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Reiner Knizia: L.A.M.A.

Sonstiges

09.03.2020, 09:24 Uhr

Die eigenen Chancen richtig einschätzen aber auch die Mitspieler, etwas Glück, etwas zocken, das alles macht aus L.A.M.A. mehr als ein reines Ablagespiel.

So ein Lama kann ganz schön lästig sein. So lästig, dass man es schnell wieder los sein möchte. Es spuckt nicht nur, es bringt auch Minuspunkte. Viele Minuspunkte. Und die will keiner haben. Lamas können aber auch Retter sein. Und sie tummeln sich nicht nur in der Bergwelt der Anden oder in einigen Gehegen an Alpenhängen, sondern auch auf Spieleabenden, beispielsweise auf einer Hütte. Im Prinzip ist alles ganz einfach: Jeder bekommt zum Start sechs Karten. Wer keine mehr hat, gewinnt die Partie. Die Gegner erhalten Minuspunkte in Form von Chips. Wer zuerst 40 Punkte hat, verliert.

 

Die Karten zeigen die Zahlen eins bis sechs oder ein Lama. Legen darf man nur den gleichen oder den um eins höheren Wert. Liegt eine sechs oben, dann bringt das Lama die Rettung, denn das darf da drauf. Und auf ein Lama darf noch ein Lama oder eine eins. Wer nicht ablegen kann, zieht nach.

 

Minuspunkte bringen am Ende die Werte auf den Karten auf der Hand. Aber jeder Wert nur einmal. Das heißt, wer eine Vier hat, erhält vier Minuspunkte. Wer drei Vierer hat, auch. Und der Sieger darf einen der Chips, mit denen die Punkte gezählt werden, zurück geben. Das kann ein Einer-Chip sein. Oder auch ein Zehner-Chip.

 

Rechtzeitig aussteigen oder weitermachen?

Der besondere Clou: Spieler können jederzeit aussteigen. Dann erhalten sie am Ende der Runde nur die Punkte, die sie auf der Hand haben. Diese Variante bietet sich zum Beispiel an, wenn das Blatt nur aus Einern und Zweiern besteht. Hier heißt es abschätzen und auch ein bisschen zocken. Diese Mischung zeichnet L.A.M.A. aus. Ständig stehen die Spieler vor der Entscheidung, weiter zu machen oder aufzuhören. Das macht aus dem einfachen Prinzip ein spannendes Spiel. Schnell werden aus einer Partie drei, vier oder gar ein ganzer Spieleabend. Kurzweiligkeit, kleines Format und niedriges Gewicht machen L.A.M.A. zu einem guten Begleiter auf mehrtägigen Hüttentouren. Nur in einer Situation erübrigt sich die Frage, ob man aufhört: Wer noch Lamas auf der Hand hat, wird kaum freiwillig aussteigen. Denn die zählen satte zehn Minuspunkte. Ganz schön lästig, diese Viecher.

 

Kurzcheck & Info

Spielspaß *****

Glücksfaktor ****

Rucksacktauglichkeit *****

 

Besonders geeignet für … Freunde von Lamas mit einem Hang zum Zocken.

 

Reiner Knizia: L.A.M.A., Amigo, 2019, 7,99 Euro

 

Marie G. Rohde: Unheimliche Umweltmonster

Umweltbuch

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Der Kampf um die Rettung der Welt als Fantasy Game gegen fiese Monster, die oft im Teamwork Menschen, Tiere und Landschaften zerstören. Eine pfiffige Idee, die auch grafisch ansprechend umgesetzt wurde. „SOS. Unter uns leben Monster … sie verursachen Stürme, lassen Seen austrocknen und vertreiben Tiere.“ Im Fantasy-Stil beginnt dieses Buch: Die Exzesse unseres Wirtschafts- und Lebensstils werden verkörpert durch Gruselgestalten aus den Sagen und Horrorfilmen der Welt. Da gibt es den rüpelhaften Rodungsriesen, die würgende Straßenviper, den breichreizerregenden Smogosaurus, den müffelnden Müll Kong oder die verhängnisvolle Algenplage.   Jedes dieser fiesen Viecher wird auf einer fantasievoll illustrierten Doppelseite vorgestellt: mit einem kurzen Text dazu, woraus das Monster seine Stärke zieht, wie es sich mit anderen verbünden kann und wie es auf uns und die weitere Umwelt einwirkt. Eine kleine Abbildung zeigt das namensgebende Original-Ungetüm, und eine Karte im Videospiel-Look zeigt Icons dazu, wie man das Monster stärken kann – oder auch schwächen. 

Corinna Wieja: Mein grünes Tagebuch

Umweltbuch

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Die (Um)Welt ist bedroht – ja. Man sollte was tun – ja. Dass aus Einsicht auch Taten werden, dazu kann vielleicht dieses Buch beitragen. Einsicht in die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen ist das eine. Bereitschaft, selber aktiv zu werden, das nächste. Endlich anfangen, darauf kommt es an. Zum Glück ist das gar nicht so schwer, wie man vor dem Ziel „Rettung der Welt“ fürchten könnte. Schon mit Kleinigkeiten kann man einen Unterschied machen – und viele Kleinigkeiten summieren sich.   Unter dem Motto „Mein grünes Jahr“ hat die Autorin ihr „grünes Tagebuch“ nach Monaten gegliedert und gibt jeweils, passend zur Jahreszeit, Hintergrundinfos, Tipps zu Nachhaltigkeit und Reduktion des Fußabdrucks oder auch ressourcensparende Bastelideen. So geht es im dunklen Januar um Tipps zum Stromsparen, im März (22. März = Weltwassertag) wird Wasser gespart, der Mai bringt Bastelanleitungen für Insektenhotels, im September wird Müll vermieden, getrennt und zu Drachen, Laterne oder Windspiel verbastelt. 

Rachel Ignotofsky: Unser verblüffender Planet Erde

Umweltbuch

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So hätten wir es in der Schule gerne gelernt: Ausgewählte Ökosysteme der Erde und ihre Zusammenhänge, mit klugen Texten und hübschen Illustrationen dargestellt – wer die Erde nicht schon liebt, könnte hier Feuer fangen. Biologieunterricht auf begeisternde Art oder eine Hymne auf die Schönheit der Welt? Dieses Buch ist beides. Welch einzigartige, vielfältige Heimat unser blauer Planet bietet, zeigt die Autorin in sympathischen, fein gearbeiteten Zeichnungen und kundigen Texten.   Im ersten Teil macht sie bio-ökologische Zusammenhänge greifbar und verständlich: Ökosystem, Energiefluss, Taxonomie – wissenschaftliche Fachbegriffe verlieren ihre Sperrigkeit, wenn man eine Stechmücke bei der Arbeit sieht. Das ganz große Herzstück des Buchs sind 33 Doppelseiten zu verschiedenen Ökosystemen der Erde: Redwoodwälder, Great Barrier Reef, die Sahara oder auch die Alpen. Zu jedem sind in einem Einmachglas die Lebensräume und ihre Tierpopulation illustriert, ein Text erklärt die Besonderheiten und Zusammenhänge, und weitere Kästen stellen einzelne Tierarten, Besonderheiten und die „größte Bedrohung“ und „größte Leistung“ dar. In den letzten zehn Kapiteln skizziert die Autorin die Stoffkreisläufe der Erde und den Einfluss des Menschen; dann gibt es noch Glossar und Quellennachweis. 

Esther Gonstalla: Das Klimabuch

Umweltbuch

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Allen Leugnern des Klimawandels möchte man dieses Buch schenken – aber auch denen, die vor der drohenden Katastrophe den Kopf in den Sand stecken möchten. Es zeigt mit gelungenen Infografiken die Zusammenhänge, und dass Rettung möglich ist. „Ich hoffe, das Buch wirkt wie ein Blasebalg, der die legitime Empörung in der Gesellschaft weiter anfeuert und die Allianz mit der Wissenschaft befeuert“, schreibt Prof. Hans Joachim Schellnhuber, einer der anerkanntesten Klimaforscher weltweit und ein engagierter Kämpfer für eine Wende weg von der ungebremsten Klimakatastrophe hin zu einer Welt, in der ein gutes Leben für alle Menschen langfristig möglich ist.   Wer eine Wende will, braucht Informationen. Dieses Buch stellt sie bereit: kompetent ausgewählt, verständlich formuliert, mit attraktiven Grafiken leicht verdaulich und ansprechend präsentiert. In vier Kapitel gliedern sich die 50 Grafik-Doppelseiten: In „Klima und CO2“ gibt es allgemeine Hintergründe: Über Sonnenstrahlung, den Treibhauseffekt, Emissionen und Senken, Kippunkte des Klimasystems… „Klimatreiber Mensch“ klärt über Emissionen von Staaten und Gesellschaftsbereichen auf (etwa dass der weltweite E-Mail-Verkehr sieben Millionen Autos entspricht), über ihre Reduktionsziele und die großen Sünden wie Regenwaldabholzung. Die „Weltweiten Auswirkungen“ sind eigentlich bekannt, hier überzeugend zusammengestellt, von Gletscherschmelze über Wetterextreme und Rückgang der Artenvielfalt bis zu Massenflucht-Bewegungen. Doch es gibt auch „Lösungsansätze“, um die Katastrophen einzudämmen – von den großen politischen Linien bis zu den persönlichen ersten Schritten reichen die vorgestellten Visionen für eine gerettete Zukunft. 

Hagn/Patschorke: Vom kleinen Eisbären …

Umweltbuch

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Die Kinder von heute werden die Folgen des Klimawandels wesentlich härter zu spüren bekommen als wir. Ein hübsches Vorlesebuch bringt ihnen die Zusammenhänge und möglichen Gegenmaßnahmen auf nette Art näher. Der kleine Eisbär lebt am Nordpol und spielt für sein Leben gern Fußball auf dem Eis. Aber in diesem Winter gefriert es nicht richtig, so dass der Tormann einbricht und ins Wasser fällt. Auch das Abendessen schmeckt nicht toll: nur Seetang, denn die Robben erwischt man nicht, wenn es kein Eis hat. Was tun?   Der kleine Eisbär schreibt Briefe an die Tiere in aller Welt: Den Koala, dessen Eukalyptusblätter zu trocken sind, weil er ständig das Licht brennen lässt. Den Truthahn in Kanada, der sich Erdbeeren einfliegen lässt. Den Tiger im Urwald mit seinem stinkenden Motorrad. Den Elefanten, den Hasen, den Pinguin, den Ara – und jedes Tier hat eine Idee, wie es zu weniger warmer Luft beitragen kann. Ob es reicht, damit die nächste Fußball-Wintersaison gerettet ist? 

Thoma/Ducke: Tirol

Reiseführer

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Man muss ja nicht immer Bergsteigen. Für die Tage abseits der hohen Ziele haben zwei Reisejournalistinnen jede Menge Tipps für gute Zeiten in Tirol gesammelt. Tiroler sind grantige Sepplhutträger, die lästige Piefkes mit überteuerten Germknödeln und Jagatee abzocken? Vorurteile können täuschen. Empathisch geschriebene Wander- und Reiseführer helfen, damit aufzuräumen und mehr von Land und Leuten wahrzunehmen als nur die Oberfläche. Natascha Thoma und Isa Ducke liefern mit ihrem Reiseführer für Tirol nicht wirklich Bergtouren-Infos, eher Anregungen zum Kulturprogramm für Ruhetage. Doch man könnte sich glatt wünschen, dass der Urlaub genug solche beinhaltet – denn dem Buch ist anzumerken, mit wie viel Liebe, Akribie und Begeisterung die Autorinnen ihre Informationen recherchiert und zusammengetragen haben.