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Hannah Meul: Auf dem Weg nach Tokyo

(Auszug aus dem Beitrag "Auf dem Weg nach Tokyo" in Panorama 4/2018)

 

Sie darf bereits in diesem Jahr olympische Luft schnuppern, denn sie löste bei der Jugend-WM in Innsbruck 2017 eines der begehrten Tickets für die Youth Olympic Games in Buenos Aires: Hannah Meul vom DAV Rheinland-Köln. Im Oktober 2018 wird sie in Argentinien als einzige Deutsche erstmals unter den fünf Ringen im Olympic-Combined-Format an den Start gehen. Für die 17-jährige Schülerin aus Frechen eine außergewöhnliche Erfahrung und ein Ziel, auf das sie hintrainiert: Auf fünf Einheiten mit 12 bis 15 Stunden pro Woche beläuft sich Hannahs Pensum – plus eine zusätzliche Kraft- und Athletik- Einheit am Kölner Olympiastützpunkt, wo sie als Mitglied des Perspektivkaders sämtliche Betreuungsangebote nutzen kann.

 

Herausforderung Olympic Combined

„Ich trainiere durch das neue Format schon mehr – alleine dadurch, dass die Speed-Einheit dazugekommen ist“, berichtet die amtierende Deutsche Meisterin im Lead. Wie für die meisten deutschen Kaderathleten ist Speed auch für sie die eher ungeliebte Disziplin, die nun eben dazugehört: „Das neue Format ist schon anstrengend und man muss zwischen den Runden immer unter Spannung bleiben.“ Doch vor allem der Kopf muss mitspielen. Bei den ersten Final-Einzügen hatte Hannah noch mit starker Aufregung zu kämpfen, nun hat sie die Nervosität besser im Griff: durch mehr Erfahrung, aber auch durch die Konzentration auf die Atmung und das Fokussieren auf die Dinge, die gut laufen.

 

Youth Olympic Games: Das Beste geben

Der Kopf ist für Hannah auch bei Olympia das Zünglein an der Waage, denn anders als eine Weltcupserie finden die Olympischen Spiele eben nur alle vier Jahre statt: „Da muss man in der Qualifikation und im Finale abliefern können.“ Sich voll und ganz auf das eigene Klettern konzentrieren und sich im Wettkampf nicht mit anderen vergleichen, das ist für sie am wichtigsten und auch ihr Vorsatz für die Youth Olympic Games: „Ich möchte mein Bestes geben und in jeder Runde zeigen, was ich kann.“ Erfahrungen sammeln und sicherer werden bei den Erwachsenen-Wettkämpfen, das sind momentan ihre Hauptziele vor dem Qualifikationsjahr 2019. Denn eine Olympia-Teilnahme 2020 wäre für Hannah ein Traum.

 

Auch die schulischen Leistungen stimmen

Die Disziplin, die sie für das Training aufbringt, braucht sie auch in der Schule, um beides unter einen Hut zu bringen. „Durch das Klettern habe ich gelernt, mich auf eine Sache zu konzentrieren.“ Hannah besucht die elfte Klasse des Erzbischöflichen Berufskollegs Köln und macht im nächsten Jahr ihr Fachabitur im Sozial- und Gesundheitswesen. Die Vereinbarkeit klappt gut und die Schule unterstützt sie sehr – natürlich vorausgesetzt, dass die schulischen Leistungen stimmen. Ihr Berufswunsch: Erzieherin, denn die Arbeit mit Kindern macht ihr unglaublich viel Spaß. Ihr erstes Schülerpraktikum hat sie in einer Kletterhalle gemacht und dort auch mit Kindern trainiert. „Ich finde es toll, das Strahlen in den Augen zu sehen, wenn die Kinder über sich hinausgewachsen sind.“

 

Auf der Wunschliste: Bouldergebiete in aller Welt

Auch wenn die Zeit zwischen Schule und Wettkämpfen knapp ist, versucht Hannah so oft wie möglich am Fels vom Wettkampfstress runterzukommen. Vor allem die Blöcke in Fontainebleau haben es ihr angetan. Hier konnte sie bereits zwei 7C-Boulder knacken. Das Klettern draußen hat für Hannah seine ganz eigenen Reize: „Man beschäftigt sich mehr mit sich selbst und dem Boulderproblem und hat keinen Druck.“ Momentan kommt das Felsklettern für Hannahs Geschmack allerdings etwas zu kurz. Nach dem Fachabitur will sie sich deshalb zwar voll auf die Wettkämpfe konzentrieren, aber zwischendurch auch die Klettergebiete bereisen, die schon lange auf ihrer Wunschliste stehen, wie zum Beispiel Hueco Tanks und Boulder in den USA sowie Spanien und Südafrika. 

 

Hannah Luisa Meul

Geburtsdatum: 3.4.2001
 

Erfolge Wettkampf 2017

  • 2. Platz bei der Jugend-EM im Combined in Saint-Etienne
  • 1. Platz bei der DM Lead 2017 in Hilden
  • 1. Platz beim European Youth Cup Bouldern in Sofia
  • 5. Platz bei der WM Jugend A Bouldern in Innsbruck
  • 12. Platz beim Boulder-Weltcup in Meiringen
  • Deutsche Jugendmeisterin Jugend A