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„Ich strenge mich gerne an, um etwas zu erreichen“

Wenn man alles auf Anhieb schafft, hat man die Ziele zu tief gesteckt, findet Maria Pilarski. Das komplette Interview zu DAV Panorama 4/15.

 

Du kommst gerade aus Marokko. Mit wem warst du dort und was habt ihr gemacht?

Mit Marie und Franzi aus dem Kader und Maries Freund Tobi, der im Jungskader ist, war ich in der Taghiaschlucht. Es war spannend: richtig guter, teils messerscharfer und korallenartiger Fels, hohe Wände. Ein breites Spektrum, von wilden alpinen Routen bis zu gut eingebohrten Sportklettereien. Schön gelegen, weit weg von allem. Ein malerisches kleines Dorf und vielleicht 20, 30 Kletterer, also nicht überlaufen.

Es gibt Strom dort, aber kein Handynetz. Du hast das Gefühl, dass nichts passieren sollte. Diese Ausgesetztheit war eine neue Erfahrung für mich. Aber auch das Gemeinschaftsgefühl: In einer anderen Seilschaft hat einmal ein Kletterer einen Stein abbekommen; als das Team abends nicht zurück war, haben wir uns aus Sorge gemeinsam für eine Rettungsaktion bereit gemacht.

Wir sind fast jeden Tag geklettert, obwohl die Haut vom scharfen Fels schnell durch war. Zuerst ein paar Klassiker, dann auch schwierigere Routen.

 

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Eisklettern bei L'Argentiere-la-Bessée, Foto: Dörte Pietron

 

Vorher war der Frauenkader zum Eiscamp in Chamonix. Wie lief das?

Sehr gut. Eis- und Mixedgelände ist mein Ding. In Marokko war’s mir eher zu warm, in Chamonix war’s ideal. Es kommt ja dort selten vor, dass man eine Woche lang perfektes Wetter und Bedingungen hat; wir mussten nicht lange nach unseren Touren suchen. Mal eine schwierigere Mixedroute, dann wieder was längeres mit Alpingelände, wie „Fil a plomb“, wo man auch gut die alpinen Sicherungstechniken üben kann.

Unser Team ist voll motiviert und es ist klasse, in einer Gruppe unterwegs zu sein, die voll mitzieht. Bei zwei Touren waren wir erst spät am Ausstieg, kurz vor Dunkelheit, dann bist du müde und magst kaum noch, aber alle haben sich gegenseitig motiviert, dranzubleiben und weiterzumachen.

 

Hast du von deinen Zielen für den Winter etwas verwirklichen können?

So ganz konkrete Ziele hatte ich eigentlich nicht, ich wollte nur viel Eisklettern, auch mal was Schwereres. Wir konnten den Seebenseefall machen, der hat mir super gefallen. Im Pitztal dann noch die Säule „Havanna“. Aber sonst war ich mehr beim Felsklettern: an Silvester in der Türkei, jetzt gerade in Marokko. Das hat den Winter sozusagen vorzeitig beendet. Sobald man einmal angefangen hat mit dem Felsklettern, schätzt man die Wärme und es zieht einen nicht mehr so ins Eis.

 

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Maria Pilarski in "Vent du Dragon" (Chamonix), Foto: Dörte Pietron

 

Wie verlief dein Einstieg in den Bergsport und wie ging’s dann weiter?

Ich komme aus Braunschweig und war von dort aus früher mit den Eltern gelegentlich wandern. Als ich dann zum Studium nach München gezogen bin, habe ich mit dem Klettern angefangen. Dann kam ich bald zum DAV, zur Jungmannschaft der Sektion München, habe in der Uni Kletterpartner gefunden. Vom Sportklettern ging’s zum Alpinklettern, auf erste Hochtouren, Skitouren, zum Eisklettern – und dann hat man eigentlich schon alles beieinander. Angefangen mit Klettern hab ich vor vier, fünf Jahren, im gleichen Winter schon das Eisklettern ausprobiert. Das braucht etwas länger, bis man sicherer wird, aber wenn einen Leute unterstützen, Tricks zeigen, Tipps geben, geht sogar das ziemlich schnell.

Anfangs war ich natürlich oft in der Kletterhalle, aber auch in den bayerischen Voralpen (mit dem Zug), mit der Jungmannschaft dann auch im Frankenjura. Der harte Kern waren da gelegentlich zehn bis zwanzig Leute, aber durch die Studenten gibt’s natürlich viel Wechsel. Es ist keine wirklich feste Gruppe, sie bietet aber schnell Anschluss, mit Gruppenabenden und Gemeinschaftstouren. So etwas macht für mich ein Vereinsleben aus, nicht ein großes kommerzielles Angebot.

 

Was hast du vorher sportlich getan? Machst du davon noch etwas?

Ich hab vieles ausprobiert. Judo, auch wettkampfmäßig. Skilanglauf, Triathlon. In Braunschweig gab es eine gute Langlaufabteilung mit Trainingsgruppe und Vereinsheim im Harz. Wir haben viel gemeinsam trainiert und sind zu Volksläufen gefahren. Der Ausdauersport war mein Ding, vor allem die längeren Distanzen. In München habe ich leider keine geeignete Trainingsgruppe gefunden. Diesen Winter habe ich zwar mal wieder beim König-Ludwig-Lauf mitgemacht und es ist ganz gut gelaufen, das hat voll motiviert. Aber wann sollte ich das noch unterbringen neben dem Bergsport?

 

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An den Klippen von North Wales, Foto: Sophie Whyte

 

Was motiviert dich im Bergsteigen?

Das Klettern macht mir am meisten Spaß. Die Bewegung und das Draußensein. Im Frankenjura ist es schon auch schön, aber am liebsten bin ich in den Bergen. Ich genieße die Ruhe, das rauskommen aus dem Alltag, aus der Stadt. Wenn’s viele Menschen hat, das mag ich nicht so. Berge, auf die hunderte Menschen hochrennen, meide ich. Wenn man dann überholen muss oder überholt wird, dann wird’s ätzend, vor allem an alpinen Graten mit Steigeisen an den Füßen.

Ich suche lieber entlegene Ziele oder gehe zu Zeiten wo nicht so viel los ist. Wir waren mal Ende September in der Nordwand der Großen Zinne; das war zwar schon sehr kalt und nicht gerade angenehm zu klettern, aber dafür waren wir ganz allein in der Wand.

Auch den Aspekt Abenteuer am Berg mag ich, es hat ja so viele Komponenten. Du musst körperlich fit sein, stark im Kopf, die Tour gut planen, überlegen wie du’s angehst, mit der richtigen Ausrüstung tüfteln. Das ist wahnsinnig komplex. Aber auch auf einem Gipfel zu stehen, aus der Tour auszusteigen: Das ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Nach dem Laufen ist es vielleicht ähnlich, aber nicht so anhaltend. An anstrengende Klettertouren erinnere ich mich viel besser als an noch so harte Langlauftouren.

Spannend ist auch, was man mit dem Seilpartner erlebt. Extreme Situationen schweißen eng zusammen. Es braucht eben Vertrauen, wenn ich mein Leben bei jemandem ans Seil binde.

Der Bergsport hat viele Dinge, die einen dabeihalten. Auch wenn man während der Tour mal anfängt zu fluchen oder sich fragt „warum bin ich nicht daheimgeblieben?“ – am Ende fragt man sich das nicht mehr. Oder beim Eisklettern: „warum hänge ich hier in der Nordwand und drüben scheint die Sonne?“ Trotzdem macht man’s immer wieder.

 

Geht es beim Bergsteigen um bestimmte Touren oder Schwierigkeitsgrade?

Um Namen geht’s nicht. Aber natürlich hört oder liest man mal von Touren und legendären Erstbegehern, von Hermann Buhl, von Cassin, und möchte dann selber mal diesen Klassiker klettern. Es hat ja normalerweise einen Grund, dass eine Route ein Klassiker ist. Oft bieten sie lohnende Kletterei oder sind Linien, die ins Auge stechen. Manchmal denke ich, dass ich gerne vor hundert Jahren gelebt hätte, wo man noch so viele schöne Linien erschließen konnte – so viel Neuland vor der Haustür.

Aber es gibt auch genug unbekannte, spannende Touren. Und letztlich klettert man ja nur für sich selber. Große Nordwände sind Touren die mich reizen, zum Teil auch wegen ihrer Geschichte, aber ich würde sie nur für mich selber machen.

 

Wie findest du deine Ziele; welche Touren reizen dich?

Unterschiedlich: mal schnappt man was auf, hört was von Freunden, liest einen Artikel. Oft blättere ich Kletterführer durch von Gebieten wo ich noch nicht war, und schaue was mich reizen könnte.

Wenn ich an den Wilden Kaiser denke, wo ich diesen Sommer gerne öfter hingehen möchte, dann kommen natürlich als erstes die Klassiker in den Sinn, die weit bekannt sind. Wenn ich ins Val di Mello fahre, wo man nicht so viel gehört hat, frage ich vorher jemanden der schon dort war. Aber es gibt auch Geheimtipps wie die Vulkanitrisse, die die Riegler-Brüder bei Bozen eröffnet haben, von denen man mal eine Notiz liest und die dann super Spaß machen können.

 

Welche Disziplin ist dir die liebste?

Kombiniertes Gelände: Mixedkletterei, dann wieder Eis oder Schnee, möglichst noch ein Gipfel dazu. Das sind die perfekten Touren.

 

Welche Rolle spielen für Dich Grenzerfahrung und -erweiterung?

Ich finde es spannend, herauszufinden wo meine Grenzen sind, mich psychisch zu fordern. Stärke kann aber auch erschöpft werden, physisch wie im Kopf.

Es ist gut, wenn man was schafft, was man sich zuerst nicht zugetraut hat. Aber das Risiko dabei muss kontrollierbar sein. Ich bin lieber defensiv unterwegs und nicht gerne an der Grenze. Andererseits: Die Komfortzone ist zwar angenehm, beim Sportklettern muss man aber manchmal aus ihr raus, um festzustellen, dass man mehr kann.

 

Wie behältst du dabei das Risiko im Griff?

Beim Alpinismus lasse ich mehr Abstand zur Grenze. Weil da viel Unerwartetes kommen kann, viele verschiedene Faktoren auf dich einwirken, es nicht nur auf Kraft, Kondition und Taktik ankommt. Da möchte ich Reserve haben.

 

Kann dich eine Genusstour wirklich glücklich machen?

Natürlich. Ich brauche nicht immer den Nervenkitzel. Es kann genauso schön sein, mit guten Freunden eine gemütliche Tour zu machen, einen schönen Tag am Berg zu erleben. Ich nehme gerne Freunde mit, die nicht so gut klettern. Dann gehen wir einen gemütlichen Hochtourengrat und genießen einen schönen Tag.

Aber ab und zu reizt es mich, etwas Spannenderes zu machen, das brauche ich einfach von Zeit zu Zeit. Zum Beispiel jetzt, nach der Sportkletterwoche in Marokko, habe ich auch wieder Lust auf Trad-Klettern zuhause.

 

Du nennst deinen Ehrgeiz „Stärke und Schwäche“, weil er dich manchmal zu überhöhten Erwartungen verleitet. Wie gehst du mit dem Scheitern um?

Insgesamt ist Ehrgeiz eine gute Eigenschaft, weil man damit viel erreichen kann. Wenn man Ziele nicht erreicht: Damit umzugehen kann man lernen. Dann setzt man sich eben die Ziele anders. Aber man darf auch nicht allzu sehr über Dinge nachdenken, nicht alles analysieren und reflektieren, sonst wird’s zermürbend. Weil man dann womöglich die Leistung, die man gebracht hat, nicht mehr wertschätzt, nur weil sie halt nicht ganz ausgereicht hat. Dann sieht man nur noch was schiefgelaufen ist und nicht, wie nahe man eigentlich dem Ziel schon gekommen war.

Ehrgeiz kann helfen, zu trainieren und es noch mal zu probieren. Wenn man nach dem Scheitern nicht aufgibt und es nochmal probiert, wird die Leistung viel mehr wert. Wenn man immer alles auf Anhieb schafft, hat man die Ziele nicht hoch genug gesteckt. Dann hat man nicht das gleiche Erfolgserlebnis, wie wenn man sich angestrengt hat. Ich strenge mich gerne an für Dinge, die ich erreichen möchte.

 

Frauen, die zu ihrem Ehrgeiz stehen, sehen sich schnell dem Vorwurf der „Verbissenheit“ ausgesetzt.

Das ist das klassische Frauenklischee: sie seien körperlich schwach und hätten auch keine mentale Stärke und Durchsetzungskraft. Das sollte aber überholt sein. In unserer Gesellschaft darf jeder ehrgeizig sein und sich durchsetzen. Viele Frauen sollten selbstbewusster sein und sich mehr zutrauen, dann könnten sie auch mehr erreichen. Und das ist nicht nur aufs Bergsteigen bezogen, gilt aber auch da.

Männer haben oft ein anderes Risikobewusstsein und machen Dinge einfach, die man als Frau anders angeht: vorsichtiger, kontrollierter, mit Perfektionismus. Ich kenne viele ehrgeizige Frauen; man merkt ihnen oft diesen Perfektionismus an. Der Ehrgeiz kann dabei der gleiche sein. Wenn Männer ehrgeizig sind, wird es für selbstverständlicher gehalten, da ist das normal oder sogar eine positive Eigenschaft. Ehrgeizige Frauen dagegen werden gleich mal als verbissen angesehen. Warum wird das Frauen so schnell angedichtet? Es ist so wichtig für junge Mädels, ihren Ehrgeiz ausleben zu dürfen und zu können.

Ich bin oft mit Männern unterwegs, genieße es aber auch mit gleich starken oder stärkeren Mädels. Auf jeden Fall ist es eine andere Atmosphäre mit Jungs. Da kommst du schnell in die Situation, dass du dich beweisen willst als Frau.

 

Du sagst, deine „Eltern sehen oft nur die Gefahren des Bergsports“. Aber ihnen zuliebe drauf verzichten magst du nicht, obwohl du die Gefährlichkeit zugibst?

Meine Familie ist mir wichtig. Aber das Bergsteigen ist meine Lebens-Leidenschaft. Ich habe mit meinen Eltern lange darüber gesprochen; sie wissen, wie viel Spaß es mir macht, dass es mir so wichtig ist als Lebensinhalt, dass ich glücklich bin. Und weil meine Eltern wollen, dass ich glücklich bin, akzeptieren sie das. Aber ich zeige ihnen nicht alle Bilder und erzähle nicht jede Geschichte.

Ich telefoniere auch gerne mit meiner Mutter vor einer großen Tour. Denn ein Restrisiko bleibt immer. Ich muss mit gutem Gewissen in eine Tour einsteigen und möchte keine Probleme ungeklärt im Raum stehen lassen. Schade ist nur, dass ihre Unterstützung und ihr Interesse an meinem Sport nicht so groß sind, weil das Verständnis nicht da ist, nicht da sein kann. Ich kann ihnen nicht viel erzählen, weil sie selber nicht erlebt haben, wie es da draußen ist, und es nicht nach- und mitempfinden können.

 

Hast du Pläne und Ziele für den kommenden Sommer?

Ich bin im zehnten Semester des Medizinstudiums, habe einige wichtige Prüfungen, also werde ich wahrscheinlich eher hier in der Gegend was machen. Das Gebiet vor der Haustür muss ich erst noch erforschen, den Kaiser, das Wetterstein, endlich mal ins Oberrreintal.

Natürlich habe ich ein paar Projekte, Ziele, Wünsche, aber ich erzähle lieber erst danach davon, nicht vorher. Der Erwartungsdruck würde mich einschränken. Lieber gehe ich unbeschwert los und genieße die Freude hinterher.

Profis müssen immer ankündigen wo sie hinwollen, um Sponsoren aufzutreiben. Dadurch und durch den medialen Aufwand stehen sie oft unter Druck. Ich bin froh, dass ich nicht vom Bergsteigen leben muss, dass es Hobby ist und bleiben wird.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich für den Expedkader zu bewerben?

Immer wieder habe ich vom ersten Mädelskader gelesen und fand das spannend. Dann gab’s die Ausschreibung zum Sichtungscamp; ich habe mit Freunden drüber gesprochen und es einfach mal probiert.

Dann war ich ganz überrascht über die Einladung, und aufgeregt was mich da erwartet. Wer da auftaucht, wie das abläuft. Was es dann war: Eine Woche genial miteinander Bergsteigen, viel Spaß haben, ein gutes Team. Schon bis jetzt hat sich daraus viel entwickelt. Im Winter waren wir öfter miteinander Eisklettern. Und jetzt sind wir drei Mädels nach Marokko gefahren.

 

Wo denkst du, kannst du am meisten lernen?

Bigwallklettern hat bisher noch kaum eine von uns gemacht, darauf bin ich gespannt. Ich werde allerdings kaum zum Technokletterer werden; dazu freut es mich zu sehr, Fels in der Hand zu haben und mich am Fels zu bewegen.

Wir sind im Kaderteam alle technisch ganz gut unterwegs; aber wir alle können noch mehr um das Drumherum lernen. Beim Lawinencamp nächsten Winter, oder zu Themen wie Bergrettung, alpine Erste Hilfe, Wetterkunde, Orientierung. Vieles davon lernt man erst mit der Zeit durch Erfahrung richtig, aber die theoretische Grundlage hilft, die Erfahrungen einzusortieren. Wo ich auch noch Training brauchen kann, sind die Abläufe und das Sichern im alpinen Gelände – damit es einfach noch schneller läuft.

 

Wird die Expedition für dich dann Höhepunkt oder nur Schlusspunkt?

Natürlich ist schon die Zeit, die man jetzt miteinander verbringt, sehr wertvoll. Wir sind mit starken Trainern unterwegs, von denen wir viel lernen können; ich freu mich schon auf das Bigwallcamp im Herbst.

So langsam rückt die Expedition näher, und es wird immer spannender. Das ist eine große Möglichkeit, weit weg bergsteigen zu gehen, wo noch nie jemand war. Eine eigene Linie finden. Überlegen, wie man überhaupt auf einen Berg hochkommt. Neuland entdecken. Eine Art modernes Abenteuer, unterstützt von Leuten, die man um Rat fragen kann. Alleine auf die Beine stellen würde ich das wohl nicht in den nächsten beiden Jahren.

 

Was würde dich als Ziel für die Abschlussexpedition reizen?

Ein höhenbergsteigerisches Ziel mit Materialtransport und Hochlagern würde mich weniger reizen. Lieber soll es technisch anspruchsvoll sein, nicht nur Scheegestapfe. Mich reizt der Himalaya, weil wir jetzt die Möglichkeit haben, auch mal was größeres zu unternehmen, und dort sind noch einige Gebiete mit niedrigeren Gipfeln nicht so erschlossen. Vielleicht wird es auch stärker kletterorientiert werden, so was wie Baffin Island. Aber es muss für alle sechs passen und ein Ziel sein, das alle motiviert.

 

Bleibt da noch Zeit für Hobbys oder nicht-bergsportliche Interessen?

Nun, das Studium nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Zwar bin ich bald fertig, aber bis dahin muss ich schon noch einiges tun. Aber ich führe ein normales Studentenleben, treff mich mit Freunden, geh ins Kino… Das Hobby Klavierspielen ist auf der Strecke geblieben. Aber es wird einem ja nie langweilig beim Bergsteigen. Und wenn ich keinen Bergsport mache, dann Ausdauersport. Mal laufen zu gehen, das ist Zeit für mich und Ausgleich zum Alltag, mich auspowern und abschalten.