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FAQs: Bergwetter

Das Bergwetter ist der beliebteste Service auf alpenverein.de. Auf dieser Seite möchten wir die wichtigsten Fragen beantworten.

Täglich nutzen über 10.000 Bergsport das Bergwetter für Ihre Tourenplanung. Obwohl der Service wie selbstverständlich genutzt wird, sind nicht alle Angaben selbsterklärend. Immer wieder möchten User mehr über die Funktionsweise des Dienstes und die Hintergründe zu erfahren, zum Beispiel: Auf welche Zeiträume beziehen sich die Angaben? Wie oft werden die Daten aktualisiert? Ihr Feedback nutzen wir gerne, um die nachstehende Liste aufzufüllen.

 

Wie kommt die Einteilung der Regionen zustande?

Die neue Einteilung der Wetterregionen (ab 12.8.2019) wurde aus klimatologischen Gründen vorgenommen. In den Regionen sind bestimmte Gebirgsgruppen zusammengefasst, in denen sich das Wettergeschehen konsistenter beschreiben lässt, als dies zuvor möglich war. In den Regionen sind die gleichen oder ähnliche klimatische Einflussfaktoren wirksam. Die neue Einteilung wurde auf Empfehlung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck (ZAMG) vorgenommen, um die Beschreibung des Wettergeschehens zu verbessern und zu vereinfachen.

Für Sie als Nutzer des Bergwetter-Services mag die Aufteilung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein. Wir hoffen, dass Sie die Vorteile bald schätzen lernen werden.

 

Woher kommen die Daten für das Bergwetter?

Ein großer Teil der Daten wird von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck (ZAMG) geliefert. Die Punktprognosen, die Grafiken für die Bodendruckanalyse, das Sattelitenbild und die Niederschlags- und Schneelayer werden digital erstellt. Die textlichen Vorhersagen für die Gesamtalpen- und die Regionsprognosen werden täglich von einem Meteorologen mit Bergsportaffinität von der ZAMG verfasst. Der Wolken-Layer basiert hingegen auf Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

 

Wie oft und wann werden die Daten aktualisiert?

Man muss hier zwischen den verschiedenen Daten unterscheiden:

  • Die Textprognosen für die Gesamtalpen und die Regionen werden täglich am frühen Nachmittag zwischen 14 und 15 Uhr aktualisiert.
  • Die Punktprognosen werden zweimal täglich aktualisiert: einmal frühmorgens gegen 4 Uhr, einmal mittags zwischen 14 und 15 Uhr.
  • Die neuen Kurzfrist-Punktprognosen (ab 12.8.2019) für den heutigen Tag werden alle zwei Stunden aktualisiert.
  • Die Layer für die Niederschlags- und Schneemengen werden jeden morgen gegen 7 Uhr aktualisiert sowie ein weiteres Mal in der Mittagszeit (neu ab 12.8.2019).
  • Die Grafik für die Bodendruckanalyse morgens zwischen 8 und 9 Uhr sowie mittags aktualisiert.
  • Das Satellitenbild wird alle zwei Stunden aktualisiert.
  • Der Wolken-Layer wird ebenfalls alle zwei Stunden aktualisiert. Hierbei handelt es sich um ein live-Satellitenbild und keine Vorhersage (Stand: August 2019).
 

Auf welche Zeiträume beziehen sich die Vorhersagen?

  • Niederschlags- und Schneelayer: Der Startzeitpunkt der Prognose ist immer 6 Uhr UTC (=7 Uhr MEZ = 8 Uhr MESZ). Damit heißt 0-24 also vom aktuellen Tag 6 UTC bis Folgetag 6 Tag UTC usw.
  • Punktprognosen: Die Werte für Niederschlag, Gewitterwahrscheinlichkeit, Schneefall,  Schneefallgrenze und Wind beziehen sich auf 6 Stunden vor dem Termin. Die Angabe für 12 Uhr meint also den Zeitraum 6-12, die Angabe vom 18 Uhr den Zeitraum 12-18 Uhr des entsprechenden Tages.
  • Kurzzeitprognosen: Bei den Kurzzeitprognosen für heutigen Tag beziehen sich die Werte auf 3 Stunden vor dem Termin. Die Angabe um 15 Uhr bezieht sich also auf den Zeitraum 12-15 Uhr.

  • Die 24-Stunden Summen für Temperatur, Niederschlag, Neuschnee usw. beziehen sich immer auf den Zeitraum von 6 Uhr bis 6 Uhr UTC Folgetag. Dies liegt an der Definition in der Klimatologie.
 

Die Wettericons der Punkte und der Region unterscheiden sich. Wie kann das sein?

Das Wettericon für die Punktprognosen wird digital erstellt. Das Icon für die Vorhersage einer Region wird vom Meteorologen für jeden Tag überprüft und angepasst. Dabei gibt es für jede Region einen bestimmten geografischen Referenzpunkt. Das Icon bezieht sich auf den Zeitraum von Freizeitaktivitäten am Berg, also zwischen morgens und nachmittags.

 

Was sollte man bei den Wettericons beachten?

Das Wettersymbol soll das “charakteristische” Wetter anzeigen. Es dient also dem schnellen Eindruck über die Wetterentwicklung, kann aber eine ausführliche Prognose nicht ersetzen! Beispielweise werden sehr geringe Niederschläge (in der Menge oder der Wahrscheinlichkeit) im Symbol typischerweise nicht dargestellt, um eine systematisch zu “negative” Prognose zu vermeiden. Dies gilt aber nur für die hier dargestellten Punktprognosen. Welche Algorithmen zur Symbolgenerierung bei anderen Anbietern/Quellen verwendet werden, ist in der Regel unbekannt.

 

In vielen Fällen ist es nicht möglich, einen komplexen Verlauf auf ein einzelnes Symbol herunterzubrechen. Dieser Reduktion auf das Wesentliche sollte man sich bewusst sein. Wir raten davon ab, Unternehmungen, für die das Wetter potentiell eine erhebliche Gefahr bedeuten kann, lediglich auf Grundlage von solchen einfachen Symbolprognosen zu unternehmen -egal welcher Quelle diese zugrunde liegen.

 

Was sollte man bei den Punktprognosen beachten?

Alle Punktprognosen sind automatisierte Vorhersageprodukte. Sie können wegen ihres großen Umfanges weder von einem Meteorologen gesichtet bzw. manipuliert werden. Eine von einem Meteorologen verfasste Textprognose kann daher in manchen Fällen von den Punktprognosen abweichen oder sogar widersprüchlich sein.

Gravierende Abweichungen sollten als Indiz für eine “unsichere” Prognose gedeutet werden. Welche Prognose dann im Einzelfall zutreffen wird, lässt sich im Vorhinein natürlich nicht sagen. In den meisten Fällen ist eine vom Menschen verfasste Prognose als höherwertig einzustufen als eine automatische Prognose.

  • Das Wettersymbol soll das “charakteristische” Wetter anzeigen. Es dient also dem schnellen Eindruck über die Wetterentwicklung, kann aber eine ausführliche Prognose nicht ersetzen!
    Beispielweise werden sehr geringe Niederschläge (in der Menge oder der Wahrscheinlichkeit) im Symbol typischerweise nicht dargestellt, um eine systematisch zu “negative” Prognose zu vermeiden. Dies gilt aber nur für die hier dargestellten Punktprognosen. Welche Algorithmen zur Symbolgenerierung bei anderen Anbietern/Quellen verwendet werden, ist in der Regel unbekannt.
    In vielen Fällen ist es nicht möglich, einen komplexen Verlauf auf ein einzelnes Symbol herunterzubrechen. Dieser Reduktion auf das Wesentliche sollte man sich bewusst sein.
    Wir raten davon ab, Unternehmungen, für die das Wetter potentiell eine erhebliche Gefahr bedeuten kann, lediglich auf Grundlage von solchen einfachen Symbolprognosen zu unternehmen -egal welcher Quelle diese zugrunde liegen.
  • Alle Zeitpunkte beziehen sich auf UTC (vormals “Greenwich-Meantime”). Dies ist in der Meteorologie üblich. Zur Mitteleuropäischen Normalzeit (=Winterzeit) MEZ addiert man 1 Stunde dazu, zur mitteleuropäische Sommerzeit MESZ 2 Stunden. 12 UTC ist also 13 Uhr MEZ bzw. 14 Uhr MESZ
    Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Schneefallgrenze, Temperatur gelten für den jeweiligen Zeitpunkt.
    Der Wind ist aufgrund der komplexen Topographie nur ungenau vorherzusagen und sollte als Größenordnung verstanden werden. Aussagekräftiger ist der Verlauf, also eine etwaige Windzunahme oder -Abnahme.
    Neuschnee, Niederschlagsmenge, Niederschlagswahrscheinlichkeit, Gewitterwahrscheinlichkeit, Sonnenscheindauer, Wettersymbol: Gelten immer für den Zeitschritt vor dem Termin. Bsp: 3 mm Niederschlag um 12 UTC heißt bei einem 6-stündigen Vorhersageintervall, dass 3 mm (= 3 Liter pro Quadratmeter) Niederschlag zwischen 6 und 12 Uhr UTC prognostiziert werden – unabhängig von der Art des Niederschlages.
  • Tageswerte: Sind 24 Stunden-Werte, im Regelfall eine Zusammenfassung von 0-24 UTC.
    Ausnahmen: Niederschlagsmenge, Niederschlagswahrscheinlichkeit, Neuschneemengen beziehen sich auf den Zeitraum 6 UTC bis 6 UTC Folgetag. Damit hat man aber einen schnellen Überblick, wieviel es voraussichtlich beim Antritt einer Tour (normalerweise in der Früh) in den letzten 24 Stunden geregnet und/oder geschneit hat.
    Der Tageswert der Niederschlagswahrscheinlichkeit ist der höchste Wert der einzelnen Zeitschritte, dieser kann also auch in der Nacht liegen!
  • Schneefallgrenze: ist ein gewichtetes Mittel der Schneefallgrenzen der einzelnen Zeitschritte mit den Niederschlagsmengen. Phasen stärkeren Niederschlags gehen also in der Berechnung stärker ein als schwache Niederschläge
  • Das Tagessymbol soll einen schnellen Überblick über den Tag mit Tageslicht (!) anzeigen, an dem man normalerweise Bergtouren unternimmt. Es ist also abhängig von der Tageslänge, im Sommer werden mehr Zeitschritte berücksichtigt als im Winter.
    Beispiel zur Interpretation: Ein Tagessymbol ohne Niederschlag, aber gleichzeitig einer hohen Tages-Niederschlagswahrscheinlichkeit ist kein Fehler oder Widerspruch, sondern ein Indiz für Niederschlag hauptsächlich während der Nacht.
 

Was sollte man bei den angegebenen Werten in den Textprognosen beachten?

  • Die Angabe der Neuschneehöhe soll im Winterhalbjahr ein Hinweis sein, mit welchen Bedingungen (Spurarbeit, Änderung der Lawinengefahr, etc.) man bei Touren im winterlichen Hochgebirge zu rechnen hat. Da diese üblicherweise in der Früh beginnen, wird die Neuschneemenge von der Erstellung der Prognose bis in die Morgenstunden des Folgetages quantifiziert. Sollten sich tagsüber (weitere) relevante Schneefälle abzeichnen, wird darauf in den „Besonderen Bemerkungen“ bei der Gesamtalpenprognose hingewiesen. Weiters beziehen sich die Neuschneemengen auf einen Seehöhenbereich, in dem je nach Jahreszeit üblicherweise Touren erfolgen (im Hochwinter ca. 1500 bis 2500m, Spätwinter und Frühjahr 2000 bis über 4000m).
  • Die Angaben zu den Temperaturen in den verschiedenen Höhenlagen beziehen sich immer auf freie Gipfellagen zur Mittagszeit. In Tälern oder Hanglagen ist die Temperatur je nach Exposition, Sonneneinstrahlung und Geländecharakteristik meist um wenige Grad höher oder tiefer. Die Höhe der Nullgradgrenze bezieht sich auf die Mittagszeit. Die Schneefallgrenze liegt in der Regel 300 bis 400 m tiefer. Vor allem im Winter und den Übergangsjahreszeiten bilden sich während der Nacht Inversionen, die mehrere Nullgradgrenzen in unterschiedlichen Höhen zur Folge haben können. In diesen Fällen wird die am höchsten liegende Nullgradgrenze angegeben. Markante Temperatursprünge (Kalt- oder Warmlufteinbruch) werden im Textblock dargestellt.
  • Die Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen werden für freie Lagen prognostiziert und beziehen sich immer auf den mittleren Wind. Böenspitzen liegen typischerweise 1,5 bis 2-fach über dem Mittelwind. Lokale Gegebenheiten können nicht vollständig erfasst werden. Überregionale besondere Windereignisse wie beispielsweise der Föhn werden zwar erwähnt, aus Platzgründen beschränken wir uns allerdings auf Formulierungen wie „typische/bekannte Föhnstriche/Föhnregionen“.
  • Die Gewitterneigung oder das Gewitterrisiko wird in verschiedenen Stufen angegeben, je nachdem, ob keine, wenige, einige oder zahlreiche Gewitter in einer bestimmten Region erwartet werden. Für das Auftreten eines Gewitters kann man üblicherweise weder den genauen Ort, noch die genaue Uhrzeit vorhersagen. Wie beim "Kochtopf-auf-dem-Herd-Prinzip" weiss man nicht, wann und wo genau die Blasen im kochenden Wasser nach oben steigen werden. Jedoch kann man über Stufen (wie bei der Herdplatte) angeben, wie hoch die Neigung oder Wahrscheinlichkeit dafür ist. 

    Gering (bis 30%): Nur eine geringe Anzahl von Gewittern kann sich in der Region bilden, vielerorts bleibt es aber gewitterfrei.

    Mäßig (30-60%): In der Region bilden sich einige oder mäßig viele Gewitter, aber bei Weitem nicht überall.

    Hoch (größer 60%): Es bilden sich verbreitet Gewitter in der Region, das Risiko ist also hoch, es muss aber nicht überall gewittern.

 

Wie zuverlässig sind die Prognosen?

Die Berichte umfassen eine Detailprognose für den nächsten Tag, eine weitere umfangreiche Prognose für übermorgen und überübermorgen, sowie für die Vorausplanung einen Trend. Nicht jede Wetterlage ist mit gleicher Verlässlichkeit vorhersagbar, aufgrund des Fehlerwachstums in den Wettermodellen nimmt im Allgemeinen die Prognosegüte von Tag zu Tag ab. Aus diesem Grund werden die Details mit zunehmendem Prognosezeitraum weniger. Die Angabe der Prognosegüte für übermorgen und überübermorgen gibt an, welches Vertrauen der Meteorologe in die Vorhersage hat und dient dem User als Einschätzung für die Eintrittswahrscheinlichkeit der Wetterentwicklung. Die textliche Ausführung des Meteorologen stellt dabei das wahrscheinlichste Szenario dar.

 

Eine Zuverlässigkeit von mehr als 80 % wird als hoch eingestuft. Die Vorhersage kann beim Wort genommen werden, auch wenn eine Überraschung – vor allem durch lokale Wettereffekte - immer möglich ist.

Eine Zuverlässigkeit zwischen 60 und 80 % gilt als mittel. Die Vorhersage mag als Grundlage für die Planung dienen, aber eine Alternativstrategie sollte vorbereitet werden.

Eine Zuverlässigkeit von 60 % wird als tief eingestuft. Der vorhergesagte Wettertyp entspricht zwar dem wahrscheinlichsten aller möglichen Wetterszenarien, aber es empfiehlt sich nicht, sich auf diese Prognose für die Planung kritischer Aktivitäten abzustützen. Es wird empfohlen, aktuellere Prognosen einzuholen.