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Trekking in Mittelschweden: Jämtlandsfjäll

Ob mit Zelt durch die Wildnis oder über den Wanderweg mit Übernachtung in Fjällstationen: Auf dem Jämtlandsfjäll in Mittelschweden haben Wander*innen viele Möglichkeiten.

Mehr Infos zum Artikel in DAV Panorama 2/2021

 

Gebirgsmassive in nordischer Tundra

Die mittelschwedische Provinz Jämtland liegt an der Grenze zu Norwegen und wird im Westen vom Gebirgszug der Skanden durchzogen. Das dünn besiedelte Gebiet mit der Provinzhauptstadt Östersund (50.000 Einwohner) zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wäldern, Seen und nordischer Tundra, aber auch steil aufragenden Gebirgsmassiven aus.

 

Das weit verzweigte Netz markierter Wanderwege ermöglicht reizvolle Touren unterschiedlichster Länge und Schwierigkeit – von der leichten Wanderung in Talnähe bis zu mehrtägigen oder -wöchigen Trekkingtouren mit oder ohne Hüttenbenutzung. Morastige Abschnitte sind oft mit Planken gangbar gemacht. Längere Touren erfordern jedenfalls Fitness, Selbständigkeit und Orientierungsvermögen. Wanderungen im Fjäll sollten nicht unterschätzt werden: Eine Höhe von 1000 Metern hier entspricht etwa einer Höhe von 2200 bis 2500 Metern in den Alpen.

 

Reisezeit

Die Wandersaison im Fjäll ist wegen der nördlichen Lage kurz: Bis in den Juni/Juli ist mit ausgedehnten Schneefeldern und durch Schmelzwasser teilweise unpassierbaren Flüssen zu rechnen. Bereits Ende September fällt wieder Schnee. Die vorgestellte Tour durch das Jämtlandsfjäll wurde im späten August unternommen, wobei in einigen Nächten bereits leichter Frost herrschte.

 

Übernachten

In den Hauptwandergebieten betreibt der schwedische Wanderverband STF einfachere Hütten und sogenannte Fjällstationen mit erweitertem Service und höherem Komfort (nähere Hinweise zu den einzelnen Unterkünften findet man auf www.svenskaturistforeningen.se). Wer sich unabhängig von der Hütteninfrastruktur bewegen oder diese nur gelegentlich nutzen möchte, darf fast überall wild zelten, sofern dies verantwortlich praktiziert wird. Das Entzünden von Lagerfeuern kann in Perioden erhöhter Waldbrandgefahr eingeschränkt oder gänzlich verboten sein.

 

Ausgangspunkt

Als Start- und Versorgungspunkte eignen sich neben der Provinzhauptstadt Östersund (Flughafen mit Verbindung nach Stockholm) die Orte entlang der Straße/Bahnlinie Östersund-Trondheim. Aufgrund der guten Zugverbindung ist auch eine Anreise per Bahn möglich; Infos dazu findet man auf www.sj.se, www.resplus.se, einen Reiseplaner für Zug und Bus bietet www.resrobot.se, und die Busverbindungen in Jämtland gibt es auf www.lanstrafiken.se.

 

Routenwahl

Die in DAV Panorama vorgestellte Trekkingtour erstreckt sich über zehn Tage und 150 Kilometer. Der Autor übernachtete ausschließlich im Zelt, wobei gelegentlich Hütten zur Rast und Versorgung genutzt wurden. Die gewählte Route ist als ein exemplarischer Vorschlag zu verstehen. Auf www.alpenvereinaktiv.com ist der genaue Verlauf festgehalten. In der Region bestehen jedoch viele Möglichkeiten, sich individuell eine Tour beliebiger Länge zusammenzustellen. Sehens- und erlebenswert sind in jedem Fall – gute Witterung vorausgesetzt – die Bergmassive Helags und Sylarna.

 

Landkarten und Literatur

Wer überwiegend markierten Pfaden oder topografisch markanten Linien folgt, der kommt in der Regel mit der Karte im Maßstab 1:100.000 „Jämtlandsfjällen“ aus dem Calazo Verlag zurecht, die auch bei GPS-Nutzung zusammen mit einem Kompass in den Rucksack gehört. Darüber hinaus gibt es im Fachhandel detailliertere Landkarten in den größeren Maßstäben 1:50.000 oder 1:25.000.

 

Literatur: Sabine Gilcher, Schweden Mitte, Bergverlag Rother (50 Tourenvorschläge im südlichen Norrland, davon einige für das Jämtlandsfjäll, nützliche allgemeine Infos für das Wandern in Schweden).