, eine weitere umfangreiche Prognose für übermorgen und überübermorgen, sowie für die Vorausplanung einen Trend. Nicht jede Wetterlage ist mit gleicher Verlässlichkeit vorhersagbar, aufgrund des Fehlerwachstums in den Wettermodellen nimmt im Allgemeinen die Prognosegüte von Tag zu Tag ab. Aus diesem Grund werden die Details mit zunehmendem Prognosezeitraum weniger. Die Angabe der Prognosegüte für übermorgen und überübermorgen gibt an, welches Vertrauen der Meteorologe in die Vorhersage hat und dient dem User als Einschätzung für die Eintrittswahrscheinlichkeit der Wetterentwicklung. Die textliche Ausführung des Meteorologen stellt dabei das wahrscheinlichste Szenario dar.

 

Eine Zuverlässigkeit von mehr als 80 % wird als hoch eingestuft. Die Vorhersage kann beim Wort genommen werden, auch wenn eine Überraschung – vor allem durch lokale Wettereffekte - immer möglich ist.

Eine Zuverlässigkeit zwischen 60 und 80 % gilt als mittel. Die Vorhersage mag als Grundlage für die Planung dienen, aber eine Alternativstrategie sollte vorbereitet werden.

Eine Zuverlässigkeit von 60 % wird als tief eingestuft. Der vorhergesagte Wettertyp entspricht zwar dem wahrscheinlichsten aller möglichen Wetterszenarien, aber es empfiehlt sich nicht, sich auf diese Prognose für die Planung kritischer Aktivitäten abzustützen. Es wird empfohlen, aktuellere Prognosen einzuholen.