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Kaiser-Krönungs-Trip

Traditionell ist der Wilde Kaiser als Revier der Kletter berühmt; vor allem Münchner Kletterer um Hans Dülfer haben Anfang des 20. Jahrhunderts dort ihre Spuren hinterlassen. Wanderer finden ein breites Angebot an schmalen Wegen, bestens markiert und teilweise im steileren Gelände gesichert – der Wilder-Kaiser-Steig zieht südseitig in Almhöhe unter den Felskämmen entlang.
Der hier vorgestellte „Kaiser-Krönungs-Trip“ ist ein Vorschlag für die, die zwischen diesen beiden Welten unterwegs sein wollen – und zwischen den Niederungen, die den Wilden Kaiser südseitig und nordseitig begleiten. Auf meist markierten, oft gesicherten Wegen und Steigen, gelegentlich mit echten Klettersteig- oder gar leichten Kletterpassagen geht es auf die höchsten Gipfel des Gebirgs und jeweils auf der anderen Seite wieder hinunter. Nach dieser Woche kennt man den Wilden Kaiser – und kann beginnen, ihn auf hunderten Kletterrouten noch intensiver kennenzulernen…
 
 
1) Going (830 m) – Ackerlhütte (1456 m) – Maukspitze (2231 m) – Ackerlspitze (2329 m) – Griesener Alm (988 m)
Going – Ackerlhütte: 2-3 Std., 630 HM, leicht.
Die Hütte ist nur an Wochenenden bewirtschaftet; deshalb am besten mit guter Kondition gleich weiter.
Ackerlhütte – Maukspitze: 2 – 2 1/2 Std., 770 HM, schwer, I.
Im oberen Teil Schrofen- und Grasgelände, das bei Nässe gefährlich rutschig werden kann. Vereinzelt Sicherungen, markiert. Die plattige Westwand der Maukspitze ist eine Kletterlegende.
Maukspitze – Ackerlspitze (2329 m): 1 1/2 Std., ca. 150 HM, schwer, I.
Hauptsächlich anspruchsvolles Grasgelände, markiert, führt auf den zweithöchsten Kaisergipfel.
Ackerlspitze – Fritz-Pflaum-Hütte (1866 m): 460 HM ab, 1 Std., schwer, I, anspruchsvolles Grasgelände.
Die Fritz-Pflaum-Hütte im einsamen Griesener Kar ist unbewirtschaftet, deshalb muss man bis ins Tal absteigen.
Fritz-Pflaum-Hütte (1866 m) – Griesener Alm (988 m): 880 HM ab, 2 Std., leicht. Markierter Wanderweg.
Gesamt: ca. 1500 HM rauf, ca. 1350 HM ab, 5-7 Std. auf, 3 Std. ab
 
2) Griesener Alm (988 m) – Steinerne Rinne – Hintere Goinger Halt (2192 m) – Jubiläumssteig – Gruttenhütte (1620 m)
Griesener Alm – Ellmauer Tor (1995 m): 1010 HM, 2 1/2 – 3 Std, schwer, Klettersteig B.
Durch die berühmte Felsenschlucht unter den senkrechten Wänden helfen geschlagene Trittstufen und Drahtseile. Im Frühsommer oben steile Schneefelder.
Ellmauer Tor – Hintere Goinger Halt (2192 m): 200 HM, 1/2 Std., schwer, I, kurzes Drahtseil.
Deutlicher Weg durch gestuftes Felsgelände zum Aussichtsgipfel gegenüber der Fleischbank-Ostwand.
Hintere Goinger Halt – Gruttenhütte (1620 m): ca. 100 HM auf, 570 HM ab, 2-3 Std., schwer, I, Klettersteig B
Vom Gipfel zurück ins Ellmauer Tor und auf Wanderweg bis ca. 1740 m, dann auf dem Jubiläumssteig (einige Drahtseile) zu den Wiesen vor der Gruttenhütte.
Gesamt: ca. 1310 HM rauf, ca. 570 HM ab, 3 – 3 1/2 Std. auf, 2-3 Std. ab
 
3) Gamsängersteig – Ellmauer Halt (2344 m) – Kaiserschützensteig – Hans-Berger-Haus (936 m)
Gruttenhütte – Ellmauer Halt (2344 m): 720 HM, 2 1/2-3 Std., schwer, Klettersteig C
Aus dem Kübelkar zuerst ausgesetzte Schrofenquerung, dann anregende Kraxelei mit einigen Drahtseilen und Leitern auf den höchsten Kaisergipfel
Ellmauer Halt – Kaiserschützensteig – Hans-Berger-Haus (936 m): 1410 HM ab, 2 1/2 - 3 Std., schwer, Klettersteig C
Abwechslungsreicher, gut gesicherter Steig; im Frühsommer steile Schneefelder.
Gesamt: ca. 720 HM rauf, ca. 1410 HM ab, 2 172 – 3 Std. auf, 2 1/2 – 3 Std. ab
 
4) Kufsteiner Klettersteig oder Güttlersteig – Sonneck (2260 m) – Treffau/Jagerwirt (900 m)
Hans-Berger-Haus – Hinterbärenbad (829 m) – Sonneck: 1430 HM auf, 100 HM ab, 4 Std. Güttlersteig schwer, Klettersteig A. Kufsteiner Klettersteig sehr schwer, Klettersteig D.
Der Kufsteiner Klettersteig ist relativ neu und spektakulär, durchgehend anstrengend und nach Regen teils länger feucht. Der Güttlersteig ist klassisch, neigt bei Nässe auch zum Schmieren.
Sonneck – Jagerwirt (900 m): 1360 HM ab, 2 1/2 - 3 Std., mittelschwer, kurze Drahtseilstelle.
Kurze gesicherte Passage beim Übergang zur Kopfkraxen, danach aussichtsreicher Knieschnackler.
Gesamt: ca. 1430 HM rauf, ca. 1460 HM ab, 4 Std. auf, 2 1/2 - 3 Std. ab
 
5) Jagerwirt – Treffauer (2304 m) – Jagerwirt
1400 HM auf und ab, 4 Std. auf, 2 1/2 Std. ab, schwer, Stellen I
Auf den dritthöchsten Kaisergipfel führt ein steiler, relativ einsamer Anstieg mit alpinem Charakter. Noch anspruchsvoller ist die Überschreitung vom Tuxegg (2226 m), mit Kletterstellen im dritten Grad.
Gesamt: ca. 1400 HM rauf und ab, 4 Std. auf, 2 1/2 Std. ab
 
6) Scheffauer (2111 m) – Widauersteig – Kaindlhütte – Walleralm – Hintersteinersee
Jagerwirt – Scheffauer (2111 m): 1210 HM, 3-3 1/2 Std., schwer, einige Drahtseile und wenige Stellen I.
Steiler, sonniger Schrofenanstieg, aber anregend.
Scheffauer – Widauersteig – Kaindlhütte (1318 m): 800 HM ab, 1 1/2 Std, schwer, Klettersteig B.
Netter, einfacher Klettersteig in schattiger Lage.
Kaindlhütte – Hochegg (1470 m) – Walleralm (ca. 1150 m) – Hintersteiner See (ca. 890 m): ca. 180 HM auf, 600 HM ab, 1 1/2 Std., leicht
Gemütlicher Ausklang auf Wiesenwegen.
Gesamt: ca. 1390 HM rauf, ca. 1400 HM ab, 3 – 3 1/2 Std. auf, 3 Std. ab