logo-dav-116x55px

Bergbericht - So wird´s am Wochenende

2. bis 4. November 2018

01.11.2018, 15:30 Uhr

Derzeit befindet man sich nördlich des Alpenhauptkamms auf der absolut richtigen Seite. Denn während die Südseite in hohen Lagen bereits unter Schnee versinkt, kann man sich in den Nordalpen und am Bayerischen Alpenrand auf ein recht sonniges Bergwochenende freuen.

Tourenverhältnisse

Die bis in tiefe Lagen als Schnee gefallenen Niederschläge vom vergangenen Wochenende haben zwar weitere Skitoureneinträge (wie z. B. am Hohen Riffler /Zillertaler Alpen oder am Schafberg/ Vorarlberg) ermöglicht. Doch der Schnee ist mittlerweile wieder soweit abgeschmolzen, dass man in den Bayerischen Voralpen und in den Nordalpen bis etwa 2000 m selbst nordseitig wieder trockenen Fußes unterwegs ist. Oberhalb davon muss man zumindest nordseitig und ab ca. 2500 m in allen Expositionen mit Schneekontakt rechnen. Insgesamt sind erdige Passagen lange nicht mehr so trocken, wie in den vergangenen Oktoberwochen, so dass Teleskopstöcke zumindest bei den Abstiegen recht hilfreich sein können.
Am Tiroler Alpenhauptkamm präsentieren sich die Tourenverhältnisse vollkommen anders. Hier haben intensive Niederschläge und Windverfrachtungen von oberhalb 2500 Metern zu spontanen Lawinenabgängen mittlerer Größe geführt. Und in der Schweiz, wo bereits ein richtiger Lawinenlagebericht erstellt wird, herrscht in Teilen des Wallis und Tessins sogar eine große Lawinengefahr und weitere ergiebige Schneefälle oberhalb von ca. 2000 m sind dort prognostiziert.
 

 

Wochenendwetter

Der Freitag beginnt überall in den Ostalpen recht freundlich mit wechselnder Bewölkung. Rasch zieht aber aus Südosten wieder dichte Staubewölkung auf, schon zu Mittag sind in den Julischen Alpen erste Schauer zu erwarten. Bis zum Abend breiten sich diese entlang der gesamten Alpensüdseite aus, lokal kann es wieder intensiv regnen, die Schneefallgrenze liegt von West nach Ost zwischen 2700 und 3100m. Im Norden ist es Föhn bedingt trocken, in der Nacht auf Samstag greifen schwache Niederschläge auf den Norden über.
Am Samstag beruhigt sich das Wetter, der Hochdruckeinfluss wird stärker und nachmittags soll es überall recht freundlich und teils sehr sonnig werden.
Am Rand des Hochs über Nordosteuropa wird es über den Ostalpen am Sonntag ebenfalls verbreitet sehr sonnig und an der Alpennordseite föhnig.
Über den Westalpen ist dagegen die Südströmung an der Vorderseite des Genuatiefs wirksam, und bringt vor allem in den italienischen Alpen dichte Wolken, zwischen Seealpen und Tessin wahrscheinlich auch wieder ergiebigen Niederschlag. In den französischen und Schweizer Alpen ist das Wetter durch Föhn hingegen besser.
 

 

Fazit

Am Alpenhauptkamm ist die Hochtourensaison spätestens jetzt definitiv zu Ende. Doch die dort teils intensiven Schneeniederschläge könnten eine gute Ausgangssituation hinsichtlich der Spaltensituation für die kommende Skitourensaison bieten.
In den Nordalpen und am Alpenrand kann man hingegen mindestens bis eine Höhenlage von 2000 Metern ohne Schneekontakt Bergtouren unternehmen und sich Föhn bedingt auf verbreiteten Sonnenschein freuen.
Unsere Tour der Woche führt daher der Jahreszeit entsprechend nicht von Norden her, sondern von Grän aus über die Südseite auf den besonders aussichtsreichen Aggenstein.

 

Tour der Woche: Von Grän auf den Aggenstein

Tour zum 2. bis 4. November 2018

Mehr erfahren
Der Schnee vom letzten Wochenende ist bis auf etwa 2000 Meter wieder so gut wie verschwunden (siehe Bergbericht). Das gilt für vor allem für südseitige Anstiege, die jetzt im November ohnehin großen Sinn machen.   Wir empfehlen daher fürs kommende Wochenende den Aggenstein nicht von Pfronten, sondern von Grän aus zu besteigen. Für den mit soliden Stahlketten versicherten Gipfelanstieg braucht man allerdings schon gute Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit, wird dafür oben angekommen mit einer sensationellen Rundumsicht unter anderem zum Tannheimer Tal und den Allgäuer Alpen belohnt. Da die Bad Kissinger Hütte natürlich schon geschlossen hat, muss man seinen Proviant selbst mitnehmen, was aber den Vorteil hat, dass man auf der Tour zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit vielleicht alleine unterwegs ist.