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Braunschweiger Hütte: Alpine Touren

Führer Wandern/Bergsteigen

29.06.2017, 13:43 Uhr

Die Tourenmöglichkeiten um die Braunschweiger Hütte im Pitztal haben sich durch den Gletscherschwund massiv verändert. Sektionsmitglieder haben nun neue Optionen geschaffen – und stellen in diesem Spezialführer alles noch und neu machbare zusammen.

Die Wildspitze-Nordwand ist die bekannteste Tour, die man von der Braunschweiger Hütte aus angehen kann. Hier hält sich tatsächlich begehbarer Firn oder Eis bis in den Sommer. Viele andere Dreitausender der Umgebung aber sind kaum noch über Firn und Gletscher zu erreichen, sondern zumindest auf den letzten Metern durch ausgeapertes, oft brüchiges Gestein. Andererseits haben die schmelzenden Gletscher teilweise festen, saubergeschliffenen Granit freigegeben, der zum Klettern einlädt, und auch einige alpine Grate locken mit netter Kraxelei in ordentlichem Fels.

 

Das Beste draus machen

So viel Veränderung ruft nach einem Update. Und da Kai Maluck von der DAV-Sektion Braunschweig nicht auf eine Neuauflage des Alpenvereinsführers warten wollte, der den Vollständigkeitsanspruch heute ohnehin nicht mehr konsequent erfüllen kann, machte er es selber: Der Geoquest-Verlag brachte als Partner den Führer „Eisgipfel und Felsgrate“ heraus. Und Maluck und seine Sektionskollegen bereicherten das Tourenangebot der Hütte gleich noch mit einer ganzen Menge neuer Kletterrouten. Viele leichte, gut eingebohrte Ein- und Mehrseillängenrouten bieten hier nun Gelegenheit für erste Schritte im alpinen Fels, ein paar schwierigere Touren sind auch zu finden. Und sogar Klettersteige locken links und rechts des Hüttenzustiegs.

 

Der Führer stellt sämtliche lohnenden Tourenmöglichkeiten rund um die Hütte mit vielen Fotos und ausführlichen Beschreibungen vor: klassische Eis- und Hochtouren, nette alpine Blockgrate, leichte bis mittelschwere alpine Kletterrouten, dazu fünf Klettergärten und Wintertipps für Ski- und Schneeschuhtouren und zum Eisklettern. Man muss sich ein bisschen einlesen, wie es beim AV-Führer auch nötig war, sollte sich aber schnell zurechtfinden. Ergänzt wird das Buch durch Informationen aus der Geschichte, durch spannende Früher-Heute-Fotovergleiche, und für Regentage gibt’s ein Würfelspiel. Eine lobenswerte Initiative der Sektion für ihr Arbeitsgebiet, das so an Attraktivität für klassische Bergsteiger gewinnen kann – hoffentlich auch noch, wenn die Erschließungspläne der Skigebietsbetreiber umgesetzt werden… ad

 

Info

Besonders geeignet für… Klassische Bergsteiger mit Sinn fürs Besondere

 

Kai Maluck: Eisgipfel und Felsgrate; Tourenführer oberes Pitztal: rund um die Braunschweiger Hütte, Geoquest Verlag, 2015, 208 Seiten, 22,- Euro

 

Link zum Verlag: http://www.geoquest-verlag.de/?q=node/566

 

Kurzcheck

Nutzwert
Info
Fotos

ISBN: 9783000454745

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„So weit die Füße tragen“ könnte man als Motto auswerfen für diese jüngeren Neuerscheinungen aus der Rubrik „Trekkingführer“. Mit kleinen Unterschieden in Systematik und Aufmachung, aber alle sorgfältig und mit Sinn fürs Detail gemacht. Ob Deutschland und Alpen, Mitteleuropa, Skandinavien oder jenseits des Großen Teichs: Wer sich auf solche Reisen einlässt, hat nachher sicher was zu erzählen.

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Die Schweiz hat – neben Röschti, Chäsfondüe und Müesli – nicht nur Viertausender. Auch eine Etage tiefer finden Wanderer und Bergsteiger jede Menge tolle Ziele. 70 der schönsten stellt dieser Führer vor. Ein Führer für „echte Bergsteiger“: gehobenes Wandern, auch mal leichtes Klettern, vielleicht einfaches Hochtourengelände – aber keine Gletscher oder sonstige Passagen, die Seilsicherung erfordern würden. Wer sich in alpinem Gelände und leichten Felspassagen souverän fühlt, findet hier etliche spannende Dreitausender (nur wenige Gipfel sind niedriger), die nicht auf der ersten Liste der „To Do“-Gipfel der Schweiz stehen und deshalb oft relativ einsame Bergerlebnisse versprechen – meist mit heimeliger Hütten-Übernachtung vorher. 

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Steiles, steiniges Gelände, große Höhenunterschiede und Gehstrecken, kaum Hütten – die Loferer und Leoganger Steinberge bieten keinen schnellen Konsumgenuss. Wer aber Einsamkeit und alpinen Anspruch liebt, wird mit diesem Führer viele lohnende Ziele entdecken. Die Loferer und Leoganger Steinberge gehören nicht zu den Paradezielen der Ostalpen; die Nachbarn Wilder Kaiser und Berchtesgadener stehlen ihnen die Schau. Kein Wunder, dass der vergriffene Alpenvereinsführer kein Aspirant für eine erfolgreiche Neuauflage war. Doch gemeinsam mit der DAV-Sektion Passau, die die beiden AV-Hütten in den zwei Bergstöcken betreibt, wagte der Insiderverlag Panico ein unternehmerisches Abenteuer: einen „Bergführer“ mit dem Kletter-Erschließer Adi Stocker. 

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Mark Zahel: 150 Ostalpen-Highlights

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So viel Berg fürs Geld muss ein Buch erstmal bieten: 150 Gipfel stellt Mark Zahel in diesem dicken Band vor – sogar noch einige mehr, weil er teilweise dem Trend zum Zweitberg folgt und oft noch Varianten nennt. Ein Werk fürs Leben. Mark Zahl ist einer der produktivsten Bergbuchautoren der letzten Jahre. Dahinter steckt offensichtlich eine brennende Leidenschaft für die Erlebnisse in der steilen Welt. Wer so viel unterwegs ist, darf vielleicht tatsächlich den Versuch wagen, aus dem riesigen Gebiet der Ostalpen die prägnantesten, interessantesten oder lohnendsten Gipfelziele auszuwählen. Eine nahezu vermessene Aufgabe, mag man meinen; doch der Versuch ist gut gelungen. Zahels Auswahl darf man durchaus als repräsentativ bezeichnen: Die großen „Muss“-Gipfel sind dabei, aber auch ein paar Kleinode, die im Schatten stehen. Sie hätten vielleicht mehr Besuch verdient, dafür sind sie einsamer. Vor allem in den Südalpen gibt es da reiches Potenzial für Entdecker, was Namen wie Krn, Tamer Grande oder Monte Cadria belegen, aber auch Nordalpenziele wie Scheichenspitze oder Große Schlenkerspitze. 

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Wandern auf Graten ist wie ein stundenlanges Gipfelerlebnis. Zwischen Himmel und Abgrund kann es aber auch mal spannend sein. Von der gemütlichen Blumenpromenade bis zum Steilgrasabenteuer geht das Spektrum dieser 60 Gratwandeleien. Wer dieses Buch durchblättert und nur ein bisschen Bergsteigerblut in seinen Adern hat, wird es kaum auf dem Kanapee aushalten: Die oft atemberaubenden Fotos von schmalen Wegen auf Grasgraten, die hoch überm Tal in die Weite ziehen – sie machen unwiderstehliche Lust, loszuziehen und sich dem Flow dieser Himmelslinien hinzugeben.