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Franz Alt: Unsere einzige Erde

Sachbuch

06.05.2020, 13:44 Uhr

Die Erde ist schön – lasst uns sie erhalten, für Mensch und Tier. Diese Botschaft vermitteln der Journalist Franz Alt und der Fotograf Helfried Weyer mit ihrem Buch, einem Hymnus auf die Erde. Und sie zeigen auch: Es geht!

"Gott, der Herr, brachte also den Menschen in den Garten Eden. Er übertrug ihm die Aufgabe, den Garten zu pflegen und zu schützen. Von Zerstörung war nicht die Rede!" Dieses ergänzte Zitat aus dem Buch Genesis stellt Franz Alt seinem Buch voran. Es ist eine auf christlichen Werten fundamentierende Hymne an die Schönheit der Schöpfung – und ein engagierter Aufschrei der Menschheit gegenüber, ihrer Verantwortung für diesen Lebensraum gerecht zu werden.

 

Als am meisten ausgezeichneter deutscher Fernsehjournalist ("Report") trägt Franz Alt im ersten Teil des Buchs Fakten zusammen, den Stand unseres wissenschaftlich belegten Verständnisses über den Zustand der Welt. Die, das macht Alt klar, von uns auf eine Zukunft hingetrieben wird, in der die Überlebensgrundlagen der Menschheit in Frage gestellt sind und tausende Arten ausgerottet. Als engagierter Christ stellt er diesen Fakten die ethische Bewertung entgegen, mit einem Hauptgebot in Zeiten der Globalisierung: "Kooperiere zum Wohle aller Menschen und aller Lebewesen." Liebe zur Schöpfung und Dankbarkeit sind für ihn Triebkräfte, um das Massensterben zu verhindern.

 

Mit der Sonne aus der Krise

Die Rettung sieht er im Umstieg in ein Solarzeitalter; auch dazu liefert er wissenschaftliche Fakten, etwa dass die Sonne das 15.000-fache der auf der Erde verbrauchten Energie auf uns strahlt. Die Transformation hin zu einer Gesellschaft der regenerativen Energien und der Nachhaltigkeit skizziert er aus wissenschaftlich-technischer, politischer und religiöser Perspektive. Denn für ihn ist klar: Um dem "langfristigen Untergang" zu entgehen, "wird kein Weg an der Ökologisierung vorbeiführen". Und das "Jahrtausend der Ökologie beginnt, wenn wir die Metaphysik der Religionen verbinden mit den neuen Technologien für eine bessere Umwelt."

 

Selbst wer Alts Religiosität nicht nachvollziehen mag, wird seinen ethischen Anspruch nicht vom Tisch wischen können. Seine Aussagen und Forderungen an Technik und Politik zu widerlegen, dürfte noch schwerer fallen. Und seine klare und schlichte Sprache hat gerade durch Wiederholungen wesentlicher Aussagen starke Überzeugungskraft. Mitreißend ist die Bebilderung: Der Fotograf Helfried Weyer zeichnet in großformatigen Motiven die Schöpfungsgeschichte der Bibel nach. Eine Liebeserklärung an die Schönheit der Welt, die uns mobilisieren könnte, sie zu erhalten.

 

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Besonders geeignet für … spirituell offene Freunde der Natur mit ethischem Verantwortungsbewusstsein

 

Franz Alt: Unsere einzige Erde, Patmos Verlag, 2019, 144 S., 28 Euro

 

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