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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

11. bis 13. März 2022

10.03.2022, 14:39 Uhr

Stabiles Hochdruckwetter und eine geringe Lawinengefahr. An den günstigen Skitouren-Verhältnissen wird sich auch in den kommenden Tagen nicht viel ändern. In den Mittelgebirgen kann man hingegen oft schon Frühjahrswanderungen unternehmen.

Schneeverhältnisse

Die niedrigeren Deutschen Mittelgebirge wie das Rothaargebirge sind mittlerweile so gut wie schneefrei. Im Harz sind nur noch die Gipfellagen weiß. Und im Schwarzwald, dem Bayerischen Wald oder im Fichtelgebirge gibt es geschlossene Schneedecken nordseitig noch ab Höhen von 900 bis 100 Meter aufwärts.
Auch wenn am Alpenrand eher wenig Schnee liegt, kann man nordseitig auch von tieferen Lagen noch Skitouren unternehmen, wie zum Beispiel von Unterammergau auf den Teufelstättkopf (Ammergauer Alpen). Dennoch sollte man eher höhere Ausgangspunkte anvisieren. Dasselbe gilt für die Nordalpen.
Auch am Alpenhauptkamm ist die Schneelage, wie zum Beispiel im Sellrain (Stubaier Alpen) insgesamt unterdurchschnittlich. Dennoch sind auch hier die meisten Touren machbar, wenn man bei der Abfahrt gut auf nicht eingeschneite Felsen achtet. Die Gletscherspalten sind, wie zum Beispiel rund um die Wildspitze (Ötztaler Alpen) einigermaßen gut eingeschneit, bzw. eingeweht, was auch an den zurückliegenden Starkwinden des Februars liegen dürfte.
Da die letzten Schneefälle schon lange zurückliegen, gibt es freilich keinen wirklich guten Powder mehr. Dennoch kann man in nordexponierten Karen, wie letzten Sonntag im Nordkar des Hochunnütz (Rofangebirge) durchaus brauchbaren, gesetzten Pulverschnee finden.
Auf den Südseiten stellen sich zunehmend Firnverhältnisse ein.

 

Lawinenverhältnisse

Im gesamten Deutschsprachigen Alpenraum herrschte am Donnerstag mit Stufe 1 eine geringe Lawinengefahr. Nur in der Schweiz wurde für den Nachmittag ein Anstieg auf Stufe 2 prognostiziert.
Vereinzelte Gefahrenstellen finden sich im schattseitigen, kammnahen Steilgelände und hinter Geländekanten, sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee oberhalb rund 2400m, besonders im selten befahrenen Steilgelände.
Mit der Erwärmung und Einstrahlung nimmt ab dem Mittag die Gefahr von nassen Lawinen zu. Besonders an steilen Sonnenhängen sind kleine bis mittlere nasse Lockerschneelawinen möglich. Unterhalb von 2200m steigt die Gefahr von Gleitschneelawinen vor allem an steilen Sonnenhängen mit der Erwärmung an. Bereiche unter Gleitschneemäulern sollten gemieden werden.
Auch am Wochenende ist mit einer geringen Lawinengefahr am Vormittag und einem leichtem Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen im Tagesverlauf zu rechnen.

 

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge ist von Freitag bis Sonntag mit viel Sonne zu rechnen. Die Höchsttemperaturen steigen am Kahlen Asten (841 m) auf 6°C.
Viel Sonne gibt es auch im Harz. Die höchsten Temperaturen auf dem, am Freitag und Samstag windigen Brocken (1141 m) liegen zwischen 3°C und 6°C.
Im Elbsandsteingebirge wird das Wochenende ebenfalls sehr freundlich. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) steigen die Höchsttemperaturen bis auf 7°C.
Im Bayerischen Wald gibt es auch „Sonne satt“. Am Großen Arber (1456 m) wird es am Samstag aber windig. Die Höchsttemperaturen steigen von 0°C am Freitag und 4°C am Sonntag.
Im Schwarzwald wird hingegen ein Mix aus Sonne und Wolken erwartet. Am Feldberg (1493 m) pendeln die Höchsttemperaturen um 5°C.
Alpen: Der Freitag verläuft in den Ostalpen am Hauptkamm und nördlich davon sonnig. Entlang der typischen Schneisen macht sich Südföhn bemerkbar. Im Süden ist es stärker bewölkt. Im Norden wird es milder, im Süden fließt kältere Luft ein. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 1200 m und 2100 m.
Der Samstag verläuft in den Nordalpen und am Hauptkamm ebenfalls gering bewölkt. Tagsüber zieht sich die südlich davon befindliche Bewölkung nach Osten zurück und es setzt sich überall die Sonne durch bei föhnigem Südwind.
Der Sonntag wird dann verbreitet sonnig, nur vereinzelt sind im Westen Schleierwolken zu sehen. Die Nullgradgrenze steigt an der Alpennordseite gegen 2300 m, an der Alpensüdseite liegt sie mit 1500m tiefer.
In den Westalpen verlaufen Freitag und Samstag deutlich wolkenreicher, im Süden gibt es wiederholt Niederschläge.

 

 

Fazit

In vielen Deutschen Mittelgebirgen kann man bei viel Sonnenschein bereits die Wandersaison einläuten, wobei die Wege wegen der anhaltenden Hochdruckwetterlage zumindest südseitig trocken sein dürften. An Nordhängen und in Waldbereichen muss man oberhalb von etwa 900 m in manchen Regionen noch mit Altschnee rechnen, weswegen aufgrund von Schneematsch oder nassen Passagen Teleskopstöcke empfehlenswert sind. Auch am Alpenrand kann man an waldfreien Sonnenhängen bis auf etwa 1500 m schneefrei unterwegs sein.
In den Alpen herrschen wiederum beste Verhältnisse für Skihochtouren, wobei man sich bei den Hütten über die Spaltensituation auf den Gletschern erkundigen sollte. Vom Wetter her macht es am Alpenhauptkamm Sinn sich eher in Richtung Nordosten als in Richtung Südwesten hin zu orientieren.
Für Skitouren am Alpenrand und in den Nordalpen sollte man (wie eigentlich schon den gesamten Winter) Skitouren anvisieren die möglichst hoch und nordseitig beginnen.
Auf ost- und südseitigen Hängen ist mit insgesamt leicht ansteigenden Temperaturen die Gefahr von Nassschneelawinen am Nachmittag zu berücksichtigen. Bei diesen Expositionen macht es aber ohnehin großen Sinn sehr früh zu starten, um den besten Firn für die Abfahrt zu erwischen.

Für das kommende Wochenende haben wir eine Tourenliste mit Skitouren- und Wandertipps für euch zusammengestellt.