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Die erste Biohütte des DAV: Das Prinz Luitpold Haus

19.05.2022, 14:20 Uhr

Produkte und Lebensmittel, die für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert werden und einer artgerechten Tierhaltung entsprechen, können mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Seit der Gründung des staatlichen Biosiegels 2001 haben sich viele Betriebe zertifizieren lassen, im Sommer 2021 auch die erste Berghütte des DAV: Das Prinz Luitpold Haus.

Hüttenwirt Christoph Erd führt zusammen mit seiner Familie das Prinz-Luitpold-Haus der Sektion Allgäu Immenstadt und hat bewusst an dem Kontrollverfahren teilgenommen, um durch die Bio-Zertifizierung einheitliche Standards nach EU-weit gültigen Rechtsvorschriften garantieren zu können.

 

Bevor die Bio-Küche auf dem Prinz Luitpold Haus ins zweite Jahr startet, haben wir zusammen mit Christoph ein Zwischenfazit gezogen.

Warum habt ihr euch entschieden, als erste Hütte den Weg zu einer reinen Bio-Küche einzuschlagen?

Ich durfte in einem elterlichen Bauernhof aufwachsen, in dem Bio einen hohen Stellenwert einnahm, deshalb prägte mich das Thema von klein auf. Bio bedeutet vor allem Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Tierwohl aber auch Klimaschutz für mich. Es sollte der Normalität entsprechen, was es bei mir im Privaten auch schon seit langem war. So entstand der Wunsch auch im Hüttengeschäft, indem der Mengenverbrauch an Lebensmitteln viel höher ist, rein Bio zu kochen.

 

Welche Herausforderungen brachte das Konzept der reinen Bio-Küche mit sich?

Natürlich ist eine reine Bio-Küche mit viel Aufwand verbunden: Eine gute Portion Idealismus darf nicht fehlen. Das regelmäßige Überprüfen von Kriterien und Zertifikaten der einzelnen Produkte kombiniert mit der logistischen Situation einer Berghütte sind herausfordernd. Zudem sind Bioprodukte teurer, um wieviel Prozent variiert jedoch stark. Besonders der Preis von Bio-Eiern kann beispielsweise den Warenpreis nicht zertifizierter Produkte um das 300-fache übersteigen.

 

Wie ist das Feedback der Gäste?

Die Resonanz der Gäste ist überwiegend sehr positiv und die Bio-Küche kommt sehr gut an. Es sollte optimalerweise eigentlich überall der Standard heutzutage sein. Natürlich gibt es aber auch einzelne Ausnahmen, welche sich unzufrieden gegenüber dem Konzept äußern. Oft fällt dabei das Argument, dass die Hütte zu hochpreisig ist. Vereinzelt lesen wir somit negative Beiträge in dem Hüttenbewertungssystem oder in den sozialen Netzwerken. Aber wie gesagt, der Großteil äußert sich sehr zufrieden über unsere Bio-Küche.

 

Christoph, hast du einen Rat für andere Hüttenwirtsleute?

Entscheidend ist vor allem die innere und persönliche Überzeugung. Man sollte nicht einfach mit dem Modetrend mitschwimmen und nur da es gerade in ist, eine reine Bio-Küche anbieten. Selbst daran glauben, regionalen Bioprodukten Priorität einräumen und ganzheitlich umweltbewusst leben und handeln, ist in meinen Augen ausschlaggebend und erfolgreich. Besonders wichtig ist, dass immer wieder vor Augen geführt werden sollte, dass es sich bei den Begriffen Bio/Öko um geschützte Zertifizierungen handelt. Sie dürfen nicht missbraucht werden und unterliegen Standards und Kriterien, welche immer wieder gewissenhaft zu überprüfen sind - das ist zeitaufwendig aber sehr gut und notwendig.
 

 

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Heiße Liebe - Suppen aus Alpenvereinshütten Wirt Christoph, der schon seit 2008 bei "So schmecken die Berge" dabei ist, war für längere Zeit in der Schweiz tätig und wurde von der dortigen Hüttenküche stark inspieriert. Deshalb war ihm klar, sollte er einmal selber eine Hütte bewirtschaften, darf eines nicht fehlen – die Gerstensuppe. Da wunderbar im Geschmack und wahrlich nahrhaft, wollte er euch dieses Rezept nicht vorenthalten.