logo-dav-116x55px

UV: Licht und Schatten

Für Bergaktive gilt, dass selbst dunkle Hauttypen unter der oftübermäßigen UV-Belastung leiden. Für sie – und erst recht für Hellhäutige mit hohem Risiko – empfiehlt sich: im Gebirge Produkte der Sonnenschutz-Kategorie „hoch“ oder „sehr hoch“ auftragen (Schutzfaktor >25). Fast alle Produkte bieten mittlerweile auch ausreichend Schutz vor UV-A-Strahlen. Diese dringen viel tiefer in die Haut ein als UV-B-Strahlen, lassen die Haut vorzeitig altern und können die Entstehung von Hautkrebs begünstigen.

 

Es gibt Tabellen, die nach „Hauttyp“ und aktuellem „UV-Index“ den idealen Schutzfaktor bestimmen. Wer im Gebirge unterwegs ist, setzt sich allerdings einer wesentlich intensiveren Belastung aus, so dass generell ein Lichtschutzfaktor (LSF) von über 25 zum Einsatz kommen sollte (europäische Klassifikation „hoch“); auf Gletschern,Hochtouren und bei schneebedingter Totalreflexion empfiehlt sich ein LSF über 50 („sehr hoch“). Weil die dünnere Atmosphäre weniger absorbiert, nimmt die UV-Strahlung höhenbedingt zu. Während das deutsche Hautfachärzte-Netzwerk „onkoderm e.V.“ pro tausend Meter Höhenunterschied eine Belastungszunahme von sechs Prozent veranschlagt, nimmt laut der Schweizer Krebsliga die Intensität der UV-Strahlen pro tausend Höhenmeter um bis zu zehn Prozent zu; das Kompendium „Gebirgs- und Outdoormedizin“ des Schweizer Alpenclubs SAC spricht sogar von einer bis zu 15-prozentigen Zunahme. „Wolken und Nebel können für mehr als 80 Prozent der UV-Strahlung durchgängig sein“, heißt es dort ebenfalls. Wie Messungen am Jungfraujoch (3570 m) belegen, nimmt seit den 1980er Jahren die UV-Strahlung pro Jahrzehnt um etwa zehn Prozent zu. An einem sonnigen Sommertag ist der UV-Index auf dem Jungfraujoch mit einem Wert von 13 ebenso hoch wie im südaustralischen Sommer.

 

Auf Nummer sicher Neben besonders exponierten Körperteilen wie Gesicht, Ohren, Hals und Händen leiden auch die Augen unter zu viel UV-Strahlung. Aus der Schneeblindheit, einer Schädigung der äußeren Hornhaut des Auges, entwickelt sich im Extremfall als Spätschaden ein Grauer Star. Sonnenbrillen sollten deswegen mindestens die Schutzkategorie 3 besitzen; für Skifahrer, auf Schneeflächen und Gletschern empfiehlt sich Kategorie 4, wobei es gerade dort auch auf einen guten Seitenschutz ankommt. Denn  reflexionsbedingt treffen UV-Strahlen auch seitlich oder von unten auf die Augen. Optimal ist eine Sonnenbrille mit der EU-Kennzeichnung „CE“ und zusätzlich „UV 400“. Die für das Auge schädlichen UV-Strahlen haben eine Wellenlänge von bis zu 400 nm (UV-A); UV-400-Brillen sollten die gesamte UV-Strahlung herausfiltern.

 

Sonnenbrand und Sonnenstich

In aufgeheizten Karen steigt die Gefahr eines Sonnenstichs. Foto: Martin Roos
In aufgeheizten Karen steigt die Gefahr eines Sonnenstichs. Foto: Martin Roos
 

Wer akut zu viel Sonne erwischt hat, sollte sofort in den Schatten und die betroffen Stellen mit einem kühlenden Wund- und Brandgel versorgen. Bei starker Verbrennung eignet sich bis zum Arztbesuch Azetylsalizylsäure, weil es Schmerzen und Zellschäden mindert. Der Arzt verschreibt unter Umständen Kortison, um Spätfolgen abzuwenden. Weil die Gabe von aber nur innerhalb der ersten sechs Stunden Sinn mache, rät die Dermatologin Weiglein-Gillitzer dazu, möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen. Medizinische Hilfe kann auch bei einem Sonnenstich notwendig sein. Der übermäßige Wärmestau reizt das Zentralnervensystem und der Kopf ist rot und heiß, während die übrige Haut kühl ist. Dazu kommen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel. Sofortmaßnahmen sind Schatten, feuchte Tücher auf Kopf und Nacken und viel Trinken.

 

Linktipps

·        Informationen von einem fachübergreifenden Bündnis, koordiniert
          vom Bundesamt für Strahlenschutz:bfs.de/de/uv

·        Informationen der Europäischen Hautkrebsstiftung: escf-network.eu

·        UV-Index, erklärt vom Deutschen Wetterdienst:
         http://tinyurl.com/UV-Info-DWD

·        UV-Belastung aktuell, je nach Region: uv-index.de

·        Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
         Arbeitsmedizin zum Kauf von Sonnenbrillen:
         baua.de/de/Publikationen/Faltblaetter/F9.html

 

Den gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Panorama.