Kaum zu glauben: Das Bergwetter auf alpenverein.de ist seit über 20 Jahren ein Dauerbrenner. Kein Wunder, denn hier werden nicht nur Wetterdaten automatisiert ausgespielt, wie bei so vielen anderen Diensten. Nein, hier brüten tagtäglich Meteorolog*innen der GeoSphere Austria (vormals ZAMG) in Innsbruck über dem Datenmaterial, um passende Vorhersagetexte für die Bergsportgemeinde zu formulieren. Begonnen hatte alles mit Prognosen für die West- und Ostalpen. Vor über zehn Jahren wurden diese um Texte für siebzehn Alpen-Regionen, eingeteilt nach meteorologischen Gesichtspunkten, ergänzt. Ab Mai 2026 gibt es hier eine Umstellung. Denn die GeoSphere kann den hohen Arbeitsaufwand dafür nicht mehr leisten.
Wettergeschehen kurz und knapp
Klar war, dass an der Qualität nicht gespart werden soll. Die Lösung: Statt der mehrzeiligen Texte wird es nur noch eine Überschrift geben, die das Wettergeschehen kurz und knapp zusammenfasst. Zusätzlich werden umfassende Daten zum Wettergeschehen in der jeweiligen Region ausgespielt. Diese wurden sorgfältig in Kooperation mit den Bergsportabteilungen des DAV und ÖAV ausgewählt. Sie umfassen neben gängigen Angaben zu Niederschlag und Sonnenscheindauer nicht nur Temperaturen für verschiedene Höhenlagen, sondern auch Wahrscheinlichkeiten für gute Sicht oder Sturmböen.
Fokus auf Qualität
Im Unterschied zu anderen Wetterdiensten werden nicht nur die Überschriften täglich für die folgenden zwei Tage vom Meteorologen verfasst, auch die Daten werden noch einmal einer Kontrolle unterzogen. Die Vorteile des neuen Modells sind nicht nur ein schnellerer Überblick über das Wettergeschehen, sondern auch detailliertere Angaben für die Tourenplanung. „Auch wenn manch einer die ausformulierten Texte vermissen mag, wir Meteorolog*innen sehen die Neuerungen positiv. Wir können jetzt nicht nur effizienter arbeiten, sondern werden weiterhin die gleiche Qualität für die beste Wettervorhersage im Alpenraum liefern“, versichert Manfred Bauer, Leiter der GeoSphere Austria in Innsbruck. Und die gute Nachricht, nicht für Nostalgiker*innen: Die West- und Ostalpenprognose wird weiterhin ausformuliert und steht wie seit über 20 Jahren als PDF zum Download bereit.