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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

4. bis 6. März 2022

03.03.2022, 15:30 Uhr

Seit letzten Sonntag hat ein stabiles Hochdruckgebiet das extrem windige und wechselhafte Februar-Wetter beendet. Somit ist die Lawinengefahr auch am Alpenhauptkamm deutlich zurückgegangen und so gut wie überall darf man sich auf sonnige Unternehmungen freuen.

Schneeverhältnisse

In den niedrigeren Deutschen Mittelgebirgen wie Taunus, Rothaargebirge oder Thüringer Wald liegt nur noch auf den höchsten Gipfellagen eine dünne Schneedecke. Im Schwarzwald, im Fichtelgebirge oder im Bayerischen Wald liegt zwar etwas mehr Schnee, aber auch hier findet der Winter meist oberhalb der 1000 Höhenmeter-Linie statt. Klassische Skitouren wie auf den Großen Arber sind aber möglich. Insgesamt ist die Schneelage für Anfang März aber eher unterdurchschnittlich.
Dasselbe gilt für den Alpenrand und für weite Teile der Alpen. Dennoch sind auch im Deutschen Alpenraum Skitouren von höher gelegenen Ausgangspunkten (ab ca. 1000 m) möglich.
Der Schnee vom letzten Wochenende hat die Schneequalität etwas verbessert, so dass am letzten Sonntag vielerorts gute Tiefschneeabfahrten gemeldet wurden. Der ersehnte Powder kann sich in höher gelegenen, schattigen Karen auch eine Weile halten. Mit der Sonneneinstrahlung und klaren, kalten Nächten werden südseitig hingegen Firnverhältnisse entstehen.
Weiterhin muss man bei der Abfahrt auf Felsen achten, die durch den (meist eher geringen) Neuschnee gefährlich verdeckt sein können. Windexponierte Hangflanken und Rücken sind zudem nach wie vor oft abgeweht.
 

 

Lawinenverhältnisse

Im gesamten deutschsprachigen Alpenraum herrschten am Donnerstag mit Stufe zwei (mäßigge Gefahr) mehrheitlich günstige Lawinenverhältnisse.
Älterer Triebschnee kann in Hochlagen stellenweise noch auslösbar sein. Gefahrenstellen befinden sich kammnah in steilen Hängen und Rinnen der Expositionen Süd über West bis Nord und an schneearmen Stellen. Lawinen können insbesondere mit großer Zusatzbelastung ausgelöst werden und vor allem in den Hochlagen mittelgroß bis sehr vereinzelt noch groß werden, wenn sie auf tiefere Schichten durchschlagen. Aus dem sonnenbeschienenen, felsdurchsetzten Steilgelände können sich zudem kleinere Lockerschneelawinen von selbst lösen. Mit Schwerpunkt im Allgäu sind einzelne Gleitschneelawinen an glatten, steilen Wiesenhängen möglich.
An der Situation wird sich in den kommenden Tagen wohl nicht viel ändern.

 

 

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge gibt es bis Samstag viel Sonne, am Sonntag kommen euch ein paar Wolken dazu. Die Höchsttemperaturen sinken am Kahlen Asten (841 m) von 2°C am Freitag auf -1°C am Sonntag.
Im Harz gibt es am Wochenende ein Mix aus Sonne und Wolken. Die höchsten Temperaturen auf dem Brocken (1141 m) liegen bei -3°C
Im Elbsandsteingebirge wird das Wochenendwetter vergleichbar. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) steigen die Höchsttemperaturen bei 2°C.
Im Bayerischen Wald ist steht freundliches Bergwetter in den kommenden Tagen an. Am Großen Arber (1456 m) liegen die Höchsttemperaturen bei -3°C
Das gleiche gilt für den Schwarzwald. Am Feldberg (1493 m) pendeln die Höchsttemperaturen um den Gefrierpunkt.
Alpen: Der Freitag bringt in den Ostalpen mehrheitlich Sonnenschein, nur ganz im Osten können Wolken Schneeschauer mit sich bringen. Bei mäßigem Nordostwind liegt die Temperatur auf 3000 m bei – 12 °C
Der Samstag bringt in den meisten Regionen erneut sonniges Wetter. In den Hochlagen ist es weiterhin recht kalt.
Auch am Sonntag steht ein verbreitet sonniger Tag mit spätwinterlichen Temperaturen bevor.
Das Wochenendwetter ist in den Westalpen ähnlich. Nur in den Seealpen dürfte der Samstag wolkenreicher und auch mit etwas Niederschlag verlaufen.
 

 

Fazit

Das kommende Wochenende verspricht in den meisten Regionen günstige Tourenverhältnisse. Während man in vielen Deutschen Mittelgebirgen bereits die Frühjahr-Wandersaison (und an südseitigen Felsen auch die Sportkletter-Saison) einläuten kann, beginnt am Alpenhauptkamm eigentlich erst jetzt die Skitouren so richtig. Denn über weite Teil des Februars herrschte dort ein gefährliches Altschneeproblem, dass zahlreiche Lawinenopfer zur Folge hatte. Bei Skihochtouren sollte man sich beim jeweiligen Hüttenwirt über die Spaltensituation auf den Gletschern erkundigen: Einerseits ist die insgesamt eher geringe Schneehöhe diesbezüglich ungünstig. Andererseits führten die starken Winde auch dazu, dass Gletscherspalten eingeweht wurden.
Wer eine Tagesskitour am Deutschen Alpenrand plant, sollte (wies fast schon den gesamten Winter) hoch gelegene und nordseitige Touren anvisieren. Schneeschuhgeher haben es da etwas leichter. Sie schnallen die „Wintergehhilfen“ auf den Rucksack und legen sie einfach an , wenn die geschlossene Schneedecke beginnt.

Auch für das kommenden Wochenende haben wir eine Liste von 15 Touren für euch zusammengestellt.