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Klettersteiggehen

Sport in besonders reizvoller Umgebung

Das Besondere an Klettersteigen: Bergerlebnisse in extremem Gelände erfahren können, ohne mit Seil klettern zu müssen.

Faszination Klettersteiggehen

Obwohl das Phänomen „Klettersteig“ schon sehr alt ist, bekommt es seit geraumer Zeit deutlich mehr Beachtung geschenkt:

 

Bereits zur Zeit der Erschließungen durch die Alpenvereine, im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert, wurden die ersten Klettersteige eingerichtet. Später wurden vor allem in den Dolomiten viele ehemalige Kriegssteige touristisch umfunktioniert und als Klettersteig, italienisch: Via ferrata genutzt.

Nicht zuletzt durch die in jüngerer Zeit zunehmende Zahl von Sportklettersteigen erleben auch immer mehr Nicht-Kletterer steiles Gelände.

 

Klettersteigvarianten

Beim Klettersteiggehen werden Unterschiede nicht in der Begehungstechnik gemacht, sondern in der Art der Bauweise der Klettersteige. Diese sprechen Bergsportler mit mitunter grundverschiedenen Ambitionen an.

 

Man differenziert:

 

  • Sportklettersteige: Meist sportlich ausgerichtete, mit durchgehendem Stahlseil versehene Kletteranstiege in steilem Felsgelände. Für die Begehung sind in der Regel überdurchschnittliche konditionelle Fähigkeiten und ein Klettersteigset notwendig. In manchen modernen Sportklettersteigen gibt es spektakuläre Installationen wie Hängebrücken oder „Seilbahnen“.

 

  • Klassische Klettersteige: Mit durchgehendem Drahtseil versehen, führen klassische Klettersteige durch im Vergleich zu den Sportklettersteigen weniger steiles Gelände. Auch für ihre Begehung ist die Verwendung eines Klettersteigsets notwendig.

 

  • Versicherte Steige: Versicherte Steige weisen kein durchgehendes Sicherungsseil auf. Im Wegverlauf auftretende, schwierige und ausgesetzte Stellen können abgesichert sein. Versicherte Steige werden meist ohne Klettersteigset begangen. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad des Weges können Wanderer und Bergsteiger gleichermaßen auf versicherte Steige treffen.
 

Naturschutz

Im Unterschied zu anderen Bergsportarten betreffen Naturschutzfragen beim Klettersteiggehen weniger die spezielle Umsicht des Einzelnen, sondern sind grundsätzlicherer Art:

 

In seinem Leitbild betrachtet der Alpenverein die Erschließung der Alpen mit dem Bau von Hütten, Wegen und Klettersteigen als abgeschlossen.

 

Neue Klettersteige sind für den DAV überhaupt nur in begründeten Ausnahme-Einzelfällen denkbar.

 

Insbesondere dürfen die Natur und Umwelt nicht geschädigt werden bzw. keine tiefgreifenden Eingriffe erfolgen. Einzelne Arten oder Lebensräume dürfen nicht gefährdet werden. Zu diesen Fragen hat der DAV einen „Kriterienkatalog Klettersteige“ erarbeitet.  

 

In aller Kürze

Ausrüstung

Wer Klettersteige begeht, benötigt eine Klettersteigsicherung, die einen eventuellen Sturz abfängt.

Eine solche Sicherung, ein sogenanntes Klettersteigset, besteht aus

  • Anseilgurt
  • Klettersteigset mit zwei Klettersteigkarabinern zum Einhängen in das Stahlseil
  • Bergsteigerschutzhelm

 

Klettersteiggehen lernen

Viele der 356 Sektionen des Alpenvereins bieten Kurse und Schulungen an. Jedes Jahr unterbreiten die Sektionen Angebote zum Klettersteiggehen – von ersten, kurzen Klettersteigkursen bis hin zu mehrtägigen Klettersteigtouren. Hier entlang (Verlinkung), um die nächstgelegene Sektion zu finden.

 

Auf einen Blick

10 DAV-Empfehlungen für das Klettersteiggehen

 

Tourentipps & Planung

Eine Vielzahl von Vorschlägen für das Klettersteiggehen findet sich auf alpenvereinaktiv.com, dem Tourenportal des Alpenverein. Dazu zunächst auf „Klettern“ filtern und im weiteren auf Klettersteige einschränken.   

 

Sicherheit

Verwendet man ein Klettersteigset, gilt das „Prinzip des stetigen Gesichtert-Sein“. Das heißt: Jederzeit muss mindestens ein Karabiner im Stahlseil eingehängt sein.

 

An den Verankerungspunkten des Seilgeländers wechselt man die Karabiner, indem zunächst ein Karabiner vor dem Fixpunkt eingehängt wird. Erst danach wird der andere hinter dem Fixpunkt ausgehängt und nachgezogen.

 

Das Klettersteig-Set dient dazu, einen Totalabsturz auszuschließen. Was bei einem Sturz nicht immer vermieden werden kann, sind – mitunter schwere – Verletzungen. Ähnlich wie der Airbag beim Skitourengehen dient das Klettersteigset also primär der Schadensbegrenzung; idealerweise sollte es jedoch nie zum Einsatz kommen.

 

Literaturempfehlung

  • „Klettersteiggehen – Ausrüstung, Tourenplanung, Sicherung“ von Stefan Winter, BLV, ISBN 978-3-8354-0864-7
  • „Klettersteiggehen – Ausrüstung, Technik, Sicherheit“ von Pit Schubert, Bergverlag Rother, ISBN 978-3-7633-6019-2

 

Dieses und weitere Bücher sind im DAV Shop erhältlich.

 

Mit Kindern auf dem Klettersteig

Bergsteigen

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 Die Begehungszahlen von Klettersteigen schnellen in die Höhe. Die DAV Sicherheitsforschung beleuchtet Problemfelder beim Klettersteiggehen.  Wer mit Kindern und Jugendlichen die flachen Wege verlassen will, sollte um die besonderen Bedürfnisse der Heranwachsenden wissen und die bereits vorhandenen Fährigkeiten richtig einschätzen können. So werden sie nicht überfordert und sie entwickelt eine vielleicht lebenslange Freude am Unterwegssein in der Natur.     

Kriterienkatalog Klettersteige

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Das „Gehen und Kraxeln am Drahtseil“ erfreut sich großer Beliebtheit. Der Kriterienkatalog Klettersteige wurde entwickelt, um die aktuelle Entwicklung zu begleiten und zu lenken. In den vergangenen Jahren ist ein alpenweiter Trend zur Neuerschließung von Klettersteigen zu beobachten. Diesem stehen die Alpenvereine grundsätzlich kritisch gegenüber. Gleichzeitiges ist aber das Ziel, diese Entwicklung so mitzugestalten, dass negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft vermieden werden und die bergsportlichen und sicherheitstechnischen Standards der Alpenvereine in die Planung und Umsetzung neuer Klettersteigprojekte einfließen. Daher haben der Oesterreichische und der Deutsche Alpenverein einen Kriterienkatalog erarbeitet. Er legt fest, welche Kriterien bei der Anlage eines Klettersteiges berücksichtigt werden müssen.