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Wanderungen auf Bergbauspuren

Bergleute zählten zu den ersten Bergsteigern! Besonders im Mieminger Gebirge und im Karwendel kann man ihren Spuren auf schönen, ausgedehnten Touren folgen. Mehr Infos zum Artikel in DAV Panorama 3/2019


Bergbau in den Alpen gibt es viel länger als Bergsteigen, die Spuren sind teilweise sogar an der Oberfläche sichtbar, wie etwa beim Erzberg in der Steiermark. Die hier beschriebenen Tourenvorschläge sind aus Süddeutschland schneller erreichbar; die Talorte sind Ehrwald bzw. Biberwier nördlich vom Fernpass und Scharnitz bzw. Hall in Tirol. Die Tagestouren am Marienbergjoch und im Halltal sind auch mit Kindern und schon früh und noch spät im Jahr machbar. Die Überschreitung des Tajatörls und die Karwendel-Durchquerung stellen höhere Anforderungen und sind eher in den echten Sommermonaten machbar.

 

Außerfern/Mieminger Gebirge

1) Tagestour: Marienbergjoch

Diese Wanderung empfiehlt sich als erste Tour, da sie ein Grundverständnis für den Bergbau vermittelt. Montanwanderweg von der obersten Bergstation Marienbergjoch (1789 m) der Lifte zur Talstation Biberwier (1012 m, mit Abstecher zum Schachtkopf, 1642 m). 2 ½ - 3 Std., 800 Höhenmeter, mittelschwer. In umgekehrter Richtung bergauf 3 – 3 ½ Std.

 

Von der Bergstation Gipfelabstecher möglich (Trittsicherheit, keine Kletterei):

  • Höllkopf (2194 m) 2 – 2 ½ Stunden, 550 Höhenmeter
  • Handschuhspitze (2319 m), 2 ½ - 3 Std., 680 Höhenmeter

2) Tagestour: Ehrwalder Alm

Ehrwalder Alm (1502 m, Bergstation der Seilbahn ab Ehrwald, 1108 m) – Richtung Seebensee – Brendlkar – Tajatörl (2259 m) – Coburger Hütte (1917 m) – Seebensee – Ehrwalder Alm: 6 - 6 ½ Std., 800 Höhenmeter. Trittsicherheit erforderlich, keine Kletterei (mittelschwer).

Kurz nach Tajatörl: Gipfelabstecher Hinterer Tajakopf (2408 m) möglich, plus 1 ½ Std. 150 Hm, schwer, Stellen I.

Wenn statt der Seilbahn zu Fuß auf- oder abgestiegen wird (leicht zur Ehrwalder Alm; direkter und schwieriger über den Immensteig; Abstieg schwierig über Hohen Gang), kostet das zusätzlich 1 Std. für den Auf-, bzw. 40 Min. für den Abstieg, jeweils 400 Höhenmeter.

 

Karwendelgebirge

3) Zweitagestour von Scharnitz nach Hall in Tirol

  1. Tag: Scharnitz (964 m) – Parkplätze Karwendeltäler – Richtung Hinterautal – Fußweg Gleirschtal (rechts des Flusses) – Gleirschklammsteig – Möslalm – Pfeishütte (1922 m); 5 Std., 1100 Hm meist Aufstieg
  2. Tag: 1400 Höhenmeter Abstieg: Pfeishütte – Stempeljoch (2215 m) – Herrenhäuser – St. Magdalena (1287 m, Einkehr). Nun 3 Möglichkeiten ins Tal: a) per Wanderbus; b) der Beschilderung „Rodelbahn“ folgend zur Straße und diese talwärts (mit weiteren Infotafeln des Solewanderwegs); c) Fluchtsteig (schöner/alpiner, keine Infotafeln). Am Ende von der Salzbergstraße oder Bettelwurfsiedlung unterhalb des Halltal-Parkplatzes Busverbindungen zum Bahnhof in Hall (560 m) und Rückfahrt nach Scharnitz. 4 ½ Std. ohne Gipfel, 300 Hm Aufstieg

Gipfelabstecher vom Stempeljoch: Stempeljochspitze (2543 m, 1 ½ Std., unschwierig) oder Pfeiser Spitze (2347 m, 1 Std., Klettersteig B/C)

 

4) Familien-Tagestour nur Halltal/Solewanderweg

Durch die Straße mit den Infotafeln, parallele Steige wie den Fluchtsteig und den etappenweisen Wanderbusverkehr gibt es hin und zurück viele Kombinationsmöglichkeiten. Mit kleineren Kindern ist der Fluchtsteig nicht zu empfehlen. Am spannendsten sind die Herrenhäuser und St. Magdalena (Tafeln 8-12), die Tafeln im unteren Tal sind für tiefer Interessierte, hierfür muss man aber auf der weniger schönen Straße bleiben. Gehzeit: aufwärts 2 ½ Std., abwärts 1 ½ Std.

 

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