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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

22. bis 24. Februar 2019

21.02.2019, 15:30 Uhr

Das außergewöhnlich starke Hochdruckgebiet bleibt wohl auch über das Wochenende hinweg bestehen. Angesichts der warmen Temperaturen sollte man bei der Tourenauswahl aber durchaus vorsichtig sein.

Lawinensituation

Für Donnerstag Vormittag wurde im gesamten deutschsprachigen Alpenraum eine geringe Lawinengefahr ausgegeben, die im Tagesverlauf auf mäßig ansteigt.

 

An steilen Grashängen sind weiterhin Gleitschneelawinen zu erwarten. Sehr vereinzelt können trockene Lawinen mit grosser Belastung in bodennahen Schichten ausgelöst werden. Dies an sehr steilen Schattenhängen zwischen etwa 2200 und 2600 Metern an eher schneearmen Stellen. Zudem müssen die frischen Triebschneeansammlungen beachtet werden.


Diese eher für Ende März als für Februar typische Lawinensituation kommt übrigens auch darin zum Ausdruck, dass am Wochenende eine große Nasschneelawine auf den Parkplatz der Mutterbergalm (Stubai) niederging und dort sogar parkende Autos zerstörte und dass zu Wochenanfang am Skigebiet Breitenstein (Ostallgäu) ein Lift wegen der Gefahr einer riesigen Grundlawine gesperrt wurde. Deswegen ist vor der Querung steiler (und vor allem südseitiger) Grashänge wie sie verbreitet in den Lechtaler und Allgäuer Alpen vorkommen zu warnen.

Die Verhältnisse für Touren und zum Freeriden sind laut Tiroler Warndienst aber mehrheitlich günstig. An dieser Lawinensituation mit ausgeprägtem Tagesgang wird sich in weiten Teilen nicht viel ändern. Allerdings soll die Lawinenlage in den östlichen Zillertaler Alpen und in den Hohen Taueren mit Neuschnee und Wind am Freitag auf Stufe drei ansteigen.

 

Schneesituation

Abgesehen von der nach wie vor allgemein recht hohen Schneelage (derzeit liegen z. B. am nur 1580 Meter hohen Dürrnbachhorn laut Bayerischem Lawinenwarndienst noch weit über drei Meter Schnee) sind die Schneequalitäten je nach Himmelsrichtung, Windexposition und Höhenlage sehr unterschiedlich, was sehr gut in einem Foreneintrag zur Großen Arnspitze bei Mittenwald vom 18.2. zum Ausdruck kommt: „Auf der Tour wird aktuell fast jede Schneeart geboten. Von Nassschnee über verharschten Schnee bis hin zu Pulver. Etwas Triebschnee und auch windverpresster Schnee wechseln sich ab.“

 

Zudem sind vielerorts Rinnen bereits mit Lawinenschnee verfüllt.

 

Am Alpenhauptkamm ist die Schneezusammensetzung etwas homogener. So findet man an hochgelegenen Gletscherflächen noch recht gut zu fahrenden Pulverschnee vor. Zudem sind die Gletscherspalten in diesem schneereichen Winter ziemlich gut eingeschneit.

 

Wochenendwetter

In der Nacht auf Freitag breitet sich in den Ostalpen mit einer Störung aus Nordosten kommend dichte Bewölkung und etwas Niederschlag bis ins Tiroler Unterland aus. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1000 und 1400 Metern. Auch am Freitag könnten sich Wolken und leichter Niederschlag im Nordosten halten, im Westen und Südosten ist Hochnebel wahrscheinlich.
Ab Samstag breitet sich von Westen her ein Hochdruckgebiet weiter auf den gesamten Alpenraum aus und sorgt somit übers Wochenende und darüber hinaus verbreitet für sehr sonniges, überdurchschnittlich mildes und trockenes Wetter. Allederdings weht ein stürmischer Wind von Nordost, der zum Sonntag hin nachlässt.
In den Westalpen wird hingegen bereits am Feitag sehr sonniges Bergwetter erwartet.

 

Fazit

Wie schon am vergangenen Wochenende sollte man möglichst hochgelegene Touren-Ausgangspunkte anvisieren und sich von der Lawinenlage herr eher in Richtung Westen orientieren.


In Sachen Firn dürfte wegen bewölkungsbedingter, mangelnder Abstrahlung in der Nacht auf Samstag der Sonntag der besser Tag sein. Allerdings muss man angesichts der hohen Temperaturen sehr früh unterwegs sein, um südseitig guten Firn zu erwischen. Die ideale Abfahrtszeit vom Gipfel könnte dabei durchaus bei spätestens 10 Uhr vormittag liegen.

 

Wer nicht so früh unterwegs sein kann oder will, sollte sich nordseitige Touren auswählen und auch dort steile Grashänge unbedingt meiden. Eine gute Wahl könnte – das alles zusammen genommen – unsere Tour der Woche auf den Jochgrubenkopf im wundervollen Schmirntal sein.

 

Tour der Woche: Jochgrubenkopf

Tour zum 22, bis 24. Februar 2019

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Da das schöne Frühlingswetter mit seinen außergewöhnlich hohen Temperaturen wohl auch am kommenden Wochenende weiter geht und die Lawinengefahr vor allem von Tageszeit und Exposition abhängt (siehe Bergbericht), sollte man Touren mit hohem Ausgangspunkt anvisieren. Auch eine nordseitige Ausrichtung ist mit Sicherheit von Vorteil. Deshalb empfehlen wir als Tour der Woche die Besteigung des Jochgrubenkopfs in den westlichsten Zillertaler Alpen.   Nicht nur wegen der eher weiten Anreise und des schönen Wochenendwetters bietet es sich an, dort ein (vielleicht sogar verlängertes) Skitourenwochenden zu unternehmen. Denn das ÖAV Bergsteigerdorf St. Jodok, Schmirn- und Valsertal steht für einen wirklich sanften Wintertourismus, mit netten und zudem recht preiswerten Unterkunftsmöglichkeiten.   Neben dem Jochgrubenkopf gibt es dort noch etwa 15 weitere Skitorenmöglichkeiten, deren Schwierigkeitsspektrum von der leichten Oltenspitze bis zur Winterbesteigung des Olperers reicht.   Gerade jetzt wäre es wieder interessant für die Touren-Community, welche Bedingungen Sie vorgefunden haben. Lassen Sie die Community daran teilhaben und posten Sie eine aktuelle Bedingung - am besten direkt zur Tour. Dauert nicht lange und viele Tourenfreunde freuen sich über die Information!