logo-dav-116x55px

Indoorklettern: 10 DAV-Empfehlungen

Klettern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Damit ihr die Wände auch bei größerem Andrang in der Halle sicher rauf- und wieder runterkommt, haben wir 10 Tipps für euch zusammengefasst.

1. Du hast Verantwortung

  • Du benutzt die Kletter- und Boulderhalle eigenverantwortlich! Der Betreiber führt keine Kontrollen durch.
  • Klettern und Bouldern bergen erhebliche Sturzgefahren: Du kannst dich oder andere schwer oder tödlich verletzen.
  • Schau hin, wenn Fehler passieren: Sprich sie an!
 

2. Fairness und Rücksichtnahme

  • Nimm Rücksicht und gefährde niemanden.
  • Passe dein Verhalten der jeweiligen Situation an.
  • Langes Ausbouldern, Reservieren von Routen und unnötige Stürze vermeiden.
  • Auf ausgewiesener Kletterlinie bleiben.
  • Lass den Sichernden ihren Aktionsraum.
  • Vermeide unnötigen Magnesiaverbrauch.
  • Klettere oder bouldere nur mit geeigneten Schuhen.
 

3. Achtung Gefahrenraum

  • In der Kletter- oder Boulderhalle können Gegenstände herabfallen.
  • Gefahr besteht auch, wenn du nicht kletterst oder boulderst.
  • Beachte den möglichen Sturzraum über dir.
 

4. Hindernisse wegräumen

  • Kletter- und Boulderbereich immer frei von Rücksäcken, Trinkflaschen, Kinderwägen, Spieldecken halten.
  • Lege dort keine Gegenstände ab und lass auch die Einrichtung dort, wo sie steht (Tische, Bänke, etc.).
 

5. Bei Unfällen Erste Hilfe

  • Jeder Kletterer ist zur Hilfeleistung verpflichtet. Informiere unverzüglich das Hallenpersonal.
  • Auf Anfrage Personalien bekannt geben.
 

6. Beschädigungen melden

  • Beschädigte oder lose Griffe, Kletterplatten, Haken, Karabiner oder Expressschlingen unverzüglich melden. Veränderungen sind untersagt.
  • Routensperrungen beachten.
 

7. Die Kletterhalle ist kein Spielplatz

  • Kinder beaufsichtigen.
  • Spielen in den Kletter- und Boulderbereichen ist aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.
  • Minderjährige ab 14 Jahren dürfen nur mit Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten unbeaufsichtigt klettern.
 

8. Gefahr durch Schmuck und lange Haare

  • Schmuck kann hängenbleiben und dich verletzen.
  • Lange Haare zusammenbinden: sie können sich im Sicherungsgerät verfangen.
  • Lasse den Chalkbag beim Bouldern am Boden oder hänge ihn dir ohne Karabiner um.
 

9. Alkohol- und Rauchverbot

  • Nach Alkoholkonsum nicht klettern und bouldern.
  • Rauchen ist verboten – auch im Außenbereich.
 

10. Handy, Musik und Tiere stören

  • Handys lenken ab und können herunterfallen.
  • Kopfhörer beeinträchtigen deine Aufmerksamkeit.
  • Die Mitnahme von Tieren ist nicht erlaubt.
 

Ich hab dich?!

Kletterhallenstudie 2015

Mehr erfahren
(Panorama 4 2016) Obwohl Klettern in der Halle ein relativ risikoarmer Sport ist, schafft es nur ein kleiner Teil der Kletterer, anspruchsvolle Stürze ordentlich zu halten. Julia Janotte, Florian Hellberg, Christoph Hummel und Martin Schwiersch berichten über die Ergebnisse und klären, worauf es beim guten Sichern ankommt. Sicherungsfehler beim Hallenklettern sind häufig. Die DAV-Kletterhallenstudie 2012 zeigte: Rund die Hälfte der Beobachteten sicherte mit erheblichen Mängeln. Trotzdem sind schwere Unfälle äußerst selten. Unsere Vermutung: Kletterer stürzen meist nicht unerwartet (sondern sagen vorher „Zu“), was die Aufmerksamkeit des Sichernden fokussiert, so dass er das fehlerhafte Sicherungsverhalten vor dem Sturz korrigieren kann. Es könnte aber auch sein, dass unser Fehlermodell nicht stimmt, Sicherungsfehler also weniger schlimm wären als angenommen. Um das zu klären, führten wir im Herbst 2015 eine weitere Kletterhallenstudie durch – die DAV-Kletterhallentour sollte zeigen, wie gut Hallenkletterer überraschende Stürze halten können und ob Sicherer bei einem erwarteten Sturz weniger Fehler machen. 

Ansprechen oder wegschauen? Sicherungsfehler in Kletterhallen

Sicherungsfehler in Kletterhallen

Mehr erfahren
Das Klettern in Hallen ist wenig unfallträchtig, das belegt die Statistik. Doch es wird nicht immer sorgfältig genug gesichert, um auch einen unerwarteten Sturz gut halten zu können. Was sollen Kletterer tun, wenn sie bei anderen Fehler beobachten? Wir plädieren für Eigenaktivität, geben Entscheidungshilfen und schlagen ein Vorgehen vor. Fehler anzusprechen wird schon lange empfohlen: Walter Britschgi hat sich diesem Thema schon vor zehn Jahren zugewandt. Beobachtungsstudien der DAV-Sicherheitsforschung zeigen, dass in Hallen tendenziell besser gesichert wird, wenn die Nutzer davon ausgehen, dass ihr Sicherungsverhalten von anderen wahrgenommen wird. Deshalb erarbeitete der DAV für Kletterhallenbetreiber und -angestellte eine Handreichung zu Fehlerrückmeldungen und Intervention im Hallenbetrieb. Doch sollen auch „einfache Kletterhallennutzer“ Rückmeldungen geben, wenn sie Sicherungsfehler sehen? Immerhin ist man ja nicht zuständig. Und in die Autonomie anderer einzugreifen, obendrein auch noch kritisierend, ist unangenehm. Schließlich ist mit Verhaltensänderung oder gar Dank nicht unbedingt zu rechnen. Wir wollen trotzdem dafür werben und ein mögliches Vorgehen vorschlagen. Auch der „Vieraugencheck“ (Partnercheck) galt zunächst als Eingriff in die Hoheit des Einzelnen – mittlerweile ist er selbstverständlich. Rückmeldungen an andere Seilschaften sollen keine Überwachungskultur etablieren, sondern die Kultur stärken, dass Kletterer eine „Community“ sind und sich gegenseitig unterstützen. 

Klettersteige: 10 DAV-Empfehlungen

Mehr erfahren
Klettersteige liegen im Trend. Da die "Eisenwege" mit Klammern und Eisenstiften (als Trittstufen), Stahlseilen und Eisenleitern gesichert sind, ermöglichen sie Erlebnisse in extremem alpinen Gelände, ohne mit Seil klettern zu müssen.