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Legenden aus Frankreich und Slowenien

Auch Frankreich und Slowenien haben ein großes Repertoire an Legenden und Sagen. Viele davon beziehen sich allerdings nicht explizit auf die Bergregionen. Ein paar der schönsten Berg-Legenden haben wir für euch aufgeschrieben.

 

Frankreich

Die Marienerscheinung von Notre-Dame de La Salette

Die 1852 erbaute Kirche Notre-Dame de La Salette wurde in Folge einer Marienerscheinung erbaut. Im Jahre 1846 soll zwei Kindern, der 15-jährigen Mélanie Calvat und dem 11-jährigen Maximin Giraud, während des Schafehütens eine Frau mit silberweißem Umhang erschienen sein. Sie soll die Ehrfurchtslosigkeit und die Pietätlosigkeit der Priester, deren Liebe zu Geld, Ehre und Vergnügungen beweint und die Kinder zu einem gottesfürchtigen Leben ermahnt haben. Rund fünf Jahre später erkannte die Kirche die Echtheit der Erscheinung an und begann mit dem Bau der Wallfahrtskirche.

 

Die Steinernen Grazien

Die Legende um die Steinernen Grazien erzählt die Entstehung der Felsformationen Les Demoiselles Coiffées nahe des Dörfchens Théus in den Hautes-Alpes. Dort soll ein Junge einen Frosch und gerettet haben und von diesem mit einem Säckchen Gold belohnt worden sein. Mit dem Geld finanzierte sich der Junge Schule und Studium. Als er nach Jahren zurückkam, um sich bei dem Frosch zu bedanken, küsste ihn der Frosch und verwandelte sich zu einer Fee. Doch der Junge wurde verbannt, weil man ihm einen Pakt mit dem Teufel vorwarf, woraufhin sich die Fee aus Trauer zu einer Statue aus Sand und Stein verwandelte – als Demoiselle Coiffée. Eines Tages kehrte der Junge zurück und bat die Feenkönigin um Hilfe. Sie verwandelte ihn in einen Raben, damit er sich bei seiner Geliebten auf die zu Stein gewordene Schulter setzen und für immer bei ihr sein konnte.

 

Slowenien

Die weißen Frauen vom Triglav

Die Legende von den weißen Frauen mahnt den Menschen vor dem Eingriff in die Natur. Vor vielen Jahren musste ein Jäger in Slowenien seine Habgier nämlich büßen. Am Triglav, auf dem Komna-Hochplateau, sollen damals feenhafte weiße Frauen gemeinsam mit weißen Gämsen und einem als unverwundbar geltenden Bock mit goldenen Hörnern, dem Zlatorog, gelebt haben. Sie waren gegenüber den Menschen im Tal sehr hilfsbereit und wollten dafür einfach nur nicht gestört werden. Doch die goldenen Hörner des Zlatorog zogen einen Jäger aus Trenta magisch an. Er machte sich auf die Suche und als er ihn fand, schoss er ihn an und folgte ihm ins felsige Gelände. Doch dort stürzte der Jäger, geblendet von den goldenen Hörnern, in die Tiefe. Die weißen Frauen und Gämsen verließen die Gegend und vom Zlatorog fehlt bis heute jede Spur.

 

Legende über die versunkene Glocke

Die Legende erzählt von der Schlossherrin Poliksena, die ihren verstorbenen Gatten betrauert. Sie sammelt ihr ganzes Gold und Silber und lässt daraus eine Glocke für die Kapelle auf der Insel Blejski otok am Bledersee gießen. Als die Glocke auf einem Boot über den See gebracht werden soll, entlädt sich jedoch ein schreckliches Gewitter und versenkt das Boot mitsamt seiner kostbaren Fracht. In ihrer Trauer verlässt Poliksena Bled und geht in ein Kloster in Rom. Als der damalige Papst die Geschichte hört, lässt er eine neue Glocke gießen und sie im Kirchturm auf der Insel Blejski otok aufhängen. Bis heute soll diese Glocke über eine besondere Kraft verfügen.

 

Der gute König Matthias Corvinus

Matthias Corvinus war von 1458 bis 1490 König von Ungarn und von Kroatien, von 1469 bis 1490 (Gegen-)König von Böhmen und Eroberer weiter Teile der Habsburgischen Erblande, die er von 1485 bis 1490 von Wien aus beherrschte. Der slowenischen Legende nach war Matthias Corvinus ein guter und gerechter König, in seinen Landen herrschten goldene Zeiten. Dies zog die Aufmerksamkeit und den Neid anderer Herrscher auf sich und so sandten sie ihre Armeen, um den guten König umzubringen. Dieser zog sich mit seinen Soldaten in eine versteckte Höhle im Bergmassiv Petzen zurück und setzte sich an einen Steintisch. Die Legende besagt, dass Matthias Corvinus zurückkommen und die Ungerechtigkeit der ganzen Welt besiegen wird, wenn sich sein Bart neunmal um den Tisch geschlungen hat und vor dem Eingang der Höhle mitten im Winter eine Linde wachsen wird.

 

... und wo sie zu finden sind

Auch in Frankreich und Slowenien sind unsere Sagen und Legenden geografisch fest verankert. Wenn ihr Lust auf spektakuläre Landschaften verbunden mit mystischem Hintergrund habt, schaut doch mal vorbei.

 

 

 

Die Illustrationen stammen aus dem Alpenbuch von Marmota Maps. 

 

Italienische Sagen

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Auch in Italien hat sich im Laufe der Zeit ein riesiger Schatz an Sagen und Legenden entwickelt. Häufig handeln sie von der Entstehung der Berge, Seen und Almen, von magischen Geschehnissen oder legendären Figuren. Unsere Auswahl beschränkt sich auf den bergigen Norden, insbesondere Südtirol und die Lombardei.

Deutsche Legenden

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Deutsche Sagen und Legenden mit alpinem Hintergrund sind natürlich vor allem in Bayern zu finden. Das südliche Bundesland hat ein schier endloses Repertoire an Geschichten rund um Geister, Drachen und grausame Könige. Eine Auswahl:

Legenden der Schweiz

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Die Schweiz – das kleine Alpenland scheint mit seinen zahlreichen Seen, kleinen Dörfern und hohen Alpengipfeln geradezu prädestiniert für die Entstehung von Legenden. So ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche existieren – und es von jeder auch noch zahlreiche Varianten gibt. Im folgenden stellen wir euch ein paar davon vor.